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Dachrinnen und Fallrohre im Klostergarten gestohlen / Dorfgemeinschaft erstattet Anzeige gegen Unbekannt

„Ein derber Tritt ins Kreuz der Ehrenamtlichkeit“

Marienau (ist). Auf Dachrinnen- und Fallrohre hatten es bislang unbekannte Täter im Klostergarten Marienau abgesehen. Zurück bleiben Wut und Enttäuschung bei denen, die das Kleinod durch ihre ehrenamtliche Arbeit hegen und pflegen. „Natürlich freuen wir uns über jeden Besucher des Klostergartens, denn das ist ja auch Anerkennung unserer Arbeit. Auf Gäste wie diese können wir allerdings mit Kusshand verzichten!“ Gerhard Godt (66) ist sauer. Am Ende des schmalen Pfades zwischen schnurgerade geschnittenen Buchsbaumeinfassungen der Kräuterbeete weist er am Gartengerätehaus kopfschüttelnd auf verbogene Halterungen der Regenrinnen und Fallrohre hin, die nichts mehr zu halten haben.

veröffentlicht am 23.11.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 22:21 Uhr

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Schönheit will gepflegt sein, mitunter auch mit Harke und Spaten, die ihrerseits nicht ohne Pflege funktionstüchtig sind. Das weiß jeder Gartenbesitzer, und die „Kräutergärtner“ machen da keine Ausnahme. „Wir sind eine routinierte Rentnertruppe, Durchschnittsalter 70 – so über den Daumen gepeilt“, überschlägt Godt. Damit ihr Kräutergarten – eins der zertifizierten grünen Kleinodien unter den Parkanlagen der Region – sich rund ums Jahr den Besuchern auch als solches präsentiert, wird seit Jahren regelmäßig, über Stunden ehrenamtlich gegärtnert, das Werkzeug gepflegt und weggeschlossen.

Eigens zu diesem Zweck hatte die Firma Wini 2003 für das Gartengelände ein Holzhäuschen gesponsert und aufgebaut, die ortsansässigen Dachdeckerbetriebe Luchnik und Vönöky übernahmen Schiefereindeckung, Regenrinnen, Fallrohre und deren fachgerechte Montage. Neben Gartengerät sind auch Bänke dort untergestellt, die bei geselligen Veranstaltungen, wie zuletzt dem Treffen der Kinder zum Start des Martinssingens durch den Ort, Verwendung finden. „Das hier ist gemeinsam mit der Kapelle ein ausgesprochen lauschiges und lebhaft frequentiertes Plätzchen für die Dorfgemeinschaft“, sagt Godt, „in das wir gerne viel Zeit investieren.“ Im vergangenen Jahr ist der Klostergarten in die Reihe von dreizehn ausgewählten Parkanlagen des Landkreises aufgenommen worden. Im Flyer „Gärten aus Meisterhand“ lädt er neben dem Schlosspark Hämelschenburg und dem Kurpark Bad Pyrmont nicht nur Touristen zu einer Reise durch kulturhistorisch wertvolle Gartenanlagen der Region ein. „Das ist uns Verpflichtung, braucht viel Zeit und macht Spaß – solange so etwas wie das hier nicht passiert!“ Da herrscht Einigkeit bei den Kräutergärtnern. „Wir werden den Schaden selbst beheben und investieren müssen“, resümiert Fritz Bretzing, Sprecher der Dorfgemeinschaft. Anzeige gegen unbekannt habe er erstattet. Die Hoffnung auf Erfolg sei nicht wirklich riesig. „Wieder mal ein derber Tritt ins Kreuz der Ehrenamtlichkeit“, sagt er.

Gerhard Godt greift ins Leere – die verbogenen Halterungen der Regenrinnen haben nichts mehr zu halten, auch die Fallrohre wurden gestohlen.

Foto: ist

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