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Günter Wittkopp hat sein Jägerleben in einem Buch zusammengefasst

„Die Jagd ist das Ziel – nicht die Beute“

COPPENBRÜGGE.. „Wem sprudelt der Becher des Lebens so reich?“ Opernfreunde werden die Antwort sofort wissen. Gemeint ist der Jäger aus der Oper „Der Freischütz“ von Carl Maria von Weber. Günter Wittkopp kann die Freude des Waidmanns bestens nachvollziehen.

veröffentlicht am 12.11.2017 um 17:11 Uhr

Günter Wittkopp mit seinen Hund. Foto: sto
Stolte Christiane

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Christiane Stolte Reporterin
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Sein Wissen aus seiner 60-jährigen Erfahrung als Jäger hat der mittlerweile 78-Jährige in einem Buch zusammengefasst, das seit kurzem im Buchhandel erhältlich ist. Es trägt den Titel „Wem sprudelt der Becher des Lebens so reich – Wechsel und Widergänge eines Jägers über ein halbes Jahrhundert“.

Der pensionierte Diplomingenieur für Bauwesen war langjähriges Hegeringsmitglied und ehemaliger Vorsitzender des Hegerings 2 Coppenbrügge. Sein heimisches Jagdgebiet war das jadgenossenschaftliche Feldrevier Marienau/Voldagsen. Die Verantwortung für das Revier bezüglich der Hege und Pflege aller Tiere und deren Lebensraum, der Umgang mit den Grundbesitzern und der betreffenden Bevölkerung habe er gemeinsam mit seinem Bruder jahrzehntelang mit Freude und Zufriedenheit übernommen.

Aber auch in Kanada und in Namibia war Günter Wittkopp auf der Jagd. In Kanada hatte er 1965 sogar einen Bären erlegt. Darüber und auch über seine Erlebnisse in Afrika berichtet er ebenfalls in seinem Buch. Ebenso über seine Hunde, die ihm bei der Jagd begleitet haben. „Ein Hund erschließt dem Jäger viele Geheimnisse“, so der Hundefreund. Auf seiner Jagd war Wittkopp in den letzten Jahren begleitet worden von seinem Rüden Artus, einer Tiroler Bracke.

Aus gesundheitlichen Gründen hat der Jäger nun die Jagd stark einschränken müssen und hatte Zeit zum Schreiben. Seine Buch diene der Erbauung des jagdlich beflissenen Jägers. „Ich möchte Wissen vermitteln und zur Umsicht mit der Kreatur mahnen“, betont Wittkopp. Es sei für jeden Jäger grausam, ein Stück Wild krank zu schießen oder ein Muttertier von abhängigen Jungen zu erlegen. Wie schmerzlich so ein Missgeschick für den Jäger ist, weiß der Autor aus eigener Erfahrung, hat er doch vor vielen Jahren versehentlich eine säugende Bache erlegt. „Die Entdeckung war einer der grausamsten Momente in meinem Jägerleben“, erinnert sich Wittkopp.

Sein Buch ist nicht nur ein Kaleidoskop mit vielen schönen Naturerlebnissen, sondern auch ein Appell an die Jäger, genauer hinzuschauen. Es sollte für Jäger selbstverständlich sein, sich leidenschaftlich für die Jagd in ihrer ganzen Vielseitigkeit sowie für einen umfänglichen Natur- und Tierschutz bei jeder Gelegenheit und in allen Gruppen der Gesellschaft einzusetzen. Dies sei seiner Überzeugung nach alternativlos.

„Trotz aller Unbilden, Anfeindungen und Beschränkungen, die die Jäger zu verkraften haben, und trotz aller menschlichen Unzulänglichkeiten von uns Jägern selbst, möchte ich – wie ich mit dem Titel des Buches begonnen habe - zum Schluss die ersten beiden Zeilen des Jägerchores aus dem Freischütz voller Passion und Überzeugung bekräftigen“, betont Wittkopp. Bereits als Kind war er durch seinen sechs Jahre älteren Bruder mit der Jagd vertraut – die sich damals allerdings auf Spatzen auf dem Dach beschränkt hat.

Auf die Frage, warum er jage, antwortet der aus Dörpe gebürtige Waidmann: „Wir jagen nicht, um zu töten, sondern wir töten, um gejagt zu haben“. Der Weg - also die Jagd - sei das Ziel, nicht die Beute. Das Leben eines passionierten Jägers unterscheide sich sehr vom Dasein seiner Mitbürger. Ein großer Teil seines Denkens und Handelns werde bewusst oder auch unbewusst von seiner Jagdpassion bestimmt.

Übrigens: Eine weitere Passion Wittkopps ist das Malen. Mit einem seiner Bilder hat er das Cover seines Buches geschmückt.

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