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Mit „Aufstehen, aufeinander zugeh’n“ landete Clemens Bittlinger einen Hit

Dieser Pastor stürmt die Charts

Wallensen. 17 Jahre ist es her, dass der Pastor und Sänger Clemens Bittlinger auf Tournee in der St.-Martins-Kirche in Wallensen war. Auch ein Jahr später, 1983, gastierte er in der Region. Damals gab er ein Konzert in der Kirche in Marienhagen. Es sind nicht seine einzigen geblieben – rund 100 Mal tritt der „Rockpastor“ im Jahr auf, und sorgt regelmäßig für Begeisterung bei seinen Zuhörern. Eine Neuauflage konnten die Wallenser am Sonntag erleben. Der Kirchenvorstand schätzt sich überglücklich Bitterlinger im Programm zu haben. Aufgrund der hohen Nachfrage sind seine Konzerttermine anderthalb Jahre im Voraus ausgebucht. Vor dem Konzert sprach Christian Göke mit dem Sänger über sein Schaffen.

veröffentlicht am 07.12.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 17:41 Uhr

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Herr Bittlinger, es ist ungewöhnlich, dass ein Pastor auf Tournee kommt. Wie kam es dazu?

Ich habe früh angefangen, Musik zu machen und habe mir mein Theologie-Studium mit Musik finanziert, da ich gemerkt hatte, dass die Menschen meine Musik gerne hören. Während des Studiums habe ich pro Jahr etwa 120 Konzerte gegeben. Dadurch hat zwar mein Studium etwas gelitten. Aber es hat ja trotzdem gereicht. Die Menschen haben festgestellt, dass ich viele Dinge beschreibe und besinge, die auch sie betreffen. Entsprechend gut war der Zulauf bei den Konzerten und eins Konzerte reihte sich an das andere.

Wie lässt sich ihr Familienleben mit der Vielzahl an Konzerten und Reisen miteinander kombinieren?

Es muss alles organisiert sein. Wir geben von Donnerstag bis Sonntag Konzerte und reisen dann meistens am Sonntag noch nach Hause. Denn montags kümmere ich mich immer um meine zwei Kinder, und meine Frau kann dann arbeiten gehen. Dienstags ist der Bürotag und mittwochs der Familientag. Ein Wochenende im Monat ist frei und wir machen viel Urlaub.

Von wem haben Sie sich musikalisch beeinflussen lassen?

Nahezu jeder, der deutsche Musik macht. Reinhard Mey zum Beispiel oder Manfred Siebald. Später auch Konstantin Wecker. Jetzt habe ich mich von meinen Vorbildern gelöst und einen eigenen Stil gefunden.

Zur Zeit sind sie mit dem Soloprojekt „Habseligkeiten“ unterwegs. Mit wem machen sie sonst Musik?

Es ist ein Soloprojekt mit Band. Unterstützt werde ich von David Plüss aus der Schweiz am Klavier und Helmut Kandert am Schlagzeug. Es ist zwar ein Soloprojekt, aber wir spielen gemeinsam. Wenn mir nur der Text einfällt, komponiert David Plüss dazu. Neben dem Soloprojekt habe ich aber noch andere Musikprojekte: ein Duo mit dem Gitarristen Adax Dörsam oder ich spiele mit anderen Liedermachern.

Hatten Sie neben ihrer Stammhörerschaft auch kommerzielle Erfolge?

,Aufstehen, aufeinander zugeh’n‘ war der größte Charterfolg. Interpretiert durch Sven Schumacher stand er einige Zeit in den Viva- und Bravo-Charts. Daneben ist noch „Kostbare Momente“ erwähnenswert, welches in den Airplay-Charts in den Top Ten war. Aber der größte Erfolg ist, wenn man über 30 Jahre lang sein Publikum hat und zwischen Oberstdorf und Flensburg reisen darf.

An welchen Moment ihrer Karriere denken Sie besonders gerne zurück?

Der bizarrste Moment in meinem Leben war der 20. Juni 1999. An diesem Tag durfte ich im Gottlieb-Daimler-Stadion in Stuttgart vor 70 000 Menschen beim Deutschen Kirchentag auftreten. Die Menschen im Stadion haben meine Lieder richtig mitgesungen. Ich dachte dann, etwas Größeres gibt es nicht. Das Besondere an dem Tag aber war, dass abends um 19.52 Uhr dann unsere Tochter Enya geboren wurde und ich ihr „Sei behütet“ vorsingen durfte, während sie auf meinem Arm lag.

Von seiner emotionalen Musik konnten sich auch die mehr als 200 Zuhörer in der Kirche in Wallensen überzeugen. Erstaunlich für viele Zuhörer waren auch die Entertainer-Qualitäten. Sein Lied „Blick in den Spiegel“ kündigte er mit einer allmorgentlichen Selbsterfahrung im Bad an: „Ich kenn dich zwar nicht, aber ich wasch Dich trotzdem. Ich bin einer der Menschen, der morgens mit einem zerknitterten Gesicht aufwacht. Dafür habe ich tagsüber mehr Entfaltungsmöglichkeiten.“

Für Pastor Christoph Siedersleben ist eines klar, er sprach von einem der kulturellen Highlights in den letzten Jahren und hofft auf eine abermalige Neuauflage in der Kirchengemeinde. Angelika Helms vom Kirchenvorstand dankte Clemens Bittlinger und seinen Musikern „für das tolle und einmalige Konzert“ und bescheinigte den Musikern eine Darbietung für alle Generationen. Denn die anwesenden Kinder wurden in einem Lied bedacht, als alle Konzertbesucher a capella mitsangen.

Clemens Bittlinger ist Pastor und Sänger. Mit dem Hit „Aufstehen, aufeinander zugeh’n“ war er sogar in den Charts. Beim Deutschen Kirchtag 1999 spielte er vor 70 000 im Gottlieb-Daimler-Stadion in Stuttgart – sein bisher größter Auftritt.

Foto: gök



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