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Lustiges und Besinnliches – bis hin zum „kranken Weihnachtszirkus“

Ein Fest mit vielen Gesichtern

Marienau. Wohl kaum ein Fest hat so viele Gesichter wie Weihnachten. Von fröhlich, besinnlich, traurig, nachdenklich bis hin zu sozialkritisch – alles ist drin. Die bunten Facetten des Christfestes beleuchten die Kulturinitiative „Unser Dorf liest“ und die Dorfgemeinschaft Marienau seit Jahren in ihrer Weihnachtslesung in der Kapelle St. Marien. Diesmal wurde am zweiten Adventssonntag gelesen. Ein Flötentrio rundete die Veranstaltung mit bekannten Weihnachtsliedern ab.

veröffentlicht am 16.12.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 23:21 Uhr

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Autor:

Christiane Stolte
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Ernst Wöbbeking hatte 14 Texte auserwählt, wie sie unterschiedlicher nicht hätten sein können. Lustig beispielsweise das Gedicht des Schriftstellers James Krüss „Heute tanzen alle Sterne, und der Mond ist blank geputzt. Petrus in der Himmelsferne hat sich seinen Bart gestutzt.“ Besinnlich dann die Geschichte „Wie Ochs und Esel an die Krippe kamen“ von Karl-Heinrich Waggerl.

„Wir wollen aber nicht nur weichgespülte Krippengeschichten präsentieren“, betonte Wöbbeking. Deshalb hatte er auch Texte auserwählt, in der reale Not, soziale Gerechtigkeit und Scheinheiligkeit entlarvt wurden. Letzteres auf den Punkt gebracht beispielsweise mit der Weihnachtsgeschichte von Udo Lindenberg, in der Jesus vom Himmel aus den „kranken Weihnachtszirkus“ betrachtet und sich dabei denkt: „Diese traurigen, scheinheiligen Christen, lamettabehangene Alibi-Abholer einmal im Jahr.“

Da Wöbbeking aber „seine“ Marienauer kennt, weiß er, dass sie am liebsten heitere und sorgenfreie Geschichten hören möchten. Gern darf auch aus dem Nähkästchen geplaudert werden. Dass hinter jedem starken Mann eine starke Frau steckt, ist hinreichend bekannt. Wer wusste aber, dass das auch auf den Weihnachtsmann zutrifft? Seine bessere Hälfte, die „Weihnachtsfrau“, agiert im Hintergrund und muss schlichtweg an alles denken, immer hoffend, dass ihr Mann beim Verteilen der Geschenke nichts durcheinanderbringt – nachzulesen in der Geschichte „Die Weihnachtsfrau“ von Andrea Schomburg. Als Wöbbeking den letzten Text des Abends ankündigte, stand den Zuhörern die Vorfreunde ins Gesicht geschrieben. Wie versprochen, las Waldemar Büchert nämlich wieder einmal eine Geschichte in ostpreußi-schem Dialekt. Diesmal war es die humorvoll-schlitzohrige Erzählung „Das Wunder von Striegeldorf“ aus der Feder von Siegfried Lenz, einem Landsmann von Büchert. Zwei im Gefängnis einsitzende Männer schleichen sich davon, um das Weihnachtsfest an einem angenehmeren Ort zu verbringen. Aus Brot- und Lebkuchenresten formen sie ihre Ebenbilder, legen diese ins Bett und ver-schwinden durch das Gitterfenster.



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