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Nach dem Ende der Saison geht es munter weiter: Winterstück feiert in Osterwald Premiere

Eine Freilichtbühne, die keine Pause kennt

Osterwald (sto). In diesem Sommer stand er als „Pokka“ in dem Nachmittagsstück „Mein Freund Wickie“ auf der Bühne. Hinter den Kulissen hat Marvin Koch das Team im Ressort Technik unterstützt. Ebenso in dem Abendstück „My fair Lady“. Einer besonderen Herausforderung stellt er sich nun in dem Winterstück „Weibsbilder“ der Autorin Claudia Wilke. Der 15-Jährige – bald ist er 16, wie er sagt – spielt einen jugendlichen Liebhaber. Und das gleich in drei Rollen. Am Wochenende war Premiere im voll besetzten Studiotheater der Osterwaldbühne.

veröffentlicht am 28.11.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 22:21 Uhr

Anja Machens-Mielzarek (hier als Ina): „Seit 13 Jahren ist die Bühne mein großes Hobby.“
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Dass er auch im Winter auf der Bühne steht, obendrein noch als Liebhaber der frivolen, aber nicht mehr „taufrischen“ Ina (gespielt von Anja Machens-Mielzarek) liegt an dem Männer-Engpass bei der Osterwaldbühne. „Mit den beiden Sommerstücken waren unsere wenigen männlichen Darsteller so eingespannt, dass sie für die Vorbereitungen auf das Winterstück keine Zeit mehr hatten“, sagt Sandra Gabriel, die mit den „Weibsbildern“ ihr Debüt als Spielleiterin gibt.

Ein sehr gelungenes Debüt, wie der 32-Jährigen am Ende der heiteren Aufführung mit viel Applaus bescheinigt wurde. Das Stück, das Bühnenmitglied Stephan Nickel ein wenig umgeschrieben hatte, handelt von einer Frauen-Wohngemeinschaft, die auf Männersuche ist. Fazit: Leichte Unterhaltung mit Niveau. Und wieder mit ganzer Arbeit des Maskenbildner-Teams um Thomas Feuersenger.

Marvin Koch ist als Retter einer Männerrolle eingesprungen. Der Liebhaber hätte sonst von einer weiblichen Darstellerin übernommen werden müssen. „Diese Rolle ist zwar etwas ungewohnt, aber sie macht Spaß und steckt voller neuer Erfahrungen“, sagt Marvin. Dass er fast das ganze Jahr über im Bühneneinsatz ist, macht ihm nichts aus. Zwar bleibe wenig Zeit für Freunde und Hobbys, aber das nehme er in Kauf. „Ohne die Bühne würde mir etwas fehlen“, betont der Gymnasiast.

„Das ganze Jahr über etwas zu tun“ hat Hartmut Höhne, der ein Auge auf die Technik hat.
  • „Das ganze Jahr über etwas zu tun“ hat Hartmut Höhne, der ein Auge auf die Technik hat.
Diesmal als Darsteller dabei: Marvin Koch in der Rolle des jugendlichen Liebhabers.
  • Diesmal als Darsteller dabei: Marvin Koch in der Rolle des jugendlichen Liebhabers.
„Die Bühne gehört zu meinem Leben“: Astrid Meyer-Reifurth als Yoga-Fanatikerin.
  • „Die Bühne gehört zu meinem Leben“: Astrid Meyer-Reifurth als Yoga-Fanatikerin.
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„Das ganze Jahr über etwas zu tun“ hat Hartmut Höhne, der ein Auge auf die Technik hat.
Diesmal als Darsteller dabei: Marvin Koch in der Rolle des jugendlichen Liebhabers.
„Die Bühne gehört zu meinem Leben“: Astrid Meyer-Reifurth als Yoga-Fanatikerin.
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Ganzjährig im Einsatz zu sein für die Osterwaldbühne ist für die meisten Mitglieder der ehrenamtlich tätigen, idealistischen Bühnenfamilie selbstverständlich. Vor und hinter den Kulissen. Meist in doppelter oder dreifacher Funktion. Die Vorbereitungen für jede neue Saison beginnen jeweils in der noch laufenden Saison. Nächste Woche werden schon die Rollen für das kommende Jahr verteilt. Ab Januar beginnen die Proben. Das Nachmittagsstück wird „Peter Pan“ sein, und als Abendstück ist „Dracula“ geplant.

Auch für Astrid Meyer-Reifurth ist die Osterwaldbühne ganzjährig „geöffnet“. Vor den Kulissen als Darstellerin, hinter den Kulissen beispielsweise als Kostümschneiderin. „Ohne die Bühne fehlt mir etwas“, betont die 53-Jährige, die in den „Weibsbildern“ als Yoga-Fanatikerin Astrid zu sehen ist. Wie die anderen Bühnenmitglieder ist sie stundenweise an vier Tagen in der Woche vor Ort. Durch das Winterstück auch in der Vorweihnachtszeit. Nein, das empfinde sie nicht als Stress. Ihr Hobby werde von ihrer Familie mitgetragen.

Auch für Anja Machens-Mielzarek ist der beinah ganzjährige Bühneneinsatz kein Problem. „Es macht einfach Spaß. Die Bühne gehört zu meinem Leben“, schwärmt die 43-Jährige. Hartmut Höhne, dessen „Bühnenleben“ vor 33 Jahren begann, ist der Mann in der Technik, beim Bühnenbau und in anderen Bereichen. „Das ganze Jahr über gibt es immer etwas zu tun“, betont der 67-Jährige. Das Miteinander von Jung und Alt, die Freude, dabei sein zu können – all das und vieles mehr schätze er an der Bühne.

Das Winterstück war nach dem Bau des Spielerheims 2003 ins Leben gerufen worden. „Es war ein Experiment“, erinnert sich Solveig Everding, die Vorsitzende des Bühnenvereins. Mittlerweile sei das Studiotheater, das es bei einigen anderen Freilichtbühnen auch gebe, zu einer festen Einrichtung geworden.

Karten für die weiteren acht Vorstellungen zu bekommen, ist Glückssache, denn alle Vorstellungen sind ausgebucht. Manchmal jedoch werden Karten aus Krankheitsgründen zurückgegeben.

Martin Prüße als „Frauenschwarm Joachim“ mit Marianne Ohlmer als WG-Bewohnerin Julia und mit Carolina Pozo Luna als WG-Bewohnerin Sina (v.li.). Beiden Frauen graut es vor den Annäherungsversuchen Joachims.

Fotos: sto

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