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Plattdeutsch-Treffen im Familienzentrum

Der jüngste Plattsnacker ist 30

COPPENBRÜGGE. Ernst Knoke ist mit 30 Jahren der jüngste Plattsnacker in der Runde. Obwohl er nicht mit der niederdeutschen Sprache aufgewachsen ist, geht das Plattdeutsch-Treffen auf seine Initialzündung zurück - damit die Sprache nicht in Vergessenheit gerät,

veröffentlicht am 23.07.2018 um 17:01 Uhr
aktualisiert am 23.07.2018 um 18:30 Uhr

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Stolte Christiane

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Christiane Stolte Reporterin
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„Moin. Moin. Kommt inne“, bittet Ursula Hasselwander die Gäste in die „gode Stuv“ des evangelischen Familienzentrums „evfa“. Es ist bereits 18 Uhr, aber „Moin, Moin“ passt immer – besonders bei einer plattdeutschen Veranstaltung. Seit fast einem Jahr wird jeden zweiten Montag im Monat platt gesnackt in der guten Stube mit dem nostalgischen Charakter von anno dazumal. 15 Frauen und Männer nehmen diesmal an dem Treffen teil. Ernst Knoke ist mit 30 Jahren der jüngste Plattsnacker in der Runde. Obwohl er nicht mit der niederdeutschen Sprache aufgewachsen ist, geht das Plattdeutsch-Treffen auf seine Initialzündung zurück.

„Plattdeutsch ist eine schöne Sprache, die aber leider immer seltener gesprochen wird“, bedauert der angehende Lehrer für Englisch und Technik. Um Platt in Coppenbrügge wieder mehr in den Fokus zu rücken, zumindest, es zu versuchen, hatte er die Idee für ein regelmäßiges Treffen, holte sich aber Ursula Hasselwander mit ins Boot. Die aus der Nordheide gebürtige Seniorin ist platt aufgewachsen.

Gepflegt habe sie die Sprache ihrer Kindheit unter anderem durch Volkshochschulkurse in Salzhemmendorf und beim Klönen mit dem mittlerweile verstorbenen Werner Bruns aus Dörpe. Der Erhalt der Sprache liege ihr sehr am Herzen. „Plattdeutsch ist ein Stück Heimat“, sagt sie.

Beim Plattdeutsch-Treffen im evfa findet kein Unterricht statt. „Es ist ein loses Zusammenkommen von Menschen, die Spaß an der Sprache haben“, betont Hasselwander. Auch Nichtplattsprecher sind willkommen. Die Teilnahme ist kostenlos und unverbindlich. Es werden Geschichten gelesen und frei erzählt. Besonders beliebt sind Anekdoten und Begebenheiten aus dem Ort. Wer möchte, kann Geschichten in plattdeutscher Mundart mitbringen. Ernst Knoke beispielsweise greift gern auf Lesestoff von Wilhelm Henze zurück. Von dem 1845 in Einbeck geborenen und 1918 in Hannover verstorbenen Schriftsteller existieren viele Geschichten im Calenberger und Hannoverschem Platt. „Eck segge man bloß“ ist eine von ihnen.

Georg „Schorse“ Scheling aus Coppenbrügge hat zu dem jüngsten Treffen einen humorvollen Zeitungsartikel mitgebracht. Überhaupt eignen sich manche Texte aus der Zeitung hervorragend für das Plattdeutsch-Treffen – allen voran die Texte von Fiffi Voß, der sich viele Jahre mit seinen selbst erdachten Geschichten in der Dewezet für den Erhalt der plattdeutschen Sprache eingesetzt, aber stets bedauert hat, dass das Interesse immer mehr zurückgehe und es fast nur noch die Älteren seien, die Platt sprechen.

Ernst Knoke und Ursula Hasselwander wünschen sich, dass die plattdeutsche Sprache in Coppenbrügge wieder mit mehr Leben erfüllt und ebenso gepflegt wird wie in Tündern. Plattdeutsch sei mehr als ein Kommunikationsmittel.


Termin: Montag, 13. August, 18 bis 20 Uhr, im evfa, Niederstraße 11.



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