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Exponate zur Geschichte Wallensens

Das Haus an der Stadtmauer: Viel mehr als nur ein Museum

WALLENSEN. So unscheinbar, ja bieder das Gebäude von außen auch erscheinen mag, das „Haus an der Stadtmauer“ im Salzhemmendorfer Ortsteil Wallensen hat‘s sprichwörtlich „in sich“. Dokumentiert es doch gleich mehrere wichtige Bereiche der Geschichte Wallensens.

veröffentlicht am 17.04.2018 um 15:46 Uhr
aktualisiert am 17.04.2018 um 17:00 Uhr

Das „Haus an der Stadtmauer“ beherbergt viele Exponate aus der Geschichte Wallensens. Foto: gök
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Autor

Burkhard Reimer Reporter
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Da ist zunächst die frühe Ortsgeschichte, die die Wallenser mit einigem Stolz erfüllt. Immerhin ist Wallensen bereits 1068 erstmals urkundlich erwähnt worden, wobei getrost davon ausgegangen werden darf, dass die Siedlung schon sehr viel früher bestanden hat. Zudem wurde Wallensen im Juni 1351 von Siegfried von Homburg, dem damaligen Herrscher über das Gebiet, die Stadtrechte verliehen, wie Besucher des Hauses den Wandtafeln in einem der Räume im Obergeschoss entnehmen können.

„Vieles von dem, worüber wir informieren möchten, können wir leider nur auf Wandtafeln darstellen“, bedauern Karl-Heinz Grießner und Heinrich Meier im Gespräch mit der Dewezet, „eine gewisse räumliche Enge, die die Struktur des Hauses nun einmal mit sich bringt“. Grießner, Vorsitzender des Vereins „DorfKulTour“, der Träger der Einrichtung ist, und sein Stellvertreter Heinrich Meier verweisen darauf, dass es im „Haus an der Stadtmauer“ auch so manches aus der jüngeren Geschichte Wallensens zu erfahren gibt. Etwa, aufgearbeitet vom Hamelner Historiker Bernhard Gelderblom, über das einstige jüdische Leben im Dorf, und auch das dunkle Kapitel „Zwangsarbeit“ während der NS-Zeit wird keineswegs ausgespart.

Vor diesen Informationstafeln treten die dreidimensionalen Exponate umso deutlicher hervor, wie die Bergmannstracht mit Jacke und Schachthut, in der Abteilung, die sich dem bis 1966 in der Gegend, speziell im Weenzer Bruch, betriebenen Braunkohleabbau widmet. Räumlich wie thematisch schließt sich daran die Dokumentation der Rekultivierung der Abbauflächen zum Naherholungsgebiet mit dem Humboldt-See an.

Foto: gök
  • Foto: gök
Foto: gök
  • Foto: gök

Doch damit nicht genug, denn von Beginn an sollte mit der Übernahme des Gebäudes durch den Trägerverein im Oktober 2007 nicht ausschließlich ein Museum eingerichtet werden. Vielmehr dienen das Haus und der direkt an die Reste der ehemaligen Stadtmauer angrenzende Garten vor allem als Orte der Begegnung. So gibt es einen Veranstaltungsraum mit bis zu 60 Plätzen, werden wechselnde Ausstellungen im Hause und Workshops im Garten organisiert; schließlich hat auch die Dorfbücherei im „Haus an der Stadtmauer“ eine Heimstatt gefunden.



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