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Nach neun Monaten Bauphase: Wärme für Bäder und Krankenhaus Lindenbrunn

Coppenbrügges erste Biogasanlage ist am Netz

Coppenbrügge (ist). Für Badegäste im Coppenbrügger Freibad und Patienten im Krankenhaus Lindenbrunn unbemerkt, wird wohlige Wärme bereits seit Anfang Juli von heimischen Feldern statt wie bisher aus dem Biomethangasnetz geliefert: Die erste Coppenbrügger Biogasanlage ist sowohl terminlich punktgenau als auch nach perfekt koordinierter Bauabstimmung überwiegend lokaler Unternehmen nach neunmonatiger Bauphase in Betrieb gegangen. Ganz offiziell stellten die Ith-Gas-GmbH & Co. KG (Olaf Maßmann, Heiko Falke, Cord Wiegand-Behmann, Ernst Wilhelm Dehmann), die Stadtwerke Weserbergland (vertreten durch Helmut Feldkötter und Karl-Michael Wiehe) und Bürgermeister Hans Ulrich Peschka gestern die Anlage vor. Auf einer Grundstücksfläche von 2,5 Hektar wird die Biogasanlage an der B 442 in direkter Nachbarschaft zur Kläranlage jährlich rund 9,7 Kilowattstunden Rohbiogas erzeugen. Die Investition der vier Coppenbrügger Landwirte, so Maßmann, belaufe sich auf etwa 2,2 Millionen Euro, die der Stadtwerke nach Auskunft von Geschäftsführer Helmut Feldkötter liegt bei rund 1,5 Millionen. Eine Investition, die nicht nur Absicherung landwirtschaftlicher Existenzen bedeute, wie Maßmann feststellt. Im Kontext mit zwei Blockheizkraftwerken (wir berichteten) komplettiere die Biogasanlage nunmehr die energetische Neuorientierung des Fleckens und seine innovative Bädersanierung im Passivhausstandard, ergänzen Peschka und Feldkötter. Über eine 2,4 Kilometer lange Biogas-Leitung wird das erzeugte Gas seit gut drei Wochen zu zwei BHKWs am Schwimmbad in Coppenbrügge transportiert. Das kleinere im Fleckenbesitz sorgt für Schwimmbadtemperaturen von 23 bis 25 Grad. Das größere der Stadtwerke hilft bei Bedarf in Spitzenzeiten aus, versorgt in erster Linie über eine Wärmezuleitung das Krankenhaus Lindenbrunn, den vierten Partner des Projektes. „Das ist schon jetzt ein Erfolgsmodell“, stellen dessen Geschäftsführer Frank Schmidt und Pflegedienstleiter Friedhelm Albrecht fest. „Wir machen uns als größter Arbeitgeber unabhängig vom teuren und umweltschädlichen Heizöl, sparen jährlich 540 Tonnen Kohlendioxid, die Öl-Heizanlage hat nur Reservefunktion – das liegt voll und ganz auf der Linie unseres Qualitätsmanagements!“ Die Besonderheit des Projektes, da ist man sich am Fermenter einig, sei die mehrfache Win-win-Situation, wie Peschka und Feldkötter betonen: Dazu zählen wirtschaftliche Vorteile für alle Beteiligten und den Steuerzahler im Flecken, positive Umwelteffekte, Wertschöpfung vor Ort durch Auftragsvergabe an lokale Unternehmen, außerdem von Beginn an ebenso zielgerichtete Zusammenarbeit mit lokalpolitischen Gremien, Landwirten, Stadtwerken und Lindenbrunn wie in der elektronischen Kommunikation von Blockheizkraftwerken und Biogasanlage.

veröffentlicht am 01.08.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 05:41 Uhr

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Einzigartig in der Biogasanlagenszene sei auch die – wenn überhaupt vorhanden – geringe Belästigung der Bürger, versichern die Ith-Gas-Landwirte. Die nötigen „Futterstoffe“ der Anlage, rund zehn Tonnen Mais pro Jahr, würden bei etwa 550 Anfahrten innerhalb einer Herbstwoche nur aus einem Umkreis bis höchstens drei Kilometer über Wirtschaftswege angeliefert.



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