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Kulturgemeinschaft Hemmendorf lässt historische Fahne von 1906 wieder aufarbeiten

Ein besonderes Stück Stoff aus alten Zeiten

In aufwendiger Handarbeit wurde die über 100-jährige Hemmendorfer Fahne wieder in einen ansehnlichen Zustand versetzt. Barbara und Peter Fischer, Meister im Stickerhandwerk, haben über 80 Arbeitsstunden daran gearbeitet.Foto: top

veröffentlicht am 08.04.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 09:21 Uhr

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Hemmendorf (top). Nach über 100 Jahren war es Zeit, die Hemmendorfer Fahne aus dem Jahr 1906 zu restaurieren – in aufwendiger Handarbeit wirkten zwei geübte Schneider mehr als 80 Stunden an dem teils schon eingerissenen Stoff. Ziel war es, das Unikat aus Fahnenseide, das mit einem Löwen sowie zahlreichen Pflanzenranken aus hochwertigen Garnen bestickt ist, wieder in einen sehenswerten Zustand zu versetzen. Durch die lange Zeit der unfachgemäßen Lagerung hatten sich in dem hochwertigen Stoff feuchte Stellen und Schimmel gebildet, die die feinen Fasern schädigten und brüchig werden ließen. „Bevor die Fahne weitere Schäden nimmt, war es uns wichtig, dieses besonders schöne Erinnerungsstück an vergangene Zeiten zu erhalten“, sagte der erste Vorsitzende der Kulturgemeinschaft Dieter Georgi, die sich die Restaurierung auf die Fahne geschrieben hatte. Eine Arbeit, zu der viele einzelnen Schritte notwendig waren.

Motive auf Pergament übertragen

Bevor es an die Arbeit ging, wurde die gesamte Fahne mittels Pergamentpapier mit ihren Stickereien übertragen, um später das Motiv wieder an seinen Ursprungsplatz setzen zu können.

Nachdem die hochwertigen Stickereien mit einem Viskosegarn ausgebessert worden waren, erfolgte die Feinarbeit. Mit einer feinen Schere schnitten die Mitarbeiter einer Firma, die sich auf die Restauration von alten Fahnen spezialisiert hat, die Stickereien aus, um sie später wieder auf den neuen Fahnenrips aufzubringen. Neben einem geübten Auge ist eine ruhige Hand für diese zeitaufwendige Arbeit notwendig. „Man muss sich wirklich sehr konzentrieren“, sagte Dieter Georgi, der die Restaurationsarbeiten verfolgte. Schließlich soll die Fahne nach der Überarbeitung als Schmuckstück für Hemmendorf noch viele Jahre ihren Reiz und die Schönheit behalten.

Als Stammes- oder auch Feldzeichen sind Fahnen und Flaggen schon seit dem frühen Altertum aus dem Morgenland bekannt. Auch zu Zeiten der Römer hatten die teilweise sehr aufwendig gefertigten und immer gut behüteten Stoffstücke ihre Verwendung. Ob als Symbol in einer Schlacht, wo es darum ging, die gegnerische Fahne als Zeichen des Triumphes über den Gegner einzunehmen oder heute schlicht als Schmuckstück und Erinnerung an vergangene Zeiten – so auch bei der Hemmendorfer Kulturgemeinschaft.

Eine ganz wichtige Frage musste allerdings auch im Vorfeld der Restaurierung geklärt werden – nämlich die der Finanzierung. So stellte sich für die Kulturgemeinschaft die Frage, wie die Kosten in Höhe von 3500 Euro aufgebracht werden konnten. Dank zahlreicher Spenden kamen bereits 2800 Euro zusammen, den Rest trägt die Kulturgemeinschaft.

Erlös des Osterfeuers für die Restaurierung

Um auch hier noch ein kleines finanzielles Polster zu schaffen, geht der Reinerlös des von der Kulturgemeinschaft einmalig ausgerichteten Osterfeuers in Hemmendorf am Sonntag, 12. April zugunsten der alten Kriegerfahne. Mit dem traditionellen Fackelumzug wird das Osterfeuer um 19.30 Uhr eingeläutet, um ab 20 Uhr mit dem Anzünden des Feuers zu beginnen. Für 21 Uhr ist der Start von Himmelsleuchten, in Anlehnung an alte Traditionen, vorgesehen. Die musikalische Untermalung der Veranstaltung wird vom Hemmendorfer Bläsercorps vorgenommen.

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