weather-image
13°
Eltern fürchten Wegfall der Fahrten zur Schule in Elze und gründen Initiative

Buslinie bleibt – zunächst bis Herbst

Gemeinsam diskutieren die betroffenen Eltern und Kinder über Alternativvorschläge zur Beförderung zur Schule nach Elze.

veröffentlicht am 30.07.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 01:21 Uhr

270_008_4145703_lkcs103_31.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Foto: top

Lauenstein (top). Wie kommt mein Kind ohne Bus in die Schule nach Elze? Welche alternativen Fahrmöglichkeiten gibt es? Müssen Fahrgemeinschaften gebildet werden? Diese und unzählige weitere Fragen stellten sich Eltern aus der Gemeinde Salzhemmendorf, deren Kinder die Schule des christlichen Jugenddorfwerkes in Elze besuchen noch bis Anfang der Woche. An diesem Tag gab es eine vorläufige Entwarnung – nach einem Gespräch, zu dem die schnell gegründete Elterninitiative Vertreter der Gemeinde und der Öffis in Hameln gebeten hatte. Dass die Buslinie jetzt doch zunächst bis Herbst weitergeführt wird, ist aus Sicht der Eltern allerdings nur ein kleiner Lichtblick.

Am letzten Schultag vor den Ferien hatten die Eltern der 47 Salzhemmendorfer Kinder vom voraussichtlichen Wegfall der seit nahezu zehn Jahren bestehenden Busverbindung zur Schule nach Elze erfahren. „Das macht uns wütend, vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden“, macht Uwe Dickow seinem Ärger Luft. Zumal es kein direktes Gespräch mit den Eltern gegeben hatte, sondern diese Tatsache nur über Flyer und Infozettel verkündet wurde. Dafür hat sich die Gemeinde jetzt entschuldigt. Der Punkt, dass während der Ferien nach einer Lösung gesucht werden musste, verärgerte nicht nur den Lauensteiner, sondern auch alle anderen Eltern.

50 000 Euro Kosten jährlich

Die Gemeinde hatte die Schulbusverbindung gekündigt. „Aus finanzieller Sicht war der Erhalt der Schulbusverbindung von Salzhemmendorf nach Elze seit nahezu zwei Jahren nicht mehr gegeben“, informiert Michael Paulessen. Mit nahezu 50 000 Euro pro Jahr schlägt der zweimal am Tag stattfindende Busverkehr zum CJD zu Buche. „Diese Ausgaben sind nur mit einer Anzahl von mindestens 40 Schülern kostendeckend zu halten. In den letzten zwei Jahren nutzten immer weniger Familien diese Beförderungsmöglichkeit, und bei aktuell 29 mitfahrenden Kindern und Jugendlichen war der Bus nicht mehr zu halten”, sagt Paulessen weiter. Als Sprecher der Elterninitiative führte Dickow Gespräche mit der Gemeinde. „Der erste Schriftwechsel verlief eher ernüchternd”, erinnert sich der Vater von zwei Söhnen, die die Elzer Schule besuchen. „Die Reaktionen ließen auf sich warten, die Antworten zu wünschen übrig“, kritisiert der Familienvater. Wichtige Informationen seien nur langsam zu den Eltern durchgedrungen und zudem sei es schwierig gewesen, während der Ferienzeit schnell zu handeln, um den Fortbestand der Buslinie zu sichern. „Viele Familien waren im Urlaub und wussten ja noch gar nicht, was nach ihrer Heimkehr auf sie zukommt”, bestätigt Ranghild Dickow.

Auch im Rathaus wurden Alternativen beraten und Fahrgemeinschaften in Erwägung gezogen. Doch kein Lösungsansatz stellte sich als optimal dar. „Wir fühlen uns im Stich gelassen“, spricht Marion Grams das aus, was viele andere Eltern auch denken. Immer wieder suchten die Betroffenen das Gespräch mit der Gemeinde.

Jetzt kam es zu einem klärenden Gespräch, das für alle Seiten erste Lösungsansätze, wenn auch erst einmal nur kurzfristig, erkennen lässt. „Auch wenn es noch nicht hundertprozentig ist, ist ein Ansatz erkennbar”, sagt Uwe Dickow über die derzeitige Möglichkeit zur weiteren Beförderung der nahezu 50 Schüler. Möglich ist das nur, wenn auch wirklich alle Schüler das Angebot nutzen. „Bis zu den Herbstferien wird der Busbetrieb mit zwei Fahrten pro Tag in jedem Fall weiter aufrechterhalten”, sagt Carsten Busse, Öffi-Geschäftsführer.

Der Fortbestand steht und fällt mit der Nutzung des Angebots, appelliert Uwe Dickow an alle Eltern, sich an den Buskosten zu beteiligen: „Denn nur, wenn wir gemeinsam hinter der Schulbusfahrt stehen, können wir auf Dauer etwas bewegen.“ Um auch für die Zeit nach den Herbstferien gewappnet zu sein, stehen bereits in einigen Wochen die nächsten Gespräche an.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare