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Karl-Heinz Brandt (SPD) hat nach über 40 Jahren aus persönlichen Gründen sein Ratsmandat niedergelegt

Das Ende einer politischen Ära

COPPENBRÜGGE. Über 44 Jahre war er im Rat des Fleckens und 35 Jahre lang im Kreistag Coppenbrügges Gesicht der SPD. Jetzt hat sich Karl-Heinz Brandt mit der Niederlegung seines Ratsmandats im Alter von 71 Jahren endgültig aus der Politik verabschiedet.

veröffentlicht am 15.12.2017 um 11:39 Uhr
aktualisiert am 15.12.2017 um 21:35 Uhr

Weil man beim Gerstensaft immer wieder die politischen Wogen glätten konnte, überreichte Bürgermeister Peschka (CDU) Brandt zum Abschied einen Kasten Bier. Foto: joa
Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Bodenwerder zur Autorenseite
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Bereits im November vorigen Jahres hatte sich das politische Urgestein, dessen Markenzeichen in allen Gremien stets das Hochhalten politischer Streitkultur war, vom Kreistag verabschiedet. Damals 70-jährig, hatte er im Interview jedoch noch versichert, die Kreispolitik zwar verlassen zu haben, Coppenbrügges Ratspolitik aber noch für die Dauer der Legislaturperiode über fünf Jahre treu bleiben zu wollen.

Und nun doch der ganz schnelle Ausstieg aus der Politik? Da kommen erst mal schnell Spekulationen über Partei-Zwist oder gesundheitliche Malessen auf. „Nichts von alledem“, versichert Karl-Heinz Brandt, der bei der offiziellen Niederlegung seines Mandats in der jüngsten Ratssitzung auf eine persönliche Erklärung verzichtete. Er sein in der Ratsfraktion mit allen im Reinen, und mit Rainer Olze habe er einen fähigen Nachfolger eingearbeitet, meint er dann aber im persönlichen Gespräch. Er habe nicht den Elan und die Motivation verloren, politische Ämter auszuführen, versichert er; und er sei auch noch fit genug, um im Garten Bäume zu fällen und Holz zu hacken.

Doch habe er – der bisherige Vollblut-Politiker – nach reiflicher Überlegung seine Lebensziele verändert. Brandt: „Ich bin jetzt seit 2011 pensioniert, und meine Frau ist nun auch im Ruhestand. Und da habe ich es bislang wohl unterschätzt, wie schön es ist, auch ganz ohne Termindruck frei über seine Zeit verfügen zu können. Kurzum: Aus der Reflexion als Rentner sei er zu dem Ergebnis gekommen, nun alle Terminverpflichtungen von den Schultern schütteln zu wollen. „Mit schlechtem Gewissen meinen Wählerinnen und Wählern gegenüber“, wie Brandt eingesteht.

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Frei und ungebunden will Brand jetzt seine Enkel in Hannover und England besuchen können. Ohne Blick auf den Sitzungskalender will er verreisen – ungebunden und frei, wann er will. Den Schritt habe er jetzt nach 44 Jahren in der Politik gemacht.

An der Pädagogischen Hochschule in Göttingen studiert, war Karl-Heinz Brandt 1969 nach Coppenbrügge gezogen. In dieser Zeit entschied sich Brandt – der Zugereiste – für die SPD, wurde mit 27 Jahren 1973 zum jüngsten Ratsherrn in der Gemeinde Coppenbrügge gewählt. Nach Lehrerstellen in Coppenbrügge und Salzhemmendorf übernahm er die Leitung der damaligen Haupt- und Realschule mit Orientierungsstufe in Salzhemmendorf. 1981 gewann Brandt einen Sitz im Kreistag.

In den 90er Jahren engagierte er sich für den Gesamtschulgedanken. 1996 wurde mit dem Ziel eines wohnortnahen gymnasialen Schulangebotes für den Ostkreis unter seiner Leitung die Schule am Kanstein zur Kooperativen und damit ersten Gesamtschule der Region. Im Rückblick sieht Brandt darin einen Höhepunkt seiner beruflichen wie politischen Arbeit.



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