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Wienerberger-Gelände wird für Solaranlage geräumt / Bürger begrüßen Pläne des Investors

Die Tage des alten Schornsteins sind gezählt

Osterwald (sto). Dass „etwas geschehen müsse“ auf dem seit Jahren brachliegenden Betriebsgelände der ehemaligen Wienerberger-Ziegelei steht für die Bürger Osterwalds außer Frage. Denn: Die auf dem Areal befindlichen Gebäude – einschließlich des großen Fabrikschornsteins – verfallen immer mehr und seien ein Schandfleck in der Landschaft. Das sei umso bedauerlicher, da sich das Gelände in einem Landschaftsschutzgebiet befinde. Eine Nachnutzung wird im Bergort deshalb begrüßt.

veröffentlicht am 21.06.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 08:41 Uhr

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Den Plänen eines Investors, auf dem Gelände eine Photovoltaikfreiflächenanlage zu errichten, stehen die Bürger im Großen und Ganzen inzwischen positiv gegenüber, haben aber auch einige Bedenken oder Anregungen, wie während der Bürgeranhörung im Rahmen des Verfahrens zur Bauleitplanung deutlich wurde. Bevor Neues entstehe, sollte das Gelände auf Altlasten untersucht werden, hieß es.

Diese Maßnahme sei ohnehin Bestandteil der umfangreichen Bauvorschriften und werde wahrgenommen vom Landkreis Hameln-Pyrmont, betonte der Salzhemmendorfer Bauamtsleiter Wolfgang Kapa. Thema war auch die Versiegelung des Geländes, die nach Ansicht der Bürger so gering wie möglich gehalten werden und die vorhandene Versiegelung durch Betonplatten und Fundamente nicht überschreiten sollte. „Werden zusätzliche Flächen versiegelt?“, fragte Ortsbürgermeister Torsten Hofer. Da die PVA-Module in die vorhandenen Betonplatten geschraubt werden könnten, seien weitere Versiegelungen höchstens an den Randbereichen in kleinem Umfang erforderlich, erläuterte Martin Heyne vom Institut für Stadt- und Raumplanung, Bremen. Der in der Versammlung vorgestellte Entwurf für das Vorhaben sieht vor, den Strom für die Anlage über einen vorhandenen Elektroanschluss einzuspeisen.

Ein Bürger gab zu bedenken, dass seiner Meinung nach das Kabel bereits 1957 verlegt worden sei und aufgrund des Alters vielleicht nicht mehr zu verwenden sei. Sämtliche Anregungen und Bedenken der Bürger sollen in den weiteren Bauplanungen berücksichtigt werden, so Heyne. Ebenso die Anregung von Dirk Habenicht, die Feuerwehr in die Planungen mit einzubeziehen, um einen ordnungsgemäßen Brandschutz zu gewährleisten. „Dazu gehört auch die Wartung des Teiches“, betonte Salzhemmendorfs stellvertretender Gemeindebrandmeister. Der Teich liege seit Jahren brach und müsse dringend gewartet werden, damit im Ernstfall der Zugriff auf das Wasser problemlos erfolgen könne.

Der Investor, die Fa. Klindworth aus Klein Meckelsen, plant, auf der rund fünf Hektar umfassenden Gesamtfläche aufgeständerte Solarmodule zu errichten, für die eine Fläche von etwa vier Hektar erforderlich ist.

Er rechnet damit, jährlich etwa 1,93 Megawatt Strom aus Sonnenenergie zu gewinnen. Die Anlage soll noch in diesem Jahr in Betrieb genommen werden. Bis dahin ist ein umfangreicher Verfahrensablauf erforderlich. So müssen die Entwürfe im Bau- und Verwaltungsausschuss beraten werden, was voraussichtlich am 11. und 19. Juli der Fall sein wird. Anschließend erfolgt die öffentliche Auslegung der Entwürfe – wahrscheinlich vom 30. Juli bis 31. August. Parallel dazu erfolgt eine erneute Beteiligung der Behörden. Voraussichtlich im September wird das Vorhaben erneut im Bau- und Verwaltungsausschuss beraten. Den Beschluss, ob gebaut oder nicht gebaut werden darf, trifft der Gemeinderat voraussichtlich Ende September.

Erst dann kann der Genehmigungsantrag für die Flächennutzungsplanänderung an den Landkreis gestellt werden. Ebenfalls vom Landkreis bearbeitet wird das Teillöschungsverfahren zum Landschaftsschutzgebiet.

Bevor die Anlage errichtet werden könne, müsse der Rückbau des Geländes abgeschlossen sein, hatte der Investor vor einigen Wochen in einer Sitzung des Ortsrats Osterwald betont. Ein Teilrückbau ist bereits erfolgt. Der stellvertretende Ortsbürgermeister Wolfgang Döbler geht davon aus, dass die Restarbeiten, zu denen auch der Abriss des Schornsteins gehört, erst dann durchgeführt werden, wenn die Baugenehmigung vorliegt. Er rechne damit, dass die Abrissarbeiten zwei bis drei Monate in Anspruch nehmen werden.

„Dann könnte es knapp werden mit dem Start der Anlage noch in diesem Jahr“, mutmaßte Wolfgang Döbler.

Jahrzehnte Kennzeichen der Ziegelei:

Der Fabrikschornstein auf dem Wienerberger-Gelände wird bald abgerissen.

Foto: sto



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