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„Salzburg“ aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen / Käufer gesucht

„Das Gasthaus war ihr Lebenswerk“

Marienau/Salzburg (sto). Eine Handvoll Häuser, insgesamt rund 30 Einwohner, rundum herrliche Panoramablicke, eine idyllische Landschaft und mittendrin das Waldgasthaus „Salzburg“ mit Annis leckerem Apfelkuchen – so kennen Einheimische und viele Wanderer von nah und fern den kleinen Ortsteil Salzburg, der mit dem Auto am besten von Marienau aus zu erreichen ist. Er war 1733 von protestantischen Einwanderern aus dem Salzburgischen, vorwiegend aus Berchtesgaden, gegründet worden.

veröffentlicht am 14.09.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 02:21 Uhr

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Obwohl auf den ersten Blick alles aussieht wie immer, gab es in dem Örtchen eine grundlegende Veränderung, die das Ende einer langjährigen Tradition bedeutete. Das Waldgasthaus nämlich wurde Ende Mai geschlossen. Sozusagen stillschweigend, denn im Vorfeld war dieser gravierende Schritt keinem bekannt. Erst nach und nach wurde die Öffentlichkeit darauf aufmerksam. Wanderer, die sich im Gasthaus stärken wollten, standen vor verschlossenen Türen. In den umliegenden Orten wurde über alle möglichen Gründe spekuliert, da der Inhaber sich dazu bislang nicht geäußert hatte.

„Wir mussten aus wirtschaftlichen Gründen schließen“, betont Harald Dreyer. Seit 1997 hat der Gastwirt und ausgebildete Koch den Familienbetrieb mit seiner Mutter Anni Dreyer geführt, die das Anwesen vorher mit ihrem Mann bewirtschaftet hatte. Ins Leben gerufen worden war die Gaststätte 1932 von Harald Dreyers Großeltern väterlicherseits. „Mit einem Flaschenhandel hat meine Schwiegermutter Lina Dreyer damals begonnen“, erinnert sich Anni Dreyer. Dann wurde selbstgebackener Kuchen verkauft und nach und nach auch ein Mittagstisch angeboten. Der Betrieb habe bestens floriert. 1962 haben Anni Dreyer und ihr Mann das Gasthaus übernommen. „Die Gäste kamen in Scharen. Auch von weiter weg“, erinnert sich die 88-Jährige. Der Renner seien ihre selbst gemachten Wildgerichte, allen voran die „Wildsülze nach Art des Hauses“, und ihr Apfelkuchen gewesen.

Bis zum Jahr 2000 lief alles bestens. „Dann bewegte sich der Pfeil langsam nach unten, denn die Gäste wurden immer weniger“, bedauert der Gastwirt. Um diesem Einbruch entgegenzuwirken, haben die Wirtsleute ihre Speisekarte aufgepeppt und diverse Veranstaltungen, auch kultureller Art, angeboten – jedoch erfolglos. Die Besucherzahlen wurden stetig rückläufiger. An manchen Tagen hatten sie noch nicht mal einen einzigen Gast. Auch Familienfeiern wurden immer weniger. Die Wirtsleute führen das auf die immer größer werdende Konkurrenz zurück und auch auf die Einrichtung der Dorfgemeinschaftshäuser. „Die haben uns etliche Familienfeiern weggenommen“, mutmaßt die Wirtin.

Trotz des rapiden Einbruchs haben Anni und Harald Dreyer an ihrem Betrieb festgehalten. „Als wir dann aber mehr und mehr draufzahlen mussten, haben wir uns entschlossen, das Lokal zu schließen“, betont Anni Dreyer. Dieser Schritt habe sehr, sehr wehgetan. Umso mehr, da manche Leute ihr und ihrem Sohn „mangelnde Motivation und Desinteresse“ vorgeworfen hätten. Das sei ein großer Schlag für beide gewesen. „Besonders für meine Mutter, denn das Gasthaus war ihr Lebenswerk“, betont Harald Dreyer, der nun nach einem Käufer für das Gasthaus und die Pension mit angrenzendem Kaffeegarten sucht.

Das Mutter-Sohn-Gespann: Anni und Harald Dreyer mussten ihr Waldgasthaus „Salzburg“ aus wirtschaftlichen Gründen schließen.

Foto: sto



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