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Rat vor Ort zur Diskussion mit verärgerten Bürgern

Der Zaun-Streit geht weiter

BISPERODE. Soviel vorab: eine Entscheidung darüber, ob der umstrittene Zaum an Ahornweg nun stehen bleibt oder nicht, ist nicht gefallen. Er wird wenigstens bis zur nächsten Bisperoder Ortsratssitzung zwischen Wohnstraße und Feldmark für Spaziergänger und Hundebesitzer eine unüberwindbare Barriere bleiben.

veröffentlicht am 16.05.2018 um 15:13 Uhr
aktualisiert am 16.05.2018 um 16:20 Uhr

Am umstrittenen Zaun am Ahornweg in Bisperode traen sich jetzt Ratspolitiker und Bürger. Foto: wfx
Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Bodenwerder zur Autorenseite
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Das wenigstens kündigte Ortsbürgermeister Andreas Voss an, der Ortsrat, Anlieger und Beschwerdeführer einer Petition zu einem Außentermin an das Objekt des Nachbarschaftsstreites geladen hatte. Und so kamen denn am vergitterten Ende des Ahornweges rund 20 Personen zum Vor-Ort-Termin zusammen.

Was war passiert: Mit einem Beschwerdeschreiben an den Ortsrat Bisperode hatten sich 14 Einwohner über einen Zaun beschwert, der mit Genehmigung des Ortsrates von einem Anlieger des Ahornweges in Privatinitiative am Übergang der Straße zur Feldmark aufgestellt worden war. Während der Zaun-Aufsteller damit Passanten abwehren will, die traditionell die Feldkante als Spazierweg mit Hunden benutzen, und die wiederum angeblich seine Grundstücksgrenze beschmutzen, haben verärgerte ehemalige Nutzer der Route nun Beschwerde beim Rat eingelegt, weil durch die Sperranlage ihre Bewegungsfreiheit in Dorf und Landschaft eingeschränkt wird.

Ratsbeschluss ist vielleicht etwas blauäugig gefallen.

Andreas Voß, Ortsbürgermeister

Bürgerzorn, der Bisperodes Ortsrat in eine schwierige Lage gebracht hat: Ist doch gegen einen Zaun zwischen einer öffentlichen Straßenfläche und einem privaten Areal – selbst wenn es sich um eine Hektar große Ackerfläche handelt, erst einmal nichts einzuwenden. Und so hat, als der Anlieger-Antrag auf den Zaunbau eingereicht wurde, auch Coppenbrügges Verwaltung dem Vorhaben testiert, dass es gegen keinerlei Bauvorschriften verstößt. Aufgrund dessen hat Bisperodes Ortsrat dem Antrag des Ahorn-Weglers zugestimmt.

Was jetzt jedoch – so wurde bei der jüngsten Bestandsaufnahme des Ortsrates deutlich, auf heftigste Ablehnung stößt. Von Gewohnheitsrecht ist da die Rede: „Da gehen wir immer schon lang.“ Von freier Wegewahl für freie Bürger. Und der Protest gipfelt schließlich sogar in nahezu philosophische Betrachtungen, dass man grundsätzlich gegen Zäune und Mauern sei und in der DDR ja schon erlebt habe, wohin Abgrenzungen führen: „Wir lassen uns so etwas nicht vor die Nase setzen.“

Da fiel es Andreas Voß als Leiter des Rats-Außentermins oft nicht leicht, zur Sachlichkeit zu ermahnen und persönliche Angriffe zu unterbinden. Als Besitzer des Ackers, so der Ortsbürgermeister, sei es ihm zwar egal, ob auch weiterhin an seiner Ackerkante entlang gewandert werde, meinte er. Doch müsse sich jeder Benutzer seines Grundes und Bodens klar darüber sein, dass Betreten illegal sei, er keiner offiziellen Ausweisung als Wanderweg zustimme und daher auch keine Haftung bei Unfällen übernehme.

Derzeit läge nun aber ein gültiger Ratsbeschluss vor, so der Ortsbürgermeister, der aber zugab, dass dieser „vielleicht etwas blauäugig gefallen“ sei: „Bei einem zweiten Antrag auf so einen Zaun wird es wohl etwas schwieriger werden“, sinnierte Andreas Voß.

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