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Zweites Lauensteiner Hauskonzert in historischem Gebäude

Dorfgeschichte musikalisch erleben

Lauenstein. Hauskonzerte in historischen Gebäuden. In Anlehnung an die Tradition des 1945 in Lauenstein gegründeten „Appelschen Kulturkreis“ nahm Erika Bornett im Vorjahr die Idee wieder auf, Menschen bei Musik, Literatur und Gesprächen zusammenzubringen. Denn: „Wer nur am Alltag klebt, der lebt nur halb“, zitiert die Leiterin des Chores Young Voices and Gospel das Motto des verstorbenen Kulturkreisgründers Appel. Veranstaltungsort war das Gebäude „Am Rennenberg“.

veröffentlicht am 26.06.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 10:21 Uhr

Autor:

Christiane Stolte
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In das Dach des 1808 erbauten Hauses sind zwei Reihen Lüftungsklappen installiert. Der zweifache Boden diente einst zur Trocknung von Papier. Es wurde hergestellt in der Papiermühle, die sich unterhalb der Burgruine am „Rennenberg“ befand. In dem Haus mit dem Trockenboden waren die Gesellen der Mühle untergebracht. „Für die Ortswahl war der im Lauenteich entspringende Bach entscheidend, der über ein Wasserrad das Stampfgeschirr der Mühle antrieb“, berichtete Dr. Jörg Lampe, der heutige Besitzer des Hauses. 1857/58 habe die Papiermühle ihren Betrieb eingestellt, da die schmutzige und aufwendige Papierherstellung aus Leinenlumpen durch ein neues industrielles Verfahren abgelöst worden sei. Die Mühle wurde umgewandelt in eine Weberei, die bis Ende der 1960er Jahre bestand. Bekanntester Hausbesitzer sei Fritz Hausmann gewesen, ehemaliger Bürgermeister Lauensteins, sagt Lampe. Eine seiner Schwestern sei mit einem Cousin des Musikwissenschaftlers Ernst Rudorff verheiratet gewesen, der in der „Knabenburg“ wohnte.

Im Haus der Familie Lampe wohnten nach dem Zweiten Weltkrieg zeitweise um die 40 Leute. Ein Bewohner von damals lebt dort heute noch. Im Flur wird er nicht müde, die Besucher zu begrüßen: ein großer Braunbär aus Russland, der sich seit etwa 1934 dort befindet. Er soll vor dem Ersten Weltkrieg erlegt worden sein.

Das Haus mit den vielen Erinnerungen eignet sich gut als Ort für das Konzert, das der Gospelchor, die Band Dreamland Spirit, Till Hieronymus, Hans-Wilhelm Schwenke, Birgit Mühlenhoff, Helmut Brakemeier, Sarah Fischer und Beate Oppermann unter dem Applaus der Zuhörer gestalteten.

Zum Hauskonzert begrüßt ein (angeblich) russischer Bär die Gäste. Auf dem Boden des alten Gebäudes wurde früher Papier aus der benachbarten Papiermühle getrocknet.sto



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