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90 000 Euro teures Fahrzeug angeschafft

Bürgerbus in Salzhemmendorf soll Anfang 2018 starten

SALZHEMMENDORF. Es ist spät am Abend und der letzte Bus ist gerade abgefahren. Wer jetzt nicht laufen will, muss ein teures Taxi bezahlen. Solche Situationen sollen zukünftig im Flecken Salzhemmendorf vermieden werden. Anfang nächsten Jahres soll nämlich der Bürgerbus ins Rollen kommen.

veröffentlicht am 08.08.2017 um 15:12 Uhr
aktualisiert am 08.08.2017 um 17:50 Uhr

Coppenbrügge hat ihn, Salzhemmendorf wird ihn bald auch haben: einen Bürgerbus als Ergänzung zum Nahverkehrs-Angebot. Foto: Sto/archiv
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Robin Mai Reporter
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Ein „Mercedes Midcity Bus 8 + 1.“ Fast 90 000 Euro wird das Fahrzeug kosten. Finanziert wird der Bus zu 70 Prozent durch die Landesverkehrsbehörde, die restlichen Kosten übernimmt der Landkreis. Ursprünglich sollte das Fahrzeug bereits im Sommer oder Herbst dieses Jahres durch den Flecken fahren. „Der bürokratische Aufwand war höher als gedacht“, erklärt Manfred Roth, als Vorsitzender des Bürgerbus Flecken Salzhemmendorf Vereins. So habe es fünf Monate gedauert, in die Fahrpläne des öffentlichen Nahverkehrs (Öffis) integriert zu werden.

Am 14. August will der Verein einen Vertrag mit der Verkehrsgesellschaft Hameln-Pyrmont abschließen. Damit soll der Bus für den öffentlichen Dienst lizensiert werden. „Unser Angebot soll keine Konkurrenz zu den Öffis werden, sondern eine Ergänzung des Nahverkehr-Angebots“, betont Roth. Deswegen soll ein Fahrticket des Bürgerbusses genauso viel wie ein Ticket bei den Öffis kosten.

Sobald der Vertrag unter Dach und Fach gebracht worden ist, will der Bürgerbus-Verein im September eine Informationsveranstaltung für Fahrer des Busses und Vereinsmitglieder veranstalten. Wahrscheinlich wird die Veranstaltung öffentlich zugänglich sein, sodass sich auch potenzielle Mitfahrer über die aktuelle Bus-Situation erkundigen können.

„Wir waren sehr darum bemüht, einen Elektrobus zu kriegen, jetzt ist es aber doch ein Diesel geworden“, äußert sich Roth. Ein E-Bus könne nicht als Bürgerbus eingesetzt werden, da er mit einer Aufladung nicht den ganzen Tag fahren könne. Es dauert zu lang, den Bus erneut aufzuladen. Durchschnittlich soll der Bürgerbus vier Touren à 90 Kilometer fahren. Damit will man im Jahr insgesamt 44384 Kilometer zurücklegen.

„Mit unserem Fahr-Angebot wollen wir vor allem ältere Mitbürger ansprechen“, erklärt der Vereinsvorsitzende. Für ihn war es daher wichtig, den Bus als Niederflurfahrzeug zu erwerben. Durch den tiefgelegten Bus-Boden, wird es leichter sein, in das Fahrzeug einzusteigen. Vor wenigen Monaten hatte der Bürgerbus-Verein noch nach ehrenamtlichen Fahrern gesucht. Inzwischen haben sich bereits etwa 30 Freiwillige gefunden, die sich in den kommenden Tagen noch einem Gesundheitstest unterziehen müssen. Außerdem sollen sie einen Personenbeförderungsschein in eingeschränkter Form ablegen. „Der Fahrer trägt schließlich die Verantwortung für viele Menschen an Bord“, erklärt Roth.

Nicht zu vergessen: Auch in der virtuellen Welt wird sich etwas tun. Im kommenden Herbst soll der Internet-Auftritt des Bürgerbusses online gehen. Dort können Kunden allgemeine Informationen über den Bus einholen, aber auch die aktuellen Fahrpläne einsehen. Je nach Jahreszeit wird der Busfahrplan nämlich variieren.

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