weather-image
Gala erinnert an Gründung der heutigen Volksbank am Ith / 800 Kunden und Gäste erwartet

Das Ziel ist seit 125 Jahren unverändert

Coppenbrügge (hen). Online-Banking, EC-Karten oder Geldautomaten lagen noch in weiter Ferne, als 47 Bürger am 5. Dezember 1886 den Coppenbrügger Spar- und Darlehnskassenverein e.G. gründeten. Fast 125 Jahre später blickt die Volksbank am Ith eG auf dieses historische Datum zurück – und feiert das Ereignis mit einer „Jubiläums-Gewinnspar-Gala“, zu der morgen Abend 800 Kunden und Gäste erwartet werden. Veranstaltet wird im eigens an der Sporthalle aufgebauten Festzelt eine „Varietéshow im Oktoberfestcharakter“.

veröffentlicht am 06.10.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 02:41 Uhr

270_008_4872058_lkcs107_0610.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Die 47 Coppenbrügger gründeten den Spar- und Darlehnskassenverein nach den Prinzipien der Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung – und legten damit den Grundstein für die heutige moderne Genossenschaftsbank. „Bis zur Jahrhundertwende wuchs die Zahl der Mitglieder im Spar- und Darlehnskassenverein auf rund 130“, berichtet Iris Krause, bei der Volksbank zuständig für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit. Die Volksbank am Ith ist aus den 1994 fusionierten Volksbanken Saaletal beziehungsweise Coppenbrügge hervorgegangen und hat aktuell 5300 Mitglieder.

Während in der allerersten Bilanz 14 839 Mark an Spareinlagen ausgewiesen wurden, wie in der Festschrift zum Jubiläum nachzulesen ist, betragen die Spareinlagen (nur der Kunden) heute 125 Millionen Euro. Der Bilanzgewinn betrug zum 31. Dezember 2010 rund 146,9 Millionen Euro.

Auch wenn es um andere Summen geht, kaum verändert hat sich das Ziel der Spargemeinschaft: Schon vor 125 Jahren war es Ziel, „den Bürgern die Möglichkeit zu geben, erspartes Geld im Ort anzulegen und davon den wirtschaftlich schwachen und kreditwürdigen Mitgliedern Geldmittel in Form von zinsgünstigen Krediten zur Verfügung zu stellen“, heißt es in der Chronik. Die Rendanten (heute Vorstände) waren angesehene Männer, die beispielsweise bei der Kreditvergabe durchaus eigene Entscheidungsbefugnis hatten, die längst Geschichte ist: „Heute werden die Banken durch Gesetze reglementiert“, sagt Iris Krause. Erster Rendant und Mitbegründer des Spar- und Darlehnskassenvereins war August Risch, der das Amt des Geschäftsführers nebenamtlich 27 Jahre innehatte und in dessen Haus an der Niederstraße sich das Geschäftszimmer des Vereins befand. Risch zur Seite stand Luise Leben. 1887 wurde in Lauenstein eine Zweigstelle eröffnet, 1887 folgten Oldendorf-Benstorf und Wallensen, 1894 Groß Hilligsfeld und 1895 Bisperode.

270_008_4872084_lkcs108_0610.jpg
270_008_4872052_lkcs104_0610_1_.jpg

Zu Beginn der 1890er Jahre wurde der Geschäftsbezirk auf Marienau, später auf Dörpe, Bäntorf, Herkensen, Hohnsen, Behrensen und Bessingen ausgedehnt. Nach schwierigen Jahren durch die Kriege und die Zeiten des Wiederaufbaus erfolgte 1946 die Umwandlung der Genossenschaft von der unbeschränkten in die beschränkte Haftpflicht. Die Währungsreform 1948 brachte erneut eine Fülle von Arbeit mit sich. Die Reichsmark-Einlagen wurden in Deutsche Mark umgerechnet – wieder ein Neuanfang.

In den 1960er Jahren wuchsen die ersten kleinen Kassenvereine zusammen. Im Oktober 1957 wurde der Betrieb im Gebäude an der Osterstraße aufgenommen. Heute besteht die Universalbank aus sieben Bankstellen. Die Geschäftsstellen befinden sich in Bisperode, Groß Hilligsfeld, Lauenstein, Oldendorf, Salzhemmendorf und Wallensen. 54 Mitarbeiter betreuen rund 13 000 Kunden, davon fast 5300 Mitglieder mit fast 22 000 Konten.

Bewusst hat der Vorstand die Jubiläumsfeier, die in Zusammenarbeit mit der VR-Gewinnspargemeinschaft e.V. veranstaltet wird, von der Generalversammlung getrennt. Dass die Gala sich im Coppenbrügger Terminkalender abhebt, zeigt der Run auf die Karten – schon nach kurzer Zeit war die Veranstaltung ausverkauft, eine Abendkasse gibt es nicht. Nach den Festrednern wird ein bayerisches Büfett angeboten, und nach der Varietéshow spielt die Band „A-Dur-Musik“ Tanzmusik.

Ein Blick in die Schalterhalle von einst: So sahen die Geschäftsräume an der Niederstraße aus (vermutlich in den Anfangsjahren entstanden).

Bilder unten: Die Geschäftsräume in der Niederstraße

und die Vorderseite des Gründungsprotokolls.

Fotos: Volksbank



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt