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Vom Baufortschritt in Coppenbrügge

Dörfer gegen Hochwasser gerüstet

Coppenbrügge. Katastrophenalarm, historische Pegelstände und Landunter in Teilen Deutschlands beherrschen den Nachrichtenticker – nicht so in den Hochwasserbrennpunkten des Fleckens Coppenbrügge. Denn tagelanger gemäßigter Dauerregen ist nicht das Problem in Dörpe, Harderode und Herkensen. „90 Millimeter in drei Tagen steckt der Boden weg“, sagt Friedel Bönig aus Harderode. „Für uns werden 60 Millimeter in einer halben Stunde, wie wiederholt in jüngster Vergangenheit, zur Katastrophe: Starkregen, der so schnell, wie er niedergeht, nicht versickern kann.“

veröffentlicht am 13.06.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 11:21 Uhr

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Autor:

Ingrid Stenzel
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Satt durchnässte Felder, aber keine Hochwassersorgen in Straßen und Kellern melden auch Lars Wiemann aus Herkensen und Elisabeth Vespermann aus Dörpe beim Blick aus ihrem Wohnzimmerfenster auf den Osterwald. Im „Künstlerdorf“ sind die Arbeiten des ersten Großprojektes zum Hochwasserschutz mit Sedimentationsbecken in Ortsrandlage am Fuße des Südhangs vom Osterwald und Ableitung des Wassers durch eine Verrohrung unter der Dörper Straße hindurch zum Gelbbach (wir berichteten) gerade abgeschlossen. „Der Graben auf der Landesstraße ist geschlossen, die Straße versiegelt. Eine gelungene Maßnahme“, stellt Bürgermeister Hans-Ulrich Peschka fest, „unter Beteiligung der Anlieger, deren Grundstücke durch die Verrohrung nicht wenig in Mitleidenschaft gezogen wurden.“ In Herkensen am Hohen Feld ist der Bagger der Firma Niestroj voll im Einsatz, nachdem die Sanierungsmaßnahmen des Mühlbaches in Brünnighausen abgeschlossen sind und der Untergrund genügend getrocknet ist. Die Hochwassermaßnahme „Hohes Feld“ mit Sedimentationsbecken und kaskadengestuftem Ab- und Überlauf (wir berichteten) ist deutlich sichtbar angegangen worden.

Infolge frühzeitiger Ausschreibung waren die Aufträge zwar nicht an eine heimische Firma gegangen, bescherten dafür jedoch mit 80 000 statt kalkulierter 100 000 Euro in Dörpe erhebliche Einsparungen, so die Auskunft von Peschka und Bauamtsleiter Jürgen Krückeberg. Die eingesparte Summe fließt in den Hochwasserschutz von Harderode, sodass früher als vorgesehen mit den Planungen begonnen werden kann – zwei Sedimentationsbecken mit Überlauf und aufgeschüttetem Erdwall. Die Harderoder Maßnahme als Gesamtpaket wird je nach Planungsfortschritt im Jahr 2014 angegangen und voraussichtlich zum Ende des Jahres abgeschlossen sein. „Dann“, so Peschka und Krückeberg, „werden die drei Ortschaften Dörpe, Herkensen, Harderode, außerdem Bisperode mit kleineren Maßnahmen und Brünnighausen mit seinem sanierten Mühlbach auch bei extremen Starkregenfällen einen Hochwasserschutz haben, der sich dank der Förderprogramme des Landes sehen lassen kann und – soweit menschenmöglich – auch weitestgehend Sicherheit bietet.“ Eine Sicherheit, die sich Kommune und Land im Verhältnis von 30 zu 70 Prozent in vier Jahren 517 000 Euro haben kosten lassen: 80 000 Euro Dörpe, 65 000 Euro Herkensen, 250 000 Euro Harderode (plus 70 000 Euro Frischwasser), 52 000 Euro Brünnighausen (inklusive 15 000 Euro Bingo).

Die Sanierungsarbeiten am Mühlbach in Brünnighausen sind Ende vergangener Woche vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz abgenommen worden.ist



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