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Stelen-Pfad soll an historisches Handwerk erinnern / Lauenstein hatte hohen künstlerischen Standard

Eine Einladung zur gläsernen Spurensuche

Hier wurden auch Maggi-flaschen hergestellt: Von 1852 bis 1926 gab es die Glashütte auf der Sümpelbreite.

veröffentlicht am 17.02.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 13:21 Uhr

Begehrtes Sammelobjekt: Lauensteiner Glas.  Foto: Hamelner Museu
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So wie bei diesem Beispiel, könnte eine Glas-Stele aussehen. Auf jeder Stele soll mit einem erläuternden Text und einer Bilddarstellung die Geschichte des Glasgewerbes sichtbar gemacht werden.

Salzhemmendorf/Osterwald/Bad Münder (sto). Die Region Deister/Süntel/Osterwald birgt Schätze zum Sehen und Anfassen in Hülle und Fülle. Aber es gibt auch einen verborgenen Schatz. Derzeit liegt er zwar noch im Dornröschenschlaf, doch bald soll er geweckt werden. In Zusammenarbeit mit dem Flecken Salzhemmendorf und der Stadt Bad Münder sowie mit Unterstützung des Vereins zur Förderung des Bergmannswesens Osterwald möchte der Verein „Forum Glas“ aus Bad Münder mit einem „Glas-Stelen-Pfad“ die einstige Tradition der Glasherstellung sichtbar machen und Einheimische sowie Gäste einladen zu einer gläsernen Spurensuche.

An den ehemaligen Glashüttenstandorten Osterwalds sollen drei Glas-Stelen installiert werden – am Steigerbrink/Kurhausbrink, wo sich von 1701 bis 1887 die „Lauensteiner Glashütte“ befand, in der Heidestraße in der Nähe des alten Forsthauses, dort war von 1775 bis 1776 die „Fensterglashütte „am „Hemmendorfer Dreisch“ eingerichtet, sowie im Bereich „Auf der Glashütte/Hüttentor“. Dort befand sich von 1852 bis 1926 die „Reußesche Glashütte auf der Sümpelbreite“. Hergestellt wurden zunächst weißes und grünes Hohl- sowie Medizinglas, später dann Spiritus-, Maggi-, Wein- und Bierflaschen, die an Brauereien und Kellereien in der ganzen Welt verschickt wurden. In der Lauensteiner Glashütte, die wegen ihres hohen technischen und künstlerischen Standards große Bedeutung hatte, wurde zunächst Kristallglas produziert. Später kam blaues Glas hinzu, und an einigen Gläsern wurden ein blauer Rand oder eine Randvergoldung angebracht, die nirgends besser gewesen sein soll als im Osterwald, wie nachzulesen ist in dem 2004 vom Verein zur Förderung von Dorfentwicklung und Fremdenverkehr Osterwald herausgebrachten Buch „Auf den Spuren der industriellen Vergangenheit“. Die „Lauensteiner Gläser“, die so genannt wurden, weil Osterwald einst zum „Amt Lauenstein“ gehörte, sind heute begehrte Sammelobjekte.

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An dem Entwurf für die Stelen wird noch gearbeitet. Sie werden etwa 1,90 Meter hoch und 60 Zentimeter breit sein. „Auf jeder Stele soll mit einem erläuternden Text und einer Bilddarstellung die Geschichte des Glasgewerbes sichtbar gemacht werden“, so Hermann Wessling, Vorsitzender von Forum Glas. Der in Bad Münder ansässige Verein ist Träger des Leader-Projekts „Glas-Stelen-Pfad in der Glasregion Deister/Süntel/Osterwald“. Auch in Bad Münder sollen drei Stelen aufgestellt werden – zwei im Kernort und eine in Klein Süntel, dem ältesten Glashüttenstandort. Mit den Stelen sollen historische Industriestandorte vernetzt und eine fast 400-jährige Industriegeschichte lebendig gemacht werden. Die Projektumsetzung erfolgt voraussichtlich im April 2010. Die Gesamtkosten betragen etwa 18 000 Euro. 5400 Euro werden aus EU-Mitteln bereitgestellt. Salzhemmendorf will sich mit 2000 Euro beteiligen, wie der Ausschuss für Kultur und Tourismus empfohlen hat.



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