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Brünnighäuser Laienspieler sorgen beim Heimatabend für Brüller im Minutentakt

Einfach pfundig, diese Familie

Brünnighausen. Wenn der große Saal im Dorfgemeinschaftshaus in Brünnighausen mindestens einmal im Jahr, nämlich ganz zu Beginn des Jahres, angesichts der Masse an Gästen zu bersten droht, die Zuschauer begeistert juchzen, pfeifen und „Zugabe“ rufen, dann ist Heimatabend im Nesselbergdorf. Dann können erfahrungsgemäß weder die eisige Sophie, noch der aktuell furios stürmische Felix jene hinterm Ofen zurückhalten, die zu den Glücklichen mit frühzeitig erstandener Eintrittskarte gehören. Hoffnung auf Abendkassenkartenglück war also auch bei diesem 19. Heimatabend am Wochenende Fehlanzeige. Denn der gehöre, so erklärt die Ur-Brünnighäuserin Käthe Manz nach 66 glücklichen Ehejahren im Dorf, längst nicht mehr nur für echte Brünnighäuser zum Jahreswechselstandardprogramm wie Weihnachts- und Neujahrsansprache aus hohen Berliner Häusern. Weil er eben live sei, lustiger und überhaupt eine einzigartig geglückte familiäre Kombination aus lokalem Rückblick und Ablachen mit liebevollem Humor und köstlicher Selbstironie. Traditionell hatte, so ist es Usus, die Laienspielgruppe unter Leitung von Gerald Mehrtens eingeladen. Zum Heimatabend 2015, Auftaktveranstaltung zum 800-jährigen Dorfjubiläum, der wie seine Vorgänger lang werden sollte, ganz langsam anfing, aber dann zügig Fahrt aufnahm: Die alte Dame Brünnighausen ist alles andere als müde! Was auch die Gäste sprichwörtlich auf die Beine und auf bislang verborgenes Terrain bringt: Bürgermeister Hans-Ulrich Peschka klärt mit heftigstem Augenzwinkern über Politik im Allgemeinen und Besonderen auf; Ortsbürgermeister Lars Wiemann grüßt nicht nur gereimt, sondern eigenhändig gespielt und gesungen am Klavier. Dann präsentiert Dorfchronist Henner Meywerk wie üblich „Brünnighausen in Wort und Bild“, eine fleißige Powerpoint-Präsentation mit Herz und exakt 387 Fotos aus dem Dorfleben des vergangenen Jahres. „Ein sehr ausgiebiger, persönlicher und herziger Brünnighäuser Rückblick“, stellen Gäste aus Reinerbeck fest, die gleichwohl vor allem wegen des Bühnenspektakels gekommen waren. Die Herkenser Laienspieler, seit dem vergangenen Jahr als Gasttruppe der Nachbarschaft mit von der Partie am Nesselberg, lässt die Zwerchfelle der Zuschauer mit ihrer „Horror-Kaffeefahrt“ deutlich Betriebstemperatur aufnehmen. Dann bringen die Brünnighäuser mit der „Pfundsfamilie“ den erwarteten Brüller auf die Bühne. Wie ein Brünnighäuser Ohnsorg-Theater mit Andreas Manz als Henry Vahl und Brunhilde Truschkat als Heidi Kabel des Nesselbergs spielen sie ausgewählte Szenen einer Ehe bis in letzte Konsequenz vor: wenn nämlich einzige Themen beim Bier im Bademantel und mit Lockenwicklern vor der Rund-um-dieUhr-Glotze beiderseitige Annäherung an Kugelwachstum und Schludrigkeitsmeisterschaft sind. Wenn aber auch die Wette, wer es zuerst schafft, durch Attraktivität und Fitness ein Verhältnis anzubandeln, beide wieder glücklich zueinanderfinden lässt. Das kostet viele Gurkenscheiben für den Teint, viel Schweiß für den Weg von der Wampe zum Waschbrettbauch, gewiefte Taktik und Höchsteinsatz für die erwachsenen Kinder mit Freund und Freundin. „So ein Tag, so wunderschön wie heute“, singt nicht nur die Pfundsfamilie am Ende auf der Bühne. Es donnert durch den Saal von Ecke zu Ecke und bedeutet wieder einmal ein Riesenkompliment der Heimatabendfans für Andreas Manz, Brunhilde Truschkat, Silke Quast, Harry Hellmuth, Bettina Gelke, Rolf Schweinebart und Spielleiter Gerald Mehrtens.

veröffentlicht am 12.01.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 22:41 Uhr

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Autor:

Ingrid Stenzel


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