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Flecken Salzhemmendorf ließ Monumente für Gefallene der Weltkriege inspizieren

Ehrenmal in Schieflage

SALZHEMMENDORF. Insgesamt 15 christliche und vier jüdische Friedhöfe gibt es im Bereich des Fleckens Salzhemmendorf.

veröffentlicht am 16.11.2018 um 15:54 Uhr
aktualisiert am 16.11.2018 um 18:00 Uhr

Das Kriegerdenkmal auf dem Friedhof in Levedagsen ist stark sanierungsbedürftig. Foto: ms
Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Coppenbrügge-Salzhemmendorf zur Autorenseite
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Auf Anregung des Ausschusses für Kultur, Tourismus und dörfliches Leben fand jetzt eine Begutachtung der Kriegerdenkmäler und Ehrenmale durch das Ingenieurbüro Habenicht aus Oldendorf statt. Ausschussvorsitzender Karl-Heinz Grießner: „Wir hatten seit Jahren nicht an diesem Thema gearbeitet.“

Michael Pauleßen von der Gemeindeverwaltung Salzhemmendorf fasste als Ergebnis der Begutachtung zusammen, dass bei den meisten Kriegerdenkmälern nur Kleinigkeiten zu bemängeln waren. So ist beispielsweise nachzuverfugen, sind Einfassungen zu erneuern oder Bewuchs zu entfernen. Hierfür muss nur ein kleinerer Grundbetrag in den kommenden Haushalt eingestellt werden. Die Ortsräte sollen noch zu den Maßnahmen an ihren Denkmälern gehört werden. Die Sanierungsarbeiten können dann umgehend entweder mit eigenen Bauhofkräften oder mit noch zu beauftragenden Firmen in Angriff genommen werden, so der Verwaltungsfachmann. In einigen Fällen hatte das Ingenieurbüro in seinem Maßnahmenkatalog eine Reinigung der steinernen Mahnmale mit einem Hochdruckreiniger empfohlen. Hier mahnte der Ausschuss an, nach schonenderen Reinigungsmethoden zu suchen.

Ein größerer Schaden wurde am Denkmal auf dem Friedhof in Levedagsen entdeckt: Das Ehrenmal neigt sich nach vorn und weist eine deutliche Schieflage auf, wodurch die Standsicherheit gefährdet ist. Ursache der Schieflage sind die Wurzeln von zwei unmittelbar neben dem Denkmal stehenden alten Bäumen. Sie haben den Denkmalsockel angehoben und in Schräglage gebracht, sodass ein Umstürzen nicht auszuschließen ist. Da die Bäume auf jeden Fall erhalten bleiben sollen, besteht nur die Möglichkeit, das Denkmal auf dem Friedhof an geeigneter Stelle umzusetzen. Die grob geschätzten Kosten hierfür werden sich auf etwa 15 000 Euro belaufen. Im Haushaltsplanentwurf für das Jahr 2019 wurde ein Betrag von 16 000 Euro eingestellt. Abstand genommen hat der Ausschuss von der Alternativ-Lösung, die alten Bäume zu fällen, das Denkmal vom Sockel abzunehmen, den Sockel zu richten und das Denkmal wieder neu aufzusetzen. Diese Reparatur wäre mit erheblich mehr Aufwand und Kosten verbunden.

Hartmut Höhne merkte in diesem Zusammenhang an, dass nicht nur die Denkmäler selbst, sondern auch die Zuwegungen unter die Lupe genommen werden müssten. Teilweise seien diese nicht mehr verkehrssicher.

Krieger- und Ehrenmale, für gefallene Soldaten gibt es weltweit. Man schätzt, dass es alleine in Deutschland über 100 000 gibt. Bis zur Französischen Revolution und der damit verbundenen allgemeinen Wehrpflicht gab es keine Denkmäler für die einfachen Soldaten, sondern nur für erfolgreiche Heerführer. Eines der ersten auf deutschem Boden, das alle Gefallenen einschließt, ließ der preußische König Friedrich Wilhelm II. 1793 in Frankfurt am Main errichten. Auf dem Denkmal sind die Namen aller Gestorbenen verzeichnet. 1918 waren über zwei Millionen deutsche Soldaten gefallen. Regimenter, Unternehmer und Gemeinden ehrten ihre Toten mit zum Teil aufwendigen Denkmälern. Trotz der noch viel höheren Zahl an Toten, die während des Terrors durch die Nazis und den Zweiten Weltkrieg zu beklagen waren, wurden nach 1945 aufgrund des Pazifismus der Nachkriegszeit kaum neue Kriegerdenkmäler geschaffen, sondern die vorhandenen nur mit den Namen der Gefallenen ergänzt.



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