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Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr feiert seinen 50. Geburtstag / Mit der Suche nach einem Verein fing alles an

Einer hielt sein Versprechen und stiftete die Instrumente

Dörpe (red). Heute vor 50 Jahre wurde der Musikzug Dörpe gegründet – kurios ist die Geschichte seiner Geburtsstunde. Im Dezember 1959 trafen sich die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Dörpe im altehrwürdigen Gasthaus „Zur Linde“ in Dörpe. Man diskutierte, überlegte und schmiedete Pläne für das im darauffolgenden Jahr stattfindende Feuerwehrfest. „Wir haben fast gar keine Dörper Vereine, die an unserem Umzug teilnehmen können. Die wenigen, die unser Vereinsleben prägen, drohen auseinanderzubrechen. Was machen wir?“, fragten sich die Anwesenden.

veröffentlicht am 06.04.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 10:41 Uhr

Der Musikzug Dörpe: Offizieller Gründungstag ist der 7. April 19
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Vorschläge wurden debattiert: Die Gründung eines Gesangvereins, eines Spielmannszuges, Fanfarenzuges oder einer Schalmeiengruppe stand im Raum. Nein, das war alles nicht das Richtige. Das eine war viel zu teuer, das andere gab es im Nachbardorf, und außerdem musste es etwas sein, das aus den Reihen der Freiwilligen Feuerwehr kommt. Da war man sich einig. So vergingen die Stunden. Werner Bokelmann, Ernst Holweg und Heinz Vollmer standen zusammen, da kam der Spruch: „Wenn es euch gelingt, eine Blaskapelle auf die Beine zu stellen, dann füttere ich meine Hausschweine ein Jahr lang umsonst und stifte die Instrumente“, sagte Werner Bokelmann. So endete der Abend, ohne dass sich einer über diese eben angekündigte Aussage Gedanken machte.

Im Januar war man wieder zusammen und rätselte, ob der Spruch von Werner Bokelmann ernst gemeint war. Dann wurden erste ernsthafte Überlegungen angestellt – was kostet das alles, gibt es talentierte Musiker, wer dirigiert diese Kapelle? Aufgaben wurden verteilt. Ernst Holweg war für die Suche eines Kapellmeisters verantwortlich. Heinz Vollmer suchte gleichzeitig die passenden Musiker, und Werner Bokelmann spendierte tatsächlich die Instrumente. Diese Suche war letztlich viel einfacher als man dachte.

Adolf Knoke, ein leidenschaftlicher Musiker aus Osterwald, wurde Kapellmeister und lud gleich die von Heinz Vollmer gefundenen talentierten Musiker nach Osterwald zum Probetraining ein. Und da waren sie: Ernst Holweg und Heinz Vollmer an der 1. Trompete, Helmut Menzel und Walter Laubinger am Althorn, Manfred Urbisch und Willibald Peschka mit dem Tenorhorn, Ernst Knoke an der Posaune, Heinz-Georg Claus und Wilhelm Exner am 2. Flügelhorn, Werner Claus mit der Tuba und Hildebrandt von Breitenbuch mit eigenem Instrument am 2. Flügelhorn.

Das sind die Gründer der Feuerwehrkapelle beziehungsweise des Musikzuges Dörpe mit Gründungstag 7. April 1960. Kurz danach wurde diese Gruppe noch mit Kurt Knoke am Schlagzeug ergänzt. Fortan traf man sich zum Üben im Gasthaus Dreyer in Dörpe. Adolf Knoke kam immer zu Fuß über den Bergmannspfad im Osterwald und kündigte am Kreuzweg sein Ankommen mit einem kräftigen Trompetensolo an. Als er das erste Mal in Dörpe ankam und Christel Bartels beim Vorbeigehen traf, kam der berüchtigte Satz: „Christel, bind diene Kaie an! Von getze aff moke wie haier Musike.“ Das war eine weise und richtige Entscheidung. Im ersten Jahr wurden die Kosten des Dirigenten vom Stifter und Gönner Willi Steinkamp übernommen. Somit war auch dieses Problem gelöst.

Nachdem man eifrig geübt hatte, gab es schon wenige Wochen nach der Gründung den ersten öffentlichen Auftritt: Manfred Urbisch feierte Hochzeit. Und beim Feuerwehrfest im Sommer hörte man die Dörper zigmal mit dem Traditionsmarsch: Marsch König Friedrich der Große. Beim folgenden Katerfrühstück freute man sich dann noch über viele Spenden, und mit Heinz Vollmer wurde sodann auch der richtige Musikzugführer gefunden.

Alle notwendigen Ausstattungsgegenstände wurden nach und nach beschafft. Notentaschen, Notenständer, Uniform und natürlich auch Notenmaterial standen auf dem Einkaufszettel.

Mehrere Jahre vergingen, und der Musikzug Dörpe wuchs und wuchs unter Leitung verschiedener verdienstvoller Dirigenten und Musikzugführer. Heute ist Michael Kämmerer Musikzugführer. Unterbrochen wurde dessen Dienstzeit aus beruflichen Gründen lediglich für ein Jahr, in dem Julia Zerrfuchs die Geschicke leitete. Das Amt des Dirigenten übernimmt seither Olaf Rose. Seit nunmehr fast zehn Jahren herrscht damit auch wieder Kontinuität im Musikzug.

Gefeiert wird am 1. Mai mit einer Party in Bruns Scheune am Feuerwehrgerätehaus. Bei Kaffee und Kuchen, Gegrilltem und gekühlten Getränken gibt der Musikzug ein Scheunenkonzert und bittet anschließend zum „Tanz up de Deel“. Offizielle Ehrungen sind anlässlich des Feuerwehrfestes am Samstag, 12. Juni, beim Kommers vorgesehen.

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