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Landesbischof Bisperode

Ein Fass Bier für Bruder Martin

BISPERODE. Der Lutherspruch: „Der Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemand untertan. Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan“, stand im Mittelpunkt der ersten Aktion der „Sommerkirche“ der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover.

veröffentlicht am 26.06.2017 um 14:01 Uhr
aktualisiert am 26.06.2017 um 17:10 Uhr

Der Kirchenchor Coppenbrügge trägt gemeinsam mit dem Singkreis der Kirchengemeinde Am Ith zur musikalischen Umrahmung bei. Foto: gs

Autor:

Günther Spätlich
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Die Peter- und Paul-Gemeinde in Bisperode hatte dazu hohen Besuch eingeladen – Landesbischof Ralf Meister startete in der sehr gut besuchten Kirche in Bisperode diese Aktion.

Und der Landesbischof wäre nicht der Landesbischof, wenn er diesen Widerspruch des Lutherwortes in sich nicht hätte interpretieren können. Deshalb meinte auch Bisperodes Pastorin Martina Frost bei der Begrüßung: „Wir sind hier alle gespannt darauf, was es dazu zu sagen gibt. Martin Luther war ja auch dafür bekannt, dass er so manche kernigen Sprüche auf Lager hatte.“

Landesbischof Ralf Meister ließ sich dann auch nicht lange Bitten. Er ging, nachdem er festgestellt hatte, dass er – obwohl über 500 Kirchengemeinden zu seinem Aufgabengebiet gehören – hier in Bisperode schon einmal war, sofort in medias res. Die Kernaussage in dem Lutherwort war die Freiheit, die bei uns jeder Einzelne genießt respektive genießen kann, die aber auch Einschränkungen beinhaltet. „Die persönliche Freiheit, wie wir sie heute bei uns kennen, kann man nicht genauso übertragen, wie Martin Luther sie gemeint hat. Immerhin sind seine Gedanken zur Freiheit vor 500 Jahren entstanden, als ein ganz anderes gesellschaftliches Leben herrschte und die Menschen in ganz andere Zwänge eingebunden waren. Wenn jeder heute Luthers Worte so interpretiert, wie er es will, liegt er falsch und berücksichtigt nicht die Umstände zu Zeiten Martin Luthers“, so der Landesbischof.

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Zum Besuch von Bischof Ralf Meister (r.) sind die Bänke in der Peter- und Paul-Kirche in Bisperode dicht besetzt. Fotos: gs
  • Zum Besuch von Bischof Ralf Meister (r.) sind die Bänke in der Peter- und Paul-Kirche in Bisperode dicht besetzt. Fotos: gs

Deshalb hat der scheinbare Widerspruch auch seine klare Bedeutung: „Wir sind auch heute noch vielen Regeln unterworfen, völlig ohne Bindung leben ist nicht der lutherische Begriff der Freiheit“, so noch einmal Ralf Meister. Nun konnte man in viele nachdenkliche Gesichter schauen und man merkte, dass Luthers Worte bei vielen doch Eindruck hinterließen.

Um es aber nicht allzu ernst werden zu lassen, lockerte der Landesbischof die Zuhörer auf, indem er davon erzählte, dass Martin Luther auch durchaus weltlichen Genüssen nicht im Wege stand. Insbesondre soll er ein Freund des Einbecker Bieres, des dunkel gebrauten gewesen sein. Als er schon einige Berühmtheit erlangt hatte, schenkte ihm deshalb die Brauerei ein Fass, wobei man wissen muss, dass seinerzeit das Maß eines Fasses 420 Liter betrug.

Zur Umrahmung des Gottesdienstes trug der gemeinsame Auftritt der Kirchchöre Coppenbrügge mit dem Singkreis der Kirchengemeinde Am Ith bei. Weiter geht es im Rahmen der Veranstaltungen: „Acht ganz besondere Gottesdienste mit acht ganz besonderen Predigern unter dem Motto: Dem Volk aufs Maul geschaut“ Sonntag, 2. Juli, 17 Uhr, in Harderode.

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