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EU gibt 800 000 Euro für Entwicklungsprojekt Saale

Dammbauwerke werden eingerissen

SALZHEMMENDORF. Zur Umsetzung des Fließgewässerentwicklungsprojekts Saale sind von der EU insgesamt 800 000 Euro an Zuschüssen genehmigt worden. Zehn Prozent der Gesamtausgaben der Baukosten müssen vom Flecken Salzhemmendorf, von den Niedersächsischen Landesforsten, der Samtgemeinde Leinebergland, den Landkreisen Hildesheim und Hameln-Pyrmont sowie der Leineverband aufgebracht werden.

veröffentlicht am 01.11.2017 um 17:36 Uhr

Hier soll mit dem Entwicklungsprojekt Saale gestartet werden (v.li.): Clemens Pommerening, Wolfgang Kapa, Hauke Bruns, Hartmut Steins, Ulrich Schlette und Dietrich Schulz-Grossa. Foto: Joachim Hansmann
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Henry Griesefell Reporter
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Für den Gewässerabschnitt der verlegten Saale oberhalb Wallensen sind Maßnahmen zum Abbau von Barrieren für eine Verbesserung der ökologischen Durchgängigkeit, zur Verbesserung der Gewässerstruktur und zur Optimierung des Hochwasserschutzes ausgearbeitet worden.

Geplant ist, den aktuellen Verlauf der Saale im Weenzer Bruch umzulegen. Im Bereich des Weinberger Sees wird es dabei zu den größten Veränderungen kommen: Die Saale soll künftig am Weinberger See vorbeiführen statt hindurch. Um den Weinberger See zum Wasserrückhalt nutzen zu können, müssen auch noch einige Anlagen dort errichtet werden. Dazu gehören Drosselungen der Abflüsse, eine Überlaufschwelle mit Zulaufstrecke sowie eine Sicherungs- und eine Zuleitungsstrecke.

„Die zukünftigen Unterhaltungskosten der Hochwasserschutzbauten wird der Flecken Salzhemmendorf übernehmen“, so Salzhemmendorfs Bürgermeister, der ankündigt, dass im Januar für diese Baumaßnahmen hierzu erst noch ein Planfestestellungsbeschluss getroffen werden muss. Gerade bei Starkregenereignissen sollen dann künftig die Bewohner des Saaletals in Wallensen, Ockensen, Salzhemmendorf oder Oldendorf ruhiger schlafen könnten, anstatt dauernd Pumpen bei Hochwasser in ihren Kellern zu betreiben.

Zudem soll die Schäler-Brücke abgerissen werden, die bisher Fußgängern und Fahrradfahrern den Weg von einer Flussseite zur anderen ermöglichte. Darunter befinden sich Wassertreppen, die ebenfalls entfernt werden sollen, um den Fluss für Tiere und Pflanzen wieder durchgängiger zu machen. Ehemalige Staustrecken wie oberhalb des Weinberger Sees und der Schäler-Brücke werden aufgehoben.

Um den Hochwasserschutz zu verbessern, soll der Weinberger See als Wasserrückhalteraum genutzt werden. Zu diesem Zweck ist eine Absenkung des Seewasserspiegels um 1,50 Meter geplant. So könnte kostengünstig und mit verhältnismäßig geringen Eingriffen ein Volumen für Extremwasser-Situationen von rund 90 000 Kubik geschaffen werden.

Jetzt stellten Naturschutzförster Ulrich Schlette und Dietrich Schulze-Grossa, der bei den Landesforsten für Wegebaumaßnahmen zuständig ist, den Beteiligten die ersten Maßnahmen des Gesamtprojekts vor. Noch für dieses Jahr plant das Forstamt Grünenplan den Rückbau von zwei Durchlässen einschließlich der Dammbauwerke über die Saale. An der Wegequerung des Marienfeldweges wird ersatzweise eine Fußgängerbrücke in Holzbauweise errichtet, um die überörtlichen und örtlichen Wanderwege wieder anzubinden. „Der Bau der Fußgängerbrücke wird noch in diesem Jahr erfolgen“, erklärt Forstamtsleiter Hauke Bruns, „je nach Witterung ist die Neueröffnung der Brücke für das Frühjahr 2018 geplant. Während der Bauphase werden wir für die Spaziergänger eine kurze Umgehungsstrecke anbieten“. Zur Wiederherstellung der Wegeverbindung für den Ver- und Entsorgungsverkehr zum Kiosk Bruchsee und für Rettungsfahrzeuge werden die beiden vorhandenen Forstwege (Marienfeldweg und Bruchseeweg) mit einem neuen Verbindungsweg angeschlossen.

Nach ursprünglichen Planungen vor sechs Jahren sollten sich die Kosten des Gesamtprojekts zur Saale-Renaturierung auf 432 000 Euro belaufen und Salzhemmendorfs Anteil dafür bei 10 000 Euro liegen. Doch es wird teurer. Statt 432 000 Euro wie im Jahr 2011 geschätzt wird die Maßnahme nun fast eine Million Euro kosten. In Salzhemmendorf sind für das Hochwasserschutz-Projekt im Haushalt bislang 30 000 Euro eingeplant.

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