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Emil-Isermeyer-Haus feiert 50-jähriges Bestehen

Ein Kunstwerk zum Jubiläum

veröffentlicht am 16.09.2016 um 16:30 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 09:28 Uhr

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Autor:

Björn Stöckemann
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Dieses Jubiläum feierten Bewohner, Mitarbeiter, Angehörige und viele Gäste aus der Gemeinde mit dem traditionellen Weinfest. Ein besonderes Geburtstagsgeschenk machten sich die Bewohner selbst. Unter Anleitung des Hildesheimer Künstlers Burkhard Aickele und dessen Jahrespraktikanten Maxymilian Stasiak haben sie ein riesiges Gemälde gemalt. Fünftklässler der Kooperativen Gesamtschule Salzhemmendorf, Kinder aus der Regenbogen-Kita Betheln, Schüler des Diakonischen Bildungszentrums in Alfeld und andere Helfer haben mitgewirkt und eine 45 Quadratmeter große Plane bemalt.

Die Idee entstand vor einem Jahr, weil sich Fachbereichsleiter Henning Brandes, Wohnbereichsleiterin Meike Elste und Katrin Angelstein, Bereichsleiterin der Tagesförderung, bessere Aussichten wünschten. Durch die Hanglage des Hauses blicken einige Bewohner von ihrem Fenster aus nämlich auf eine Stützmauer. Wenig ansehnlich, fanden auch Aickele und Stasiak. Darum regten beide an, die Wand gemeinschaftlich zu gestalten.

Der ursprüngliche Plan von Sprayer Stasiak, das Mauerwerk direkt zu bemalen, scheiterte an der porösen Oberfläche. Die Alternative: eine wetterresistente Lkw-Plane. Sie wurde in der Scheune der Bethelner Familie Kemmerer über mehrere Monate bemalt. Denn in Osterwald wäre es beispielsweise für Rollstuhlfahrer nicht möglich gewesen, teilzunehmen. So konnte jeder seiner Kreativität freien Lauf lassen. „Plötzlich pinseln Menschen auf einem Gerüst in drei Meter Höhe, die vorher Berührungsängste hatten“, freut sich Aickele. „Ich finde, das Ergebnis spricht jetzt für sich“, fügt Brandes hinzu. Das Bild hing während des Festes von Balkonen des Hauses, damit alle Besucher es sehen können. Bevor es an seinen tatsächlichen Platz zieht, kommt ein Schutzlack darauf. Damit die Acryl-Farben mindestens die kommenden 50 Jahre überdauern. So lange gibt es das Emil-Isermeyer-Haus mittlerweile schon. 1966 fiel das umstrittene Wembley-Tor, Ludwig Erhardt räumte das Kanzleramt und in Osterwald öffnete ein neues Gebäude seine Türen. Ursprünglich war der Bau als Pensionsheim für Eisenbahner vorgesehen. Der Investor verkalkulierte sich jedoch noch während der Bauarbeiten, sodass die Diakonie das Haus übernahm. Zuerst lebten dort ausschließlich Frauen. 1999 zog der erste männliche Bewohner ein. In all den Jahren hat sich auch sonst viel geändert. Die ersten Bewohnerinnen waren noch in Fünf- bis Sechs-Bett-Zimmern untergebracht. Mittlerweile leben alle in eigenen Zimmern. „Sie haben sich immer mehr geöffnet, zum Beispiel mit solchen Festen, und gehören zu unserer Dorfgemeinschaft“, betont Wolfgang Döbler, stellvertretender Ortsbürgermeister von Osterwald.

Seitdem gestalten die Bewohner und Mitarbeiter des Emil-Isermeyer-Hauses den Lebensraum in und um die Einrichtung aktiv mit. Beim Weinfest präsentierten sich die Bewohnervertretung und die Tagesförderstätte Leinebergland, die DLRG war vor Ort, das Quartetto DaCapo, die Külf Brass Band, DJ Heiko Buschmann, Nicola Druff und der Bläserchor Osterwald sorgten für Musik und Bruno Ehm für Zaubertricks. „Für die Vereine ist es Normalität, hier zu sein, und diese Wertschätzung ist eine wertvolle Rückmeldung für uns“, freut sich Brandes. Eine weitere Premiere war der erste gemeinsame Gottesdienst mit Pastor Frank Hüsemann von der Diakonie und Pastor Teje Limmer von der Gemeinde in Osterwald. Die Verantwortlichen hoffen, dass dies keine einmalige Aktion bleibt. Genug Zeit für Neugestaltungen ist ja vorhanden: Die nächsten 50 Jahre sind gerade erst angebrochen.



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