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Unternehmen plant Deponie im Steinbruch am Ith – Antrag soll in Kürze gestellt werden

„Das muss die Politik entscheiden“

Lauenstein/Bisperode. Noch liegt der Antrag gar nicht vor, noch gibt es nichts Schriftliches, dennoch kochen die Emotionen bereits seit rund zwei Jahren hoch – insbesondere im politischen Raum. Die Pläne der Hannoverschen Basaltwerke GmbH & Co. KG, nach Abbauende im Steinbruch Ith zwischen Bisperode und Lauenstein eine Deponie der Klasse 1 (Bauschutt und vergleichbare mineralische gewerbliche Abfälle) zu errichten (wir berichteten), stoßen vor Ort auf wenig Gegenliebe.

veröffentlicht am 22.09.2014 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:04 Uhr

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Matthias Aschmann

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Matthias Aschmann Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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„Wir rechnen damit, den Antrag in Kürze zu erhalten, möglicherweise noch in diesem Monat“, erklärt Thomas Meyer, Leiter der Abteilung 1 des Gewerbeaufsichtsamtes Hannover. Man habe entsprechende Signale erhalten. Das Gewerbeaufsichtsamt Hannover ist die zuständige Genehmigungsbehörde, die den gesamten Prozess begleitet. Laut Meyer steht das Unternehmen derzeit in engem Kontakt zu seiner Behörde, um die Unterlagen abzustimmen und vorzubereiten. Dazu zählten die konkreten Genehmigungs-Planungsunterlagen, außerdem müsse ein landschaftspflegerischer Begleitplan zum Vorhaben erarbeitet und ein Antrag auf Teilaufhebung des Landschaftsschutzgebietes Ith gestellt werden. Dieses Prozedere sei üblich, um den potenziellen Antragsteller nicht ins offene Messer laufen zu lassen, betont der Abteilungsleiter, der unter anderem für Genehmigungsverfahren zuständig ist. Sobald der Antrag schriftlich vorliege, beginne das Prüfverfahren, in dessen Verlauf auch die Öffentlichkeit mit eingebunden werde. Zunächst werde aber geprüft, ob die Antragsunterlagen überhaupt vollständig vorliegen.

Kritiker sehen das Vorhaben überaus skeptisch. Vor allem die Grünen machen im Kreistag Hameln-Pyrmont Front gegen die Deponiepläne, aber auch in den Reihen der SPD dominiert das Misstrauen. Eine Sorge gilt dem Trinkwasservorkommen im Ith, die andere dem Landschaftsschutzgebiet. Eine Deponie habe in einem europäischen Schutzgebiet nichts zu suchen, argumentieren die Grünen.

Aus Sicht der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Hameln-Pyrmont bestehen dagegen keine grundsätzlichen Bedenken gegen eine Deponie im Ith-Steinbruch. Es werde vielmehr begrüßt, dass durch die geplante Verfüllung der weithin sichtbaren Wunde im Landschaftsbild der ursprünglich bewaldete Ith-Hangbereich wieder hergestellt werden könnte.

Landrat Tjark Bartels (SPD) verweist auf die erheblichen Vorbehalte der Politik, sieht das Vorhaben aus Verwaltungssicht jedoch eher emotionslos. „Das muss die Politik entscheiden.“ Er könne die Bedenken durchaus nachvollziehen. Der Lkw-Verkehr würde zwar reduziert, die Belastung jedoch über einen langen Zeitraum bestehen bleiben. Zudem blieben Risiken durch mögliche Einlagerungen von Stoffen, die da nicht hingehören. Als positiv wertet er wie seine Unterere Naturschutzbehörde den Aspekt, im Falle einer Verfüllung des Steinbruchs die Wunde im Ith wieder schließen zu können. Doch all dies müsse politisch diskutiert und entschieden werden, auch und insbesondere die Frage, ob man auf einen Teil des Landschaftsschutzgebietes verzichten will.



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