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Nach dem Taifun auf den Philippinen: Evelyn Janssen organisiert Hilfe für Landsleute

Der erste Gedanke galt ihren Angehörigen

Behrensen/Philippinen. Sie war gerade in der Küche mit den Vorbereitungen für das Frühstück ihrer Pensionsgäste beschäftigt, als sie im Radio von dem Taifun Haiyan hörte, der auf den Philippinen wütete. Ihr erster Gedanke galt ihren Angehörigen auf Mindanao, der zweitgrößten Insel der Philippinen und deren südlichste Inselgruppe. Dort wurde sie geboren. Schrecklich war die Angst, dass ihrer Familie etwas zugestoßen sein könnte. Entwarnung gab ein Anruf mit ihrem Sohn, der sich derzeit auf den Philippinen befindet – Haiyan hatte sich woanders ausgetobt. Mindanao war verschont geblieben.

veröffentlicht am 15.11.2013 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 01:21 Uhr

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Autor:

Christiane Stolte
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„Ich konnte es kaum glauben, denn laut einer Prognose sollte der Taifun das Gebiet Mindanao treffen“, erzählt Evelyn Janssen, die seit 33 Jahren auf dem Rittergut Behrensen lebt. Der Wind hatte sich jedoch gedreht und das Unglück war somit von ihrer Heimatregion abgewendet worden. Ein Glück für ihre dort wohnenden Angehörigen, die aufgrund der Wettervorhersage in großer Angst gelebt hatten. Dass ein Taifun auf die Philippinen zukommen werde, wusste Evelyn Janssen bereits zwei Tage vorher von ihrem Sohn. Bolko Ludwig Janssen ist im Rahmen seines Studiums der Geologie im Risikobereich auf den Philippinen tätig, und er war deshalb informiert über einen heraufziehenden Taifun.

Wenn auch ihre Angehörigen weitgehend verschont geblieben sind, ist Evelyn Janssen doch sehr berührt von den verheerenden Auswirkungen des Taifuns. Von philippinischen Freunden, die in Hameln leben, weiß sie von den Schäden, die Haiyan angerichtet hat. Ebenso von ihrer Tante, die in dem Gebiet Ormoc wohnt. „Sie hat überlebt, aber der Taifun hat alles zerstört“, bedauert Evelyn Janssen. In Windeseile war die Lebensgrundlage der betroffenen Menschen zerstört. Häuser weg, Felder weg. Nichts zu essen. Noch nicht einmal ein Sack Reis. In den betroffenen Gebieten fehle es an allem. Die größten Probleme aber seien das Trinkwasser und die Elektrizität. Daran mangele es trotz der zahlreichen Hilfsmaßnahmen immer noch.

Traurig ist Evelyn Janssen auch, dass es Gebiete auf den Philippinen gibt, die ebenso von dem Taifun betroffen sind wie die Inseln Leyte, Samar, Panay und Negros, von denen aber kaum in den Medien berichtet wird. Das sind unter anderem die Inseln Bantayan und Biliran sowie die Region Magallanes. „Dort leben viele arme Menschen. Hauptsächlich Fischerfamilien“, erzählt sie. Auch deren Existenz sei zerstört. Da Hilfsmaßnahmen dort noch nicht angekommen sind, müssen die Betroffenen aus eigener Kraft versuchen, den Folgen der Katastrophe Herr zu werden. In Eigenregie sammeln Evelyn Janssen und ihre im Landkreis Hameln-Pyrmont lebenden Landsleute Geld für die Betroffenen. Zum einen soll es den Angehörigen zugute kommen, zum anderen soll es dort eingesetzt werden, wo die Hilfe am nötigsten ist. „Bolko Ludwig wird sich vor Ort über die Folgen der Katastrophe informieren, und wir werden dann entscheiden, wo wir das Geld einsetzen“, betont Evelyn Janssen. Welche Schäden ein Taifun anrichten kann, hat sie selbst mehrmals erlebt. So erinnert sie sich an einen Taifun, der 1974 auf Mindanao mit einer Geschwindigkeit von etwa 200 Stundenkilometern wütete. Haiyan habe jedoch alles übertroffen. „Wenn die Menschen nicht endlich anfangen, bewusster mit ihrer Umwelt umzugehen, werden die Katastrophen stetig zunehmen“, zitiert Evelyn Janssen ihren Sohn Bolko Ludwig, der das wachsende Ausmaß im Rahmen seines Studiums täglich vor Augen hat.

Ihr Sohn Bolko Ludwig Janssen ist im Rahmen seines Studiums für Geologie im Risikobereich auf den Philippinen tätig – Mutter Evelyn, auf den Philippinen geboren, sorgt sich in Behrensen um die Opfer der verheerenden Katastrophe. Von dem Taifun betroffen ist auch die Insel Bantayan (unten).

sto/dpa



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