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Betreiber informiert Lauensteiner über seine Pläne / Noch mehr Verkehr und Geruchsbelästigung?

Bürger sorgen sich wegen zweiter Biogasanlage

Lauenstein (gök). Kann Lauenstein eine zweite Biogasanlage vertragen? Die Bürger sehen das offensichtlich eher skeptisch. Durch die bereits bestehende Anlage befürchten die Lauensteiner eine unzumutbare Belastung durch Verkehr und Geruchsemissionen. Das wurde bei einer Bürgerversammlung deutlich, zu der Betreiber Moritz Ehle eingeladen hatte. Rund 80 Interessierte waren zu dem Termin in den Lauensteiner Hof gekommen.

veröffentlicht am 27.01.2011 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 18:21 Uhr

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Zusammen mit Cord Brinkmann aus Weenzen möchte Moritz Ehle auf seinen Landwirtschaftsflächen am Rittergut Hofspiegelberg eine privilegierte Biogasanlage mit 500 Kilowatt errichten. Diese soll etwa 250 Meter entfernt von seinem Gut in westlicher Richtung entstehen. Da aber später eine Vollauslastung der Anlage mit 600 Kilowatt erfolgen soll, erhöht sich die Leistung der Anlage und wäre daher wieder genehmigungspflichtig. Hierzu müsste sein Land als Baugebiet ausgewiesen werden, was entsprechende Anträge bei der Gemeinde nötig machen würde.

Um Protesten vorzubeugen, betreibt Ehle eine offene Informationspolitik; er stellte das Projekt den Anliegern vor. Geplant ist eine Anlage mit zwei Fermentern, einem Gärrestlager, einer Fahrsiloanlage und einem Blockheizkraftwerk. Darin sollen Schweinegülle, Hühnertrockenkot, Maissilage und Zuckerrüben das Biogas erzeugen, mit dem die beiden Betreiber schließlich ihren Strom und die Abwärme produzieren wollen. Derzeit gibt es noch Verhandlungen mit den Betreibern des ehemaligen Okal-Geländes über eine Nutzung der produzierten Wärme. Sollten die Verhandlungen scheitern, ist der Bau einer Gärresttrocknungsanlage geplant, um die Anlage dann effizient auszunutzen. Bei einer Anbindung des Okal-Geländes könnten theoretisch auch private Anlieger mit Wärme versorgt werden.

Die Schweinegülle für die Anlage soll aus Hemmendorf kommen und der Hühnermist aus dem Emsland. Die Anlieger befürchten dadurch ein noch höheres Lkw- und Trecker-Aufkommen, als es jetzt schon durch die vorhandene Biogas-Anlage herrscht. „Die anfahrenden Lkw können aber durch die geplante Lage der Anlage um den Ort herumfahren und müssen nicht durch den Ort“, so Ehle. Die Maissilage und die Zuckerrüben sollen zu einem großen Teil von eigenen Anbauflächen kommen und der Rest aus dem näheren Umland. Größere Zweifel herrschen aber bei den Anliegern auch wegen der Geruchsemissionen. „Ich will nicht im Sommer draußen sitzen und mir die Nase zuhalten müssen“, sagt einer der Anwesenden bei der Infoveranstaltung. Ehle entgegnete, dass er alles Mögliche dafür tut, dass möglichst wenig Geruchsbelästigung entsteht. Dazu wird unter anderem der Hühnermist trocken gelagert und die Schweinegülle wird direkt aus den Tankzügen in die Anlage gepumpt. „Ich kann mich hier nicht hinstellen und sagen, die Anlage stinkt nicht. Ich kann das nicht ausschließen. Wir spielen hier mit offenen Karten und nehmen alle Anregungen auf.“ Eine Idee von den Anliegern war, eine Sondergenehmigung zu beantragen, damit die Biogasanlage weiter weg von den Häusern entstehen kann. Ehle wollte dazu in den nächsten Tagen Kontakt mit der Bauaufsicht aufnehmen und das prüfen lassen. Als Beispiel wurde angeführt, dass das bei der Anlage in Thüste schließlich auch möglich war. Bürgermeister Horst Wichmann mahnte, wenn man auf Atomkraft verzichten wolle, sich auch den Problemen mit Biogasanlagen oder Windkrafträdern stellen müsse: „Wir dürfen es uns nicht so einfach machen, nach dem Motto: Der Strom kommt aus der Steckdose. Der Ortsrat und die Gemeinde werden sich eingehend mit dem Thema beschäftigen und eine tragbare Entscheidung treffen.“

Moritz Ehle am derzeit vorgesehenen Standort für die neue Biogasanlage westlich seines Hofes.Foto: gök



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