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Ob Dauerplatz oder auf Durchreise: Wo Einheimische und Urlauber Station machen

Der Campingpark hat immer Saison

Coppenbrügge/Salzhemmendorf (sto). Campingplatz ist gleich Campingplatz? Weit gefehlt. Camper sind Individualisten, und so unterschiedlich wie ihre Gäste sind auch die Plätze in Coppenbrügge und Salzhemmendorf. Beispiel „Campingpark Humboldt-See“. Am Ortsausgang von Wallensen, Richtung Duingen, direkt an einem 65 Hektar großen öffentlichen Bade- und Angelsee gelegen, ist er zu finden, die idyllische Anlage. Ganzjährig bietet er Platz für etwa 400 Dauercamper und rund 300 Touristenplätze. Mit seiner recht imposanten Größe von etwa 75 Hektar hat er den Charakter einer Ferienanlage. Wer das Areal komplett besichtigen möchte, muss sich auf einen längeren Fußmarsch einstellen.

veröffentlicht am 08.09.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 04:21 Uhr

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Ein kleiner Plausch mit den Campern lässt nicht lange auf sich warten. „Hier kann man gut spazieren gehen, aber ich erledige meine Wege lieber mit dem Rad“, erzählt uns Hugo Nomrowski, Dauercamper von Platzgründung an. Das war vor mittlerweile 40 Jahren. „Als Camper der ersten Stunde habe ich mir meinen Stellplatz selbst angelegt“, erinnert sich der Rentner aus Laatzen. Das sei schwere und vor allem schmutzige Arbeit gewesen, wurde auf dem Gelände doch noch bis 1966 Braunkohle abgebaut und in einer nahegelegenen Fabrik zu Briketts verarbeitet – den Humboldt-Briketts, die später „Sonne“ genannt wurden.

Schubkarrenweise haben Nomrowski und andere Camper 1971 die schwarze Erde abgetragen, um Stellflächen für ihr zweites „Zuhause“ zu schaffen. Mittlerweile haben die meisten Camper der ersten Stunde aus Altersgründen ihre Plätze wieder abgegeben. „Früher gab es auf diesem Platz mehr Dauercamper“, weiß Nomrowski. Damals sei das Dauercampen bei jungen Leuten beliebter gewesen als heutzutage. Das haben auch Beate und Arno Gloeden festgestellt, die seit 1999 Dauercamper am Humboldt-See sind. „Die meisten Dauercamper um uns herum sind Rentner“, sagen die langjährigen Gäste aus Nordstemmen.

Junge Familien mit Kindern seien heutzutage tatsächlich nicht die typischen Dauercamper, wie uns nach unserem Platzbummel Gabi Bruns erzählt. „Das Geld sitzt halt nicht mehr so locker für einen längeren Aufenthalt“, sagt die Leiterin der Rezeption des von der NF-Vermögensverwaltung Bremen betriebenen Platzes. Stattdessen liegen Kurzurlaube im Trend. Darüber hinaus werde der Platz sehr gut angenommen von Durchreisenden. Auch aus dem Ausland kommend.

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Der „Rattenfängerplatz am Ith“ in Coppenbrügge grenzt an das frisch renovierte örtliche Freibad mit Strandatmosphäre und an das Hallenbad. Schon am Eingang wird der Unterschied zum Humboldtpark deutlich sichtbar. Das nur etwa 16 000 Quadratmeter große, terrassenförmig angelegte Areal ist fast mit einem Blick zu überschauen. Klein, aber fein. „Wir sind sehr stolz auf unser kleines Paradies“, schwärmt Peter Henkel, der Vorsitzende des betreibenden Campingvereins bei einem Rundgang. Im Vereinsheim sind unterdessen einige Mitglieder dabei, Tische für einen Geburtstag „einzudecken“. „So ist das bei uns. Jeder packt mit an. Egal, um welche Arbeit es sich handelt“, betont Henkel. Eigenleistung wird auf dem „Rattenfänger“ großgeschrieben. Ohne läuft nichts. Die 60 festen Plätze sind fast alle belegt von Vereinsmitgliedern, die sich ganzjährig an den Wochenenden und in ihrer Freizeit zum Campen treffen, teilweise auch mit Kindern. Weitere 40 Stellplätze stehen Gästen zur Verfügung, die auf dem vor elf Jahren angelegten Platz ihren Urlaub oder Kurzurlaub verbringen. Oder sich auf der Durchreise befinden.

Dauercampen hat auf dem Rattenfänger-Platz aber den größten Stellenwert. „Wir sind hier nicht nur wie eine große Familie, sondern haben auch viele Freizeitmöglichkeiten ganz in der Nähe“, erzählt uns Lore Geißler. Sie und ihr Mann Wilfried haben seit Platzgründung ihren Wohnwagen dort stehen. Die Hamelner sind fast jedes Wochenende auf dem Platz.

Hugo Nomrowski, Beate und Arno Gloeden (von links) beim Schwätzchen unter Campern am Humboldt-See (Foto oben und unten links).

Auf dem Rattenfänger-Platz in Coppenbrügge werfen Lore und Wilfried Geißler den Grill an.

Fotos: sto



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