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Historische Anpflanzungen am Feldweg von Dörpe zum Ruhbrink / Familie brachte erste Bäume aus Schlesien mit

Dörper Kirschallee um weitere seltene Sorten ergänzt

Dörpe (ist). Schon über ein halbes Jahrhundert präsentiert sie sich in der Coppenbrügger Feldmark im Mai in duftigem Rosa und Weiß, im Juni von gelb über rot bis schwarz beknorpelt: Die Kirschallee am Feldweg von Dörpe zum Ruhbrink, 1951 von der aus Schlesien stammenden Familie Niechziol angelegt, um die Leidenschaft für den Obstbau in die neue Heimat hinüberzuretten, sei für viele Dörper Bürger seit Kindertagen ein „besonderes Juwel“ im Ortsbild, sagt Gemeindebürgermeister Hans-Ulrich Peschka. „Ein kleines Wahrzeichen“, ergänzt der gebürtige Dörper Friedrich Wilhelm Vespermann und rammt den Spaten tiefer in den Boden. Die vor 58 Jahren gepflanzten 130 Kirschbäume seien auch für Besucher und Touristen von seltener Attraktivität, für jeden, der jemals als Kind in Dörpe war, beliebte Gelegenheit zum Kirschenklau mit anschließendem Weitspucktraining, ein „ökologischer Schatz“, wie Obstbaumexperte und Baumschulbesitzer Fritz Kewel aus Eldagsen bei einer Begehung im vergangenen Jahr festgestellt hatte. Acht verschiedene historische Kirschsorten konnte er identifizieren – alles andere als gängiges Supermarktsortiment – und allesamt mit langjähriger Kirschtradition, die teilweise zurückreicht bis ins 16. Jahrhundert.

veröffentlicht am 16.02.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 13:21 Uhr

Fleißige Helfer bei der Arbeit an der Dörper Kirschallee. Foto:
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Doch die Jahre haben die Reihen von „Große Prinzessin“, „Schneiders Späte Knorpel“ und anderen gelichtet. Um die Kirschallee als ökologisches Kleinod auch für künftige Generationen zu erhalten, wurden jetzt mit finanzieller Unterstützung der Lottostiftung „Bingo“ (2000 Euro), fachkundiger Beratung von Kewel und tatkräftigem Einsatz von gärtnerischem Arbeitsgerät der Dorfgemeinschaft und der Nabu-Gruppe Coppenbrügge (Arbeitskosten von insgesamt 900 Euro) die Lücken geschlossen. 31 Kirschbäume, alle mit alten, seltenen Sortennamen, wurden gepflanzt. Die „Große Prinzessin“ ist wieder dabei, ebenso wie die „Große schwarze Knorpelkirsche“ und „Kassins frühe Herzkirsche“. Die Kirschallee, so Kewel, habe bei entsprechender Pflege und gleichbleibender Nutzungsintensität der benachbarten landwirtschaftlichen Flächen durchaus gute Zukunftsperspektiven. Die Kirschernte soll dann zur Mosterei nach Ockensen gehen, der Saft örtlichen Altenheimen und Kindergärten geliefert werden.



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