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Telekom war Schuld: Mutter wartet vergeblich auf dringenden Rückruf des Arztes

Ein Notfall – und dann ist das Telefon defekt …

Brünnighausen (ist). Als sie am nächsten Tag wusste, dass nicht der Notdienst, sondern die gestörte Telefonleitung schuld war, dass ihre Tochter dringend benötigte, ärztliche Hilfe in der Nacht nicht bekommen hatte, sagte sich Sandra Brunow zunächst: Vergiss es. Weil es Malin (4) wieder besser ging, was ja das Wichtigste sei. Das Ganze also „nur“ eine Telekomärgergeschichte war, die sich so oder so ähnlich wohl tagtäglich zigmal in Deutschland abspiele. Weiß man ja. Schließ- und letztlich sei die Familie mit Malinas hohem Fieber auch allein fertig geworden. Ohne telefonische Verbindung und ohne den ärztlichen Bereitschaftsdienst aus Hameln, der sie nicht erreichen konnte. Und Sandra Brunow, 41, Teilzeitkraft und Alleinerziehende, spielte eine Runde „Mensch ärgere dich nicht“ mit Sohn Marvin (8), dessen Freund und Tochter Malina, die nach unzähligen Wadenwickeln nicht mehr fieberte; hastete mit bunten Hütchen über ebenso bunte Felder, schmiss raus, wurde rausgeschmissen und versuchte von der Wahnsinnssorge einer langen Nacht ohne Hilfe mit dem glühenden Kind im Bett irgendwie runterzukommen. Als sie dann aber zwei Tage später in der Dewezet las, dass eine demente Seniorin in der Nachbarschaft wochenlang aufgrund von Leitungsstörungen keinen Kontakt zum lebenswichtigen Notruf, dafür aber viel Ärger mit der Telekom hatte, war ihr klar, dass die Sache mit Hütchenschieben allein für sie nicht erledigt sein konnte.

veröffentlicht am 03.03.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 15:41 Uhr

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Was war passiert? Am 25. Januar hatte Brunow gegen 18.30 Uhr und noch einmal um 20 Uhr den ärztlichen Bereitschaftsdienst in Hameln angerufen, da ihre Tochter extrem hohes Fieber hatte, nicht transportfähig war und auch der schlafende Sohn nicht alleingelassen werden konnte. Aufgrund eines Notfalls, hieß es, müsse sie sich gedulden. Der Arzt würde zurückrufen und fachliche Auskunft erteilen.

Brunow legte das Telefon neben das Bett, wartete, machte Wickel für Wickel – irgendwie ging die Nacht vorbei, aber nichts klingelte. Man habe sich Sorgen gemacht, weil sie die ganze Nacht hindurch nicht erreichbar und ihr Anschluss besetzt war, hörte sie am nächsten Morgen, als sie wieder beim Bereitschaftsdienst anrief…

Was nun das Ganze mit der Telekom zu tun hatte, sollte sich erst zwei Wochen später klären: Als die Brünnighäuserin, die sonst meist per Handy kommuniziert, vergeblich auf fest verabredete Festnetzanrufe wartete, während sich Anrufer am anderen Ende der Verbindung über das stundenlange Besetztzeichen wunderten und sie schließlich nur über Handy erreichten. Es folgte die Kontaktaufnahme mit der Störungsstelle, die Leitung wurde durchgemessen, „alles okay“ festgestellt, aber das Besetztzeichen blieb. „Mein Telefon machte weiter, was es wollte – mal besetzt, mal frei, mal erreichbar, mal nicht, null Sicherheit. Bin ich nun Kunde der Telekom und zahle nicht schon genug, sodass ich eine Störungsbeseitigung erwarten kann?“ Auf die versprochene Kontaktaufnahme der Störungsstelle wartete Sandra Brunow fast drei Wochen vergeblich. Bis auf Nachfrage der Dewezet bei der Telekom alles ganz schnell ging: Einen Tag später rief ein Mitarbeiter aus Bonn über Handy bei ihr an, versprach, sich persönlich um ihren Fall zu kümmern, von dem er „über Ihre Presse“ erfahren habe und schickte Techniker. Jetzt hört der Anrufer, so wie es sein soll, das Freizeichen beim Festnetzanschluss von Sandra Brunow. „Ohne Hilfe der Zeitung“, meint sie heute, „hätte ich den Anruf aus Bonn und die störungsfreie Leitung wohl nie bekommen.“

„Mensch ärgere dich nicht“ – bei Ärger mit der Telekom nicht wirklich hilfreich, sagt Sandra Brunow.

Foto: ist



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