weather-image

cs12/windkraft

Benstorf (gök). Es gibt Gegenwind für den Bürgerwindpark. Das Windparkmodell mit möglicher Bürgerbeteiligung hatte die Landberatung im Januar Ratsmitgliedern der Gemeinde Salzhemmendorf vorgestellt.

veröffentlicht am 10.02.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 17:41 Uhr

270_008_5216841_lkcs102_1002_1_.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Um Protesten in der Bevölkerung schon in der Denkphase des Projektes entgegenzuwirken, wollte Folkart Müller von der Landberatung zunächst nur die Ratsmitglieder über das Projekt informieren. Doch nach dem Bekanntwerden der Ideen, die bei der Informationsveranstaltung besprochen wurden, gibt es erste Reaktionen der Bürger. Einer davon ist Thomas Wehrhahn aus Benstorf. Er sieht das Projekt kritisch. Schon bei dem ersten Windpark zwischen Oldendorf und Ahrenfeld sei er skeptisch gewesen, habe aber die rechtliche Notwendigkeit eingesehen. Das Gesetz sieht vor, dass die Gemeinde bestimmte Flächen für Windkraftanlagen ausweisen muss. Indem sie die Fläche festgelegt hat, hat sie selbst entschieden, welche Fläche für die Windkraft genutzt werden soll.

Gemeindebürgermeister Martin Kempe habe Wehrhahn bei der Umsetzung des ersten Windparks persönlich zugesagt, dass er weitere Windkraftanlagen nicht befürworten würde. Auf Anfrage bestätigt Kempe, dass er seine persönliche Meinung nicht geändert habe: „Aber die Entscheidung für einen weiteren Windpark liegt natürlich bei der Politik. Die Gemeinde Salzhemmendorf ist ihren gesetzlichen Verpflichtungen durch den einen bereits bestehenden Windpark nachgekommen. Weitere Windkraftanlagen halte ich persönlich hier in unserem Gemeindegebiet nicht für notwendig.“

Der Bericht über die Infoveranstaltung ließ Wehrhahn nun hellhörig werden. Zusammen mit weiteren Bürgern aus der Gemeinde ist er sich einig, dass bei einer geplanten Umsetzung der Protest gegen ein solches Projekt aufgenommen werden solle. „Wir erwarten einfach von den Ratsmitgliedern, dass sie sich eindeutig gegen ein solches Projekt positionieren und verhindern, dass eine weitere Anlage in der Gemeinde Salzhemmendorf entsteht.“

Dabei ist Wehrhahn der Ort in der Gemeinde für einen geplanten Standort egal. Seiner Meinung nach richte sich die Gemeinde immer mehr Richtung Tourismus aus. Eine Windkraftanlage würde seiner Ansicht nach nirgends in die Landschaft passen. Selbst der Betrieb der Anlage als Genossenschaft durch die Einwohner des Fleckens wäre für ihn nicht nachvollziehbar: „Wer in Windkraftanlagen investieren möchte, kann dies bei unzähligen Angeboten als Investor doch tun. Warum sollen 30 bis 50 Bürger von so einer Anlage profitieren, wenn über 1000 Einwohner in der Umgebung darunter leiden sollen?“ Als Argument für seinen Standpunkt führt er die Lärmbelästigung durch die Rotoren für unmittelbare Nachbarn und Auswirkungen auf das Landschaftsbild an. Zudem seien die Windkraftanlagen an Land zu unverlässig, da nicht immer genug Wind oder aber manchmal zu viel Wind vorherrsche, sodass die Anlagen dann abgeschaltet und zum Teil sogar Ausfallgeld gezahlt werden müssten.

Er selbst halte eher Biogasanlagen für sinnvoll, die dauernd Strom liefern würden und grundlastfähig seien. Auch Offshore-Windparks im Meer seien sinnvoll, da dort der Wind fast immer vorherrscht.

„Der Flecken Salzhemmendorf hat mittlerweile wirklich viel zu einer Umstellung der Energiepolitik beigetragen“, sagt Wehrhahn. Vier Biogasanlagen, einen Windpark und mehrere Photovoltaikanlagen auf den Dächern gibt es in Salzhemmendorf. Ein weiterer Windpark sei nicht notwendig. Stattdessen regt er an, eine weitere Windkraftanlage in der bereits ausgewiesenen Fläche zu positionieren. „Verschandelt ist die Landschaft dort eh schon“, findet er.

Die Politik, insbesondere die Grünen um Fraktionsvorsitzenden Karsten Appold, möchte bald ein Konzept erstellen, was in der Gemeinde im Hinblick auf regenerative Energien noch passieren soll. „Einfach so einen Windpark in das Saaletal klatschen, wollen wir natürlich nicht, aber über Ideen wie einen Bürgerwindpark muss man zumindest doch mal reden dürfen“, sagt Appold. „Man muss alle mal sachlich zu Wort kommen lassen und dann sehen, wie die Interessenlagen sind.“

Bürgerwindpark in Salzhemmendorf?

Noch kein politisches Konzept, aber Diskussionen in der Bevölkerung

In Salzhemmendorf gibt es bislang eine ausgewiesene Fläche für Windkraftanlagen zwischen Oldendorf und Ahrenfeld.Foto: gök

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare