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Feierliche Einweihung nach umfangreicher Sanierung

Eine Orgel als Glücklichmacher

LAUENSTEIN. Lange Zeit hatte sie keinen Ton von sich gegeben. Jetzt ist die Lauensteiner Orgel am Sonntag nach umfangreichen Sanierungsarbeiten feierlich eingeweiht worden.

veröffentlicht am 21.01.2018 um 17:45 Uhr

Schmuckstück: Die Orgel unter dem Kirchendach in Lauenstein erklingt jetzt wieder in voller Bandbreite. Foto: gök
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Autor

Christian Göke Reporter
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Bereits im November 2016 begannen die Arbeiten an der Orgel in der Kirche St. Nicolai in Lauenstein. Die Lauensteiner Orgel (Baujahr 1761) war 1972 letztmals aufwenig saniert und dabei von Paul Ott zum Teil neugebaut worden. Von der historischen Orgel war dabei nur die historische Ansicht – der Prospekt – übriggeblieben und auch der Klang hatte sich geändert, was dem damaligen Stil geschuldet war. Zusammen mit dem Orgelbauer Martin Wurm wollte der Lauensteiner Kirchenvorstand die Orgel nun wieder an den ursprünglichen Klang heranbringen. „Back to the roots“ war hier das Thema der Renovierung durch Martin Wurm, wo sich vor allem Claus-Peter Willems als Bindeglied zum Kirchenvorstand mit einbrachte. „Normalerweise empfehlen wir alle 20 bis 25 Jahre eine Reinigung der Orgel, was hier aber nicht geschehen war. So waren die Maßnahmen jetzt auch bitter nötig“, so Wurm. Um den Klang wieder an die Ursprungsform heranzuführen, mussten dabei über 200 der 1321 Pfeifen ausgetauscht werden. Die meisten Arbeiten wurden dabei in der Kirche selber vorgenommen, lediglich handwerkliche Arbeiten wie eine neue Windlade wurden in der Werkstatt des Orgelbauers in Neustadtgödens bei Wilhelmshaven durchgeführt. Eine Pause musste Wurm mit seinem Team lediglich im Sommer vornehmen, da er in dieser Zeit zahlreiche Orgeln stimmen musste, was nur im Sommer möglich ist.

Nicht möglich gewesen wäre diese Orgelrestauration ohne das große Engagement des Kirchenvorstands. In den vergangenen Jahren sammelte der Kirchenvorstand von zahlreichen Spendern aus der 1200 Kirchenmitglieder starken Gemeinde rund 45 000 Euro. Um die Kosten der ganzen Aktion in Höhe von rund 100 000 Euro stemmen zu können, war der Kirchenvorstand auch noch auf Zuschüsse in Höhe von 25 000 Euro durch den Kirchenkreis und 30 000 Euro durch die Landeskirche angewiesen. Folglich folgte auch Landessuperintendent Eckhard Gorka gerne der Einladung und weihte die Orgel gemeinsam mit Pastorin Sabine Ahlbrecht ein. Vorher fragte sich Gorka, wie man denn eine Orgel einweiht und orientierte sich schließlich an der Torgauer Formel von Martin Luther.

Dabei nahm er die zahlreichen Gottesdienstbesucher mit, die dann mit „anfassen“ mussten und die Orgel zusammen weihten. Zu Beginn hatte noch der Posaunenchor für die musikalische Untermalung gesorgt, ehe nach der Weihe als erstes Lied „Großer Gott, wir loben Dich“ durch die Organisten Henning Renner und Helga Vogt erklang. „Kirchenmusik wirkt wie ein Antidepressivum. Nicht umsonst wurden Orgelbau und Orgelspiel in das Unesco-Welterbe aufgenommen“, so Gorka. Beim anschließenden Empfang bescheinigte Pastor Thomas Müller stellvertretend für Superintendent Christian Castell, dass das Werk doch sehr gelungen sei. „Die Orgel ist ein elementarer Bestandteil des Gottesdienstes. Die Gemeinde macht sich sprachlos, wenn sie nicht singt“, so Müller. Martin Wurm dankte neben seinem Team vor allem den vielen Ehrenamtlichen, die sich zum Teil aufopferungsvoll in das Projekt, teilweise bis spät in die Nacht, eingebracht hätten.

Helga Vogt sorgt für die passenden Töne. Foto: gök
  • Helga Vogt sorgt für die passenden Töne. Foto: gök

Am Nachmittag nach dem Gottesdienst brachte Wurm interessierten Besuchern dann mit einer Fotodokumentation das Projekt noch näher, während der Orgelsachverständige Professor Hans-Christoph Becker-Foss die Orgel auch musikalisch noch einmal vorführte.

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