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Noch zwei Paten gesucht

Drei Stolpersteine für Hemmendorf

Hemmendorf. Vor mehr als 250 Jahren haben Juden in Hemmendorf gewohnt und gearbeitet und das dörfliche Leben bereichert. Besonders im 19. Jahrhundert war dort nach Recherchen des Hamelner Historikers Bernhard Gelderblom das jüdische Leben mit teilweise fünf Familien recht bedeutsam. Die Ära endete auf grausame Weise durch die Nationalsozialisten. Betroffen waren drei jüdische Familien, die damals in Hemmendorf lebten – Katzenstein, Plaut und Zeckendorf. Die Familienmitglieder wurden in diverse Konzentrationslager und in das Getto Warschau deportiert. Einige wurden ermordet, andere gelten seitdem als verschollen. Der Vorstand des evangelischen Gemeindeverbands Saaletal, dazu gehören alle Kirchengemeinden des Fleckens Salzhemmendorf, setzt sich dafür ein, dass die deportierten jüdischen Familien aus Hemmendorf und anderen Orten der Gemeinde Salzhemmendorf nicht in Vergessenheit geraten. „Nicht, um Schuld zuzuweisen, sondern um sensibel zu machen für jede Form von Ausgrenzung heute“, begründen die Kirchenvertreter ihren Antrag an die Gemeinde, Stolpersteine vor den ehemaligen Wohnhäusern der jüdischen Familien zu verlegen. In das Projekt sollen auch Konfirmanden aus dem Gemeindeverband mit einbezogen werden. Nach Gelderbloms Recherche sind es etwa 14 Steine, die in der Gemeinde Salzhemmendorf verlegt werden sollten – vorwiegend in den Orten Salzhemmendorf und Hemmendorf.

veröffentlicht am 13.03.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 19:21 Uhr

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Finanziert werden sollen die Steine durch Paten. Das können einzelne Bürger, Gruppen oder Vereine sein. Der Bauhof Salzhemmendorf soll eingebunden werden in die Verlegung der Steine, deren Unterhaltungsmaßnahmen in kommunaler Verwaltung liegen sollen. Ein einzelner Stolperstein kostet 120 Euro. Ein Pate ist bereits gefunden. „Wir werden einen Stein finanzieren“, betonte Ortsbürgermeister Friedrich Lücke in der jüngsten Sitzung des Ortsrats Hemmendorf. Da insgesamt drei Stolpersteine verlegt werden sollen, werden für die beiden anderen noch Paten gesucht. Interessierte können sich bei der Gemeinde Salzhemmendorf melden. Die Stolpersteine sind in Beton gegossen und tragen an ihrer Oberseite eine Messingtafel, in die der Name und das Schicksal der jeweiligen Person eingetanzt sind. Die Steine für die Familien Katzenstein und Plaut sollen auf dem Bürgersteig vor deren ehemaligen Wohnhäusern an der „Alten Heerstraße“ verlegt werden. Für den Stein der jüdischen Familie Zeckendorf wird nach einer anderen Lösung gesucht, denn deren Wohnhaus existiert nicht mehr. „Es wurde in den 1970er Jahren mit zwei anderen Häusern abgerissen, weil die Bundesstraße 1 verbreitert werden sollte“, erläuterte Lücke in der Sitzung. Ein Bürger schlug vor, an der Stelle, wo das Haus einst gestanden hat, eine Erinnerungstafel aufzustellen. Entscheidendes Gremium ist der Gemeinderat Salzhemmendorf. Er tagt am 19. März um 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Hemmendorf. sto



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