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Landkreis signalisiert Peter Eilitz Ablehnung des Widerspruchs – jetzt geht er den Klageweg

„Dann kann ich mein Café hier dichtmachen“

Oldendorf (hen). In seinem Kampf gegen die seiner Ansicht nach drohende Verschärfung der Geruchsbelästigung durch die Erweiterung eines Schweinestalls in seiner unmittelbaren Nachbarschaft bleibt Peter Eilitz offensichtlich nur noch der Klageweg. Wie berichtet, hatte er gegen die Pläne von Landwirt Heinrich Knoke Widerspruch eingelegt. Nun hat der Landkreis Hameln-Pyrmont darauf hingewiesen, dass die schriftliche Zurückweisung des Widerspruchs kostenpflichtig würde und Eilitz geraten, den eingereichten Widerspruch noch einmal zu überdenken und gegebenenfalls zurückzuziehen. Was bedeuten würde, dass der Bau wie geplant vonstatten geht. „Dann kann ich mein Café und mein Hotel hier dichtmachen“, sagt der Oldendorfer, der mit seiner Frau das Café am Kirchweg betreibt.

veröffentlicht am 18.10.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 00:21 Uhr

Peter Eilitz, der mit seiner Frau das Café am Kirchweg nebst Hot
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Der ehemalige Architekt versteht nicht, warum der Behörde nicht daran gelegen ist, „bereits im Vorfeld einer Klage Ungereimtheiten oder Irrtümer aufzuklären“. Er behauptet, der Landkreis habe die unvollständigen Bauantragsunterlagen des Nachbarn mit umfangreichem Schriftverkehr sogar „selbst vervollständigt“ und sieht darin „eine gewisse Voreingenommenheit der Behörde“.

Der Widerspruch von Eilitz richtet sich gegen die Baugenehmigung „für den Anbau einer Remise für nicht selbst fahrende landwirtschaftliche Maschinen und Geräte, den Einbau eines Schweinestalles in die vorhandene Scheune, die Umnutzung des Kuhstalles zu einem Kornlager sowie den Anbau eines Auslaufbereiches an den Kuhstall (später Umnutzung zu einem Kornlager)“.

Nach Angaben des Landkreises werden aktuell auf diesem Teil der Hofstelle 240 Mastschweine und 25 Milchkühe, 25 Kälber und 15 Stück Jungvieh gehalten. Geplant sei, die Milch- und Rindviehhaltung aufzugeben und stattdessen in dem neu ausgebauten Schweinestall zusätzlich 190 Mastschweine zu halten. Der Landwirt Knoke werde dann – unter Einbeziehung des Stalles auf der anderen Straßenseite – über 547 Schweinemastplätze verfügen. Eilitz kämpft schon seit Jahrzehnten für ein sauberes Oldendorf: Nachdem das Vorhaben, einen Gülle-Sammelbehälter mitten im Dorf zu errichten, 1992 „durch ein Bürgerbegehren damals gerade noch rechtzeitig“ habe gestoppt werden können, so Eilitz, baue „derselbe Landwirt mitten im Dorf, umgeben von Wohnhäusern, einem Hotel, einem Café, dem Pfarrhaus und der Kirche an einem Maststall für über 500 Schweine“. Eilitz bezweifelt die Angaben des Bauherren und unterstellt, die Pläne dienten dazu, weitaus mehr Schweine unterzubringen. Er hatte den Landkreis gefragt, „warum der Landwirt, der schon im Außenbereich in der Nähe der Biogasanlage Schweinemast betreibe, nun auch den Oldendorfer Ortsmittelpunkt zu den von ihm schon jetzt produzierten Geruchsimmissionen den Gestank noch weiter bis zur Unerträglichkeit steigern darf, ohne Rücksicht auf die dort lebenden Menschen, die Kirchen, das Pfarrhaus, ein Hotel, die Schule und den Kindergarten“. Der Diplom-Ingenieur, der auch Zweifel an den technischen Darstellungen hat, auf seine Fragen vom Landkreis aber keine Antworten erhalten hat, nennt das Vorhaben „reine Profitgier auf Kosten anderer“, sagt Eilitz. „Der Landkreis hat mir geantwortet, dass eben alles das in einem Dorfgebiet erlaubt sei. Zu den technischen Fragen hat er nicht Stellung genommen.“ Dass 540 Mastschweine selbst für die unmittelbare Nachbarschaft keine über das zulässige Maß hinausgehenden Belästigungen hervorrufen würden, sei „blanker Hohn“; der Oldendorfer behauptet, die Beeinträchtigungen seien schon heute zwei- bis dreimal so hoch wie im Gutachten für die Zukunft prognostiziert.

Um eine Stellungnahme gebeten, weist Heinrich Knoke die Vorwürfe erneut als haltlos zurück: „Das ist dummes Zeug!“



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