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Lesung aus ihrem ersten Roman

Eine Premiere für Annette Hess

COPPENBRÜGGE. Über Auschwitz gebe es doch schon so viele Bücher, warum noch eines? Gern nutzten die Zuhörer die Gelegenheit, in Coppenbrügge mit Annette Hess, Deutschlands gefragtester Drehbuchautorin, ins Gespräch zu kommen.

veröffentlicht am 20.09.2018 um 15:53 Uhr
aktualisiert am 24.09.2018 um 11:56 Uhr

Annette Hess stellt ihren Roman im Coppenbrügger Buchladen Stender vor. Foto: Silvia Medina
Stolte Christiane

Autor

Christiane Stolte Reporterin
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Im voll besetzten Buchladen Stender präsentierte Annette Hess am Mittwochabend ihr Romandebüt „Deutsches Haus“. Es war eine Vorabpremiere, denn die eigentliche Vorstellung findet am heutigen Freitag in Berlin statt. Weil Hess im Raum Coppenbrügge wohnt, war es ihr ein Anliegen, das Buch vorher hier vorzustellen – eine Hommage der gebürtigen Hannoveranerin an ihre Wahlheimat.

Die Lesung war für die Grimmepreisträgerin ein Novum, denn als Drehbuchautorin brauche sie das nicht. Deshalb sei sie etwas aufgeregt, sagte die Prominente. Es klappte aber gut: Das Publikum hing an ihren Lippen und tauchte ein in das Buch, in dem es um Lebenslügen einer deutschen Familie in den 1960er Jahren geht. Als Dolmetscherin wird Eva, die Hauptfigur, gebeten, in einem Auschwitzprozess die Zeugenaussagen zu übersetzen. Nie zuvor hat Eva etwas von diesem Ort gehört. Sie nimmt die Herausforderung an, ohne zu ahnen, dass der Jahrhundertprozess nicht nur das Land, sondern auch ihr eigenes Leben verändern wird.

Bei ihrer Recherche für den Roman hatte sich Annette Hess unter anderem die Tonbanddokumente des Prozesses angehört. Sie sei sehr schockiert gewesen und habe sich vorgenommen: „Was da geschehen ist, muss immer wieder erzählt werden. Auch wenn es schon viele Bücher über das Thema gibt“, betonte die 51-Jährige. Sie selbst habe von den Gräueltaten der Nazis im Alter von zehn Jahre erfahren – auf einer Klassenfahrt in einer Jugendherberge am Hamburger Hafen, wo zufällig ein Fernsehfilm über das Thema gesendet worden sei. Der Film habe sie nie mehr losgelassen.

Annette Hess gibt den KZ-Häftlingen eine Stimme – bewusst dosiert, homöopathisch aufgearbeitet, wie sie sagt. „Das ist ein stiller, aber dennoch aufwühlender Roman“, urteilt Bernhard Gelderblom, Hamelner Historiker und Autor von Büchern gegen das Vergessen. Der 365 Seiten starke Roman „Deutsches Haus“ ist im Ullstein Verlag erschienen und ab heute in den Buchhandlungen erhältlich.



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