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So sieht die Nahversorgung im Bereich der Gemeinde Salzhemmendorf aus

Einkaufen – aber wo?

SALZHEMMENDORF. Vielerorts schließen Gaststätten und die beliebten „Kneipen ums Eck“. Oft bleibt es danach beim Leerstand. Das „Deutsche Haus“ in Osterwald beispielsweise wurde vor fünf Jahren geschlossen und noch immer gibt es keine Nachfolgenutzung. Noch düsterer würden es aussehen, würden sich nicht Bürger zu Initiativen zusammenschließen.

veröffentlicht am 27.12.2017 um 17:39 Uhr

Iris Neujahr betreibt den „Tante-Emma-Laden“ in Osterwald bereits seit mehr als 20 Jahren. Foto: sto
Stolte Christiane

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Christiane Stolte Reporterin
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Hätten sich nicht Bürger zusammengetan, um mit der ehrenamtlich betriebenen Bier- und Weinstube „Steigerklause“ wenigstens eine kleine Alternative zu schaffen, gäbe es im Bergort vermutlich keinen kommunikativen Treffpunkt mehr und keine Gelegenheit für ein Feierabendbierchen in geselliger Runde.

Auch in den anderen Orten der Gemeinde Salzhemmendorf sind Stammkneipen dünn gesät. Ebenso Einzelhandelsgeschäfte, die den Grundbedarf der Bürger decken. Gab es früher in jedem noch so kleinen Ort wenigstens einen „Tante-Emma-Laden“, meist auch einen Bäcker und einen Schlachter, sind solche Läden mittlerweile rar geworden. Gleiches gilt für Filialen von Banken und Sparkassen. Anders sieht die Situation im Kernort Salzhemmendorf aus.

Dort gibt es am Rathaus seit zehn Jahren eine Einkaufspassage, in der alles erhältlich ist, was zu einer Grundversorgung gehört. Auch eine Apotheke, ein Café und ein Modegeschäft gehören unter anderem dazu, ebenso eine Bank- und eine Sparkassenfiliale. Direkt gegenüber des Rathauses entsteht übrigens derzeit ein Filialen-Neubau der Volksbank.

Es gibt Ärzte im Ort, einen Blumenladen, ein Musikgeschäft, Gastronomie, Discounter und einmal in der Woche findet seit 13 Jahren am Rathaus ein Wochenmarkt statt. „Der Markt mit seinen rund zehn Ständen wird nicht nur von Bürgern aus dem Bereich der Gemeinde Salzhemmendorf genutzt, sondern auch von Coppenbrüggern und von Leuten aus Duingen“, berichtet Marktmeister Horst Wichmann. Die Grundversorgung in der Gemeinde Salzhemmendorf beurteilt Clemens Pommerening als „zufriedenstellend“. Mehr noch: Die Versorgung mit Nahrungsmitteln und anderen Gütern ist auch in der Fläche und durch verschiedene Anbieter sehr gut gewährleistet“, bilanziert der Gemeindebürgermeister. Allerdings mangele es an der Versorgung von aperiodischen Gütern, beispielsweise an Kleidung und Möbeln. Auch fehle unbedingt ein Drogeriemarkt.

Und wie sieht es mit Leerständen im Flecken aus? „Leerstände gibt es vor allem in den Ortsteilen, weniger im Kernort“, betont Pommer-ening. Leerstände seien aber ein gesellschaftliches Problem. Gerade die kleineren Läden in den Dörfern, wie beispielsweise Drogerien, Bekleidung und Schumacher, seien in den letzten 50 Jahren fast komplett weggefallen. Das betreffe auch den alten Kern von Salzhemmendorf.

Weitere Gründe für Leerstände in den Dörfern sieht der Bürgermeister in fehlenden Investitionen, in immer größeren Auflagen hinsichtlich des Brandschutzes, in zu hohen Mietpreisvorstellungen und in unattraktiven Lagen, wo beispielsweise keine oder nicht genügend Parkplätze vorhanden seien.

Manche Orte in der Gemeinde haben ja wenigstens „Tante-Emma-Läden“ oder kleine Bäckereien. Dazu gehören Osterwald, Wallensen, Lauenstein und Hemmendorf. Für den Erhalt des Ladens in Osterwald hatten sich vor einigen Jahren die Einwohner des Dorfes starkgemacht.

„Das hat sich gelohnt, denn die Kunden kommen“, erklärt Betreiberin Iris Neujahr. Große Einkäufe würden zwar von den meisten Einwohnern des Dorfes im Supermarkt von Oldendorf oder in den Geschäften von Salzhemmendorf erledigt, sie sei aber dennoch zufrieden. Frische Brötchen würden schließlich immer gehen.

Es gibt aber auch Orte im Gemeindebereich, die noch nicht einmal einen Tante-Emma-Laden haben. Ahrenfeld, Benstorf, Levedagsen, Ockensen und Thüste sind ohne entsprechende Einkaufsmöglichkeiten. Wer einkaufen will, muss in diesen Dörfern mobil sein. Entweder fährt er selbst zum Einkaufen oder lässt sich die Waren mitbringen.

Im kommenden Frühjahr wird es in der Gemeinde zudem einen Supermarkt weniger geben. Voraussichtlich zum 1. April schließt der NP-Markt in Lauenstein, wie in der jüngsten Sitzung des Ortsrats Lauenstein bekannt wurde. „Eine Nachfolgeregelung gibt es derzeit noch nicht“, betont Pommerening.

Gründe für die Schließung seien unter anderem die Nähe zu Salzhemmendorf und somit zu den dortigen Supermärkten und Discountern, die nicht mehr optimale Bausubstanz der Immobilie und laut Aussage des Betreibers ein ungenügender Umsatz.

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