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Dewezet-Serie „Kleine Museen auf dem Lande“

Der „Heimatstube“ entsprungen: Zu Besuch im „Museum in der Burg“

COPPENBRÜGGE. Das „Museum in der Burg“ setzt Akzente, die über die Ansammlung lokaler Alltagsgegenstände hinaus gehen. Zum Beispiel mit der Erinnerung an Peter den Großen, der in den Jahren 1697 und 98 in Coppenbrügge zu Gast war sowie auch mit dem Bereich über die kunstvoll gestalteten Kachelöfen von Carl Meyerwerk.

veröffentlicht am 04.04.2018 um 17:33 Uhr

Die „Spiegelberger Madonna“, eine sehr volkstümlich gestaltete Pieta aus gefasstem (farbig bemaltem) Holz, ist ein herausragendes Exponat im Coppenbrügger „Museum in der Burg“. Sie war vor der Reformation und dann wieder nach dem Endes des Dreißigjäh
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Autor

Burkhard Reimer Reporter
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Zu den 21 Museen, die sich unter dem Dachverband „Museumslandschaft Hameln-Pyrmont“ zusammengefunden haben und die in einer Dewezet-Serie vorgestellt werden, gehört auch das „Museum in der Burg“ in Coppenbrügge. Träger der Einrichtung ist der 1982 gegründete „Museumsverein Coppenbrügge e.V.“. Er ist auch Eigentümer des reichhaltigen Inventars, während die Burg Coppenbrügge, mithin auch die historischen Räume, in denen sich das Museum befindet, im Besitz des Fleckens Coppenbrügge ist. Kommune und Verein sind hier eine höchst fruchtbare Symbiose eingegangen.

Er war ein eifriger Förderer des Coppenbrügger Museumsgedankens und hat sich engagiert für dessen Verwirklichung eingesetzt: Dr. Norbert Humburg. Allerdings hatte der tatkräftige Unterstützer der 1986 eröffneten Einrichtung auch einen speziellen Wunsch, den er vehement vertreten hat: „Nicht schon wieder so ein Heimatmuseum!“

Dabei hatte der damalige Leiter des Museums Hameln keineswegs eine grundsätzliche Abneigung gegen das Genre Heimatmuseum an sich. Ihm ging es vielmehr darum, eine unnötige Anhäufung auf regional begrenztem Raum zu vermeiden.

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Fundstücke von besonderer historischer Bedeutung sind diese Stämme, die um die Mitte des 15. Jahrhunderts als Teile eines Knüppeldamms verbaut wurden, der über eine Morastfläche in Coppenbrügge führte. Foto: br

Die damaligen Verantwortlichen, allen voran Gernot Hüsam, Mitbegründer und langjähriger Vorsitzender des Museumsvereins Coppenbrügge und heute noch Beisitzer im Vorstand, sind – und man darf getrost sagen glücklicherweise – diesem Wunsch, der letztlich ein kluger Ratschlag war, gefolgt. Denn das „Museum in der Burg“, ist eben keine Ausstellung von über die Jahrhunderte angesammelten dörflichen Gebrauchsgegenständen. Wenngleich nicht verschwiegen werden soll, dass ein großer Teil des Museumsbestands seinen Ursprung in der einstigen „Heimatstube“ hat, die von Dr. Irmgard Netter (Krankenhaus Lindenbrunn) und der Coppenbrügger Philologin Dr. Else Kleineberg initiiert und geführt worden war. Die Übernahme der Sammlung Dr. Kleineberg ist sogar in der Vereinssatzung ausdrücklich erwähnt.

Gleichwohl setzt das Museum Akzente. Die sind zwar ebenfalls lokaler Natur, aber eben von hervorragender Bedeutung für Coppenbrügge. Da geht es, wie Gernot Hüsam und der derzeitige Vereinsvorsitzende Klaus Stettner im Gespräch mit der Dewezet hervorheben, zunächst einmal um die Erinnerung an Zar Peter III., auch „der Große“ genannt. Der war nämlich in den Jahren 1697 und 98 in Coppenbrügge zu Gast, woran sowohl im Museum selbst als auch mittels eines Gedenksteins im Eingangsbereich des Museums erinnert wird.

Da gab es dereinst in Coppenbrügge einen gewissen Carl Meyerwerk, der 1894 in der Ortschaft eine Ofenfabrik gegründet hat, in der kunstvoll gestaltete Kachelöfen hergestellt wurden. Wie prächtig diese Öfen waren, das zeigt der Bereich des Museums, der anschaulich über das Töpfern von dreidimensionalen Motivkacheln und das Ofensetzen informiert.

Der Name „Coppenbrügge“ lässt auf eine Brücke schließen. Tatsächlich handelte es sich bei dieser „Brücke“ um einen bereits in germanischer Zeit angelegten Knüppeldamm zur Überbrückung eines dortigen Morastgebiets. Allerdings waren die „Knüppel“ veritable Baumstämme. Gut erhaltene Exemplare davon aus der Mitte des 15. Jahrhunderts können im Museum bestaunt werden.

Ein ganz besonders hochgeschätztes Exponat ist jedoch die als wundertätig erachtete „Spiegelberger Madonna“. Dieses Marienbild, eine sehr volkstümlich gestaltete Pieta aus gefasstem (farbig bemaltem) Holz, thront, umgeben von Devotionalien und Votivgaben, in einer Glasvitrine. Sie war vor der Reformation und dann wieder nach dem Endes des Dreißigjährigen Krieges Anlass und Ziel der Coppenbrügger Marienwallfahrt.

Information

Öffnungszeiten und Kontakt

Schon der Weg zum „Museum in der Burg“, Schloßstraße 1 in 31863 Coppenbrügge, ist ein kleines Erlebnis. Führt er doch durch einen imposanten Gewölbetunnel unter der ehemaligen Burgmauer hindurch in den gepflegten Innenhof und dann ins Hauptgebäude der Burg Coppenbrügge. Besucher sind dort von donnerstags bis sonntags in der Zeit zwischen 11 und 17 Uhr willkommen. Eintrittsgeld wird keines erhoben. Für Führungen durch die Ausstellung ist aber ein Kostenbeitrag in Höhe von zwei Euro pro Person zu entrichten. Sie sind nach Vereinbarung, Telefon 05156/8623, außerhalb der Öffnungszeiten 05156/446 oder 05156/ 8133, möglich. Neben der ständigen Sammlungspräsentation bietet das Museum auch wechselnde Ausstellungen sowie diverse Veranstaltungen. Informationen darüber gibt es auf der Homepage unter Museum-Coppenbrügge.de. Die E-Mail-Adresse lautet: BurgMuseum@aol.de. Auch das „Museum in der Burg“ wird sich an der „Museumssommernacht“ des Dachverbands Museumslandschaft Hameln-Pyrmont e. V. am Samstag, 16. Juni, beteiligen und lädt aus diesem Anlass zu einer „Party wie in den 50ern“ ein.



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