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Unabhängiges Gutachten: Raumangebot in Salzhemmendorf reicht trotz Schulschließungen aus

Ein Anbau ist zunächst nicht notwendig

Salzhemmendorf. Es ist zunächst nicht erforderlich, über einen An- oder Umbau an die Grundschule Salzhemmendorf nachzudenken. Noch reichen die dortigen Raumkapazitäten aus, um die Schüler aus Lauen-stein und Wallensen nach der Schließung der dortigen Grundschulen in diesem beziehungsweise im nächsten Jahr aufzunehmen. Das hat ein Gutachten ergeben, das die Niedersächsische Landgesellschaft mbH (NLG) im Auftrag des Fleckens Salzhemmendorf erstellt hat. Die NLG ist ein gemeinnütziges Unternehmen für die Entwicklung des ländlichen Raums, dessen Ziel es ist, die Wirtschaftskraft und Lebensqualität in Niedersachsen zu erhöhen. Hauptgesellschafter ist das Land Niedersachsen.

veröffentlicht am 06.06.2013 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:25 Uhr

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Kerstin Hasewinkel

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Kerstin Hasewinkel Stv. Redaktionsleiterin zur Autorenseite
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Auftrag war, die räumlichen Kapazitäten des künftigen zentralen Schulstandortes Salzhemmendorf zu prüfen – auf Basis des Grundschulentwicklungskonzeptes, das der Rat beschlossen hat. Das Gutachten der Landgesellschaft hat daher ausdrücklich nur die Umsetzungsmöglichkeiten der Variante „Standort in Salzhemmendorf“ unter baulichen und infrastrukturellen Aspekten geprüft. „Nur wenn sich die Option der Zusammenlegung aller bisherigen Grundschulstandorte politisch und/oder wirtschaftlich als unzureichend erweisen sollte“, sollen andere Varianten geprüft werden, heißt es in dem Papier. Die NLG wurde auch beauftragt, zu prüfen, ob sich die Schülerzahlen über die feststehenden Geburtenjahrgänge hinaus zu einer Dreizügigkeit entwickeln oder gegebenenfalls sogar eine Zweizügigkeit zu erwarten ist.

„Eine Dreizügigkeit im gesamten Flecken ist bereits im kommenden Schuljahr 2013/14 gegeben“, fasst Florian Gunkel, Projektleiter Dorf-, Stadt- und Regionalentwicklung, zusammen. Die Grundschule Oldendorf sei von einer dauerhaften Zweizügigkeit „weit entfernt“, nur zwei der nächsten fünf Jahrgänge werden dort zweizügig. Die Klassenstärke in diesen Jahrgängen sei allerdings sehr gering, weshalb auch die NLG zu dem Schluss kommt, ein einziger Standort ermögliche eine verhältnismäßig ausgeglichene Klassengröße. Die sinkenden Schülerzahlen im Flecken machten eine Zusammenlegung von Standorten notwendig. Wie berichtet, strebt das Grundschulentwicklungskonzept des Rates mittelfristig an, nur noch einen Grundschulstandort zu betreiben. In dem Beschluss heißt es, die Schule Oldendorf „ist zu schließen, wenn die Zweizügigkeit dauerhaft nicht mehr gewährleistet ist. Die Einstellung des Unterrichtsbetriebes mit Beginn der Sommerferien 2018 ist beabsichtigt“. Auf Nachfrage wurde im – von großem Einwohnerinteresse begleiteten – Bildungsausschuss betont, dass das Jahr lediglich anvisiert sei und es sich bei allen langfristigen Berechnungen um Prognosen handele. Sollten sich die Schülerzahlen anders entwickeln, sei auch ein Bestehen der Saaletalschule über das Jahr 2018 hinaus möglich.

Nach einer Schließung der Schule in Oldendorf ergibt sich laut Gutachten in Salzhemmendorf voraussichtlich ein erhöhter Raumbedarf, da eine durchgängige Dreizügigkeit für den gesamten Flecken von heute bis zum Schuljahr 2026/2027 voraussichtlich gegeben ist. Geschaffen werden müssten drei zusätzliche Klassenräume, jeweils ein Ruhe-, Sonder- und Abstellraum. Möglich sei dies durch bauliche Erweiterungen, deren Kosten die NLG mit 1,072 Millionen Euro berechnet hat – darin enthalten sind Baukosten für die inklusive Beschulung, die ohnehin und auch sofort erfolgen müsse.

Ob eine Dreizügigkeit auch nach dem Schuljahr 2026/27 notwendig sein wird, könne aufgrund fehlender statistischer Prognosezahlen nicht ermittelt werden. Es sei allerdings deutlich, dass die Zahl der Schulanfänger weiterhin deutlich abnehmen werde und die drohende Zweizügigkeit nur knapp verfehlt wird.

Zunächst ist also eine Erweiterung des Gebäudes in Salzhemmendorf nicht notwendig. „Das gibt uns Zeit, sorgfältig abzuwägen“, meint Karl-Heinz Grießner (SPD), der den Ratsbeschluss durch das Gutachten bestätigt sieht. Das Ergebnis, das in den Fraktionen noch detaillierter beraten werden soll, habe die Grundannahmen belegt. Zurzeit keinen Handlungszwang sieht auch Wilhelm

Koops (Grüne) – schließlich wolle man sich auch später nicht vorhalten lassen müssen, einen „Palast“ gebaut zu haben, der dann nicht mehr notwendig sei. Friedrich-Wilhelm Knust (CDU) forderte von der Mehrheitsgruppe, nicht „um den heißen Brei herumzureden“, sondern eine Entscheidung herbeizuführen. Manfred Roth (SPD) entgegnete, es sei unsinnig, aufgrund von Prognosen über einen Anbau abzustimmen. Elternvertreterin Elke Sanderschäfer gab zu bedenken, dass Eltern Planungssicherheit haben müssten. „Wohlwollend“ nahm Thomas Hampe (Aktive Bürger) zur Kennntis, dass deutlich gesagt wurde, auch ein Bestehen der Schule in Oldendorf über 2018 hinaus sei möglich – kündigte zugleich aber an, die Aktiven würden auf keinen Fall weiteren Investitionen für Anbauten zustimmen, egal, in welchem Jahr.

Udo Stenger (BWG) fordert unterdessen, konkret zu werden, und hat für die Ratssitzung einen Antrag mit einem entsprechenden Beschlussvorschlag angekündigt, den er noch formulieren müsse.

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