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Hotelbetreiber scheitern erneut vor Gericht

Dorf mit Zukunft – nur für Schweine?

Oldendorf (hen). Nach 25-minütiger Verhandlung hat das Verwaltungsgericht Hannover die Klage der Eheleute Eilitz gegen den Landkreis Hameln-Pyrmont abgewiesen. „Unser Dorf hat Zukunft – für Schweine“ kommentieren die Oldendorfer diesen jüngsten Gerichtsentscheid in einem lange währenden Streit (wir berichteten) – und sie haben dieses Motto auch für alle deutlich sichtbar in einem Schaukasten vor ihrem Hotel und Café ausgehängt.

veröffentlicht am 02.11.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 00:41 Uhr

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Dr. Peter und Rosa Eilitz hatten sich gegen die vom Landkreis ergangene Baugenehmigung gewandt, nach der der benachbarte Landwirt seinen Mastschweinebestand von 357 auf 547 Tiere aufstocken durfte. Die Eheleute Eilitz sehen den Betrieb von Hotel und Café massiv beeinträchtigt und den Verkehrswert ihres Grundstücks erheblich herabgesetzt.

„Wir haben seit 1989 intensiv daran gearbeitet, den Ortsmittelpunkt Oldendorfs zu verschönern, historische Bausubstanz zu erhalten. Wir bieten Gastronomie, Hotelbetrieb, Versammlungsräume und ein kleines landwirtschaftliches Heimatmuseum an. Alles im Sinne des Fleckens Salzhemmendorf“, sagt Eilitz. Beim Nachbarn habe es zwar zu der Zeit auch schon Schweine gegeben, aber nur wenige. Hauptsächlich habe er Milchwirtschaft und Kälberzucht betrieben, „und das war zu ertragen“. Nun wolle der Landwirt „plötzlich ganz große Schweinemast“ betreiben, 50 Meter von Café und Hotel der Kläger entfernt. „Zwetschenkuchen bei Güllegestank, das mag keiner“, sagt Eilitz: „Wir können unseren Betrieb dichtmachen.“

Das Verwaltungsgericht Hannover hatte bereits im Januar 2011 einen Eilantrag von Eilitz gegen die Baugenehmigung abgelehnt. In seiner Begründung des aktuellen Urteils verwirft das Gericht ausnahmslos alle bisher von den Klägern vorgebrachten Argumente; die des Landkreises und des beigeladenen Landwirts fanden dagegen in vollem Umfang Zustimmung. Eilitz zweifelt das Gutachten über die Geruchsimmissionen als parteilich an – „das Gericht sah keinen Anlass für eine Überprüfung“, bedauert der ehemalige Architekt. Auch sonstige Fragen, die in vorangegangenen Schriftstücken wiederholt gestellt wurden, seien ohne Beantwortung geblieben. „Statt in einer Gerichtsverhandlung nun endlich mal die Karten auf den Tisch zu legen, wird weiter gemauert und gemauschelt“, sagt Eilitz. Das Ehepaar hat kaum Hoffnung auf die Zulassung einer Klage beim Oberverwaltungsgericht, will es aber dennoch versuchen, „mithilfe eines selbst in Auftrag gegebenen Gutachtens“.

Mit diesem Schaukasten vor seinem Hotel und Café macht das Ehepaar Eilitz seinem Ärger Luft.



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