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Nach außen ruhen die politischen Debatten – aber hinter den Kulissen „Hauen und Stechen“

Diskussion um Schulpläne sorgt für Wirbel

Salzhemmendorf (hen/ll). Turbulent geht es hinter den Kulissen in der Schuldiskussion zu: Während nach außen die politischen Debatten zu ruhen scheinen, haben Stellungnahmen im Ratsinformationssystem Unruhe ausgelöst. Ratsmitglied Udo Stenger (BWG) jedenfalls empört sich darüber, dass die Verwaltung einen Brief von Udo Zelck, Leiter der Grundschule Salzhemmendorf, ins Intranet gestellt hat, in dem er eine Mutter namentlich nennt und – nach Stengers Meinung – kritisiert. „Ich hatte es nur gut gemeint“, hält Zelck dagegen, der sein Schreiben inzwischen abgeändert hat.

veröffentlicht am 12.01.2011 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 18:41 Uhr

Die Salzhemmendorfer kritisieren die ihrer Meinung nach bei den anderen Eltern fehlende Bereitschaft zur Zusammenarbeit. Foto: h
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Der Schulleiter hatte eine schriftliche Anmerkung zur neu gegründeten Elterninitiative zum Grundschulentwicklungskonzept gemacht und darum gebeten, dieses Schreiben an die Ratsmitglieder weiterzuleiten. Er kritisiert darin, dass die Elternvertreter der Grundschule Salzhemmendorf keine Einladung beziehungsweise Hinweise zur Gründung der Elterninitiative bekommen hatten. „Gern hätten wir mitgearbeitet, weil zum ersten Mal die realistischen Rahmenbedingungen berücksichtigt wurden und nicht die Kritik an den einzelnen Grundschulen im Vordergrund stand“, schreibt der Schulleiter. Dann weist er darauf hin, dass eine Mutter Mitglied der Elterninitiative ist, aber ihre Kinder an der Grundschule Eldagsen eingeschult hat, „weil dort eine Hochbegabtenförderung angeboten wird“. Die gewählten Elternvertreter beziehungsweise Eltern der Grundschule Salzhemmendorf allerdings hatten keine Einflussmöglichkeiten auf die Stellungnahme gehabt – „es handelt sich also nicht um eine gemeinsame Stellungnahme“, unterstreicht Zelck, der den Wallenser Eltern mangelnde Kooperationsbereitschaft unterstellt.

In einem Anschreiben der Initiative an die Schule Salzhemmendorf habe es lediglich geheißen, „…wir gehen davon aus, dass wir Ihre Auffassung genau getroffen haben, wenn wir bis zum 10. Januar 2011 keine schriftliche Nachricht erhalten…“. Dazu Zelck: „Das erinnert eher an die Methoden eines Staubsaugervertreters, der seine Kunden unter Druck setzt. Eine gute Zusammenarbeit kann so nicht zustande kommen.“

Stenger kritisiert, dass Zelck die Mutter nach seiner Meinung direkt angegriffen hat: „Da beteiligt sich jemand, und dann wird er diffamiert. Damit tritt genau das ein, was befürchtet worden war.“ Außerdem gehöre es sich nicht, derartige Schreiben ins Intranet zu stellen. Dazu sagt Clemens Pommerening, Sprecher der Gemeindeverwaltung: „Es handelt sich hier um eine offene Meinungsbildung.“ Eingestellt würden alle Stellungnahmen zur Schuldiskussion – „wir stellen die ins System und prüfen die nicht“. Zu sehen seien die Schreiben ohnehin nur von den Ratsvertretern. Das Schreiben von Zelck enthält auch nach Pommerenings Meinung „nichts Beleidigendes“; er habe vielmehr den Unmut der Salzhemmendorfer Eltern zum Ausdruck bringen wollen, von der Initiative nicht gehört worden zu sein. Und zugleich sei der Eindruck erweckt worden, es handele sich um eine Stellungnahme aller Eltern.

Zelck geht noch weiter: „Wir können hier schon seit einem Jahr nicht mehr in Ruhe arbeiten.“ Die Eltern würden massiv beeinflusst. Hinter den Kulissen herrsche „ein Hauen und Stechen“; Kinder aus Lauenstein würden abgeworben von Wallensen mit dem Hinweis auf das dortige Ganztagsangebot. „Wir haben hier auch eine Betreuung bis 17 Uhr, aber wir laufen nicht durch die Gegend und machen Reklame“, so der Schulleiter, der einst auch in Wallensen die Schule führte. In seiner Zeit habe er versucht, dort einen jahrgangsübergreifenden Unterricht anzuschieben – „das haben die aber nicht weiterverfolgt. So hätte es eine stabile Schule werden können“, glaubt Zelck, der seine Anmerkung über die Mutter so erklärt: „Ich wollte ihr nur etwas Gutes tun, denn auch hier sollten wir eine Hochbegabtenförderung haben. Das geht aber nicht an einer Schule allein, sondern nur im Verbund.“ Entsprechende Gespräche würden bereits geführt.

Die Schulstandorte zu reduzieren, hält der Schulleiter, der im Sommer in den Ruhestand geht, für notwendig: „Es gibt einfach viel zu wenig Schüler.“ Das Konzept des Rates sei nicht erst jetzt geboren worden, sondern basiere auf einer seit Jahren geführten Diskussion. Die Landesschulbehörde hat im Übrigen mitgeteilt, gegen das Grundschulentwicklungskonzept des Fleckens bestünden keine Einwände.



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