weather-image
14°

Ende der 100 Jahre alten Tradition abgewendet: Lauensteiner übernimmt Bäckerei

Bohne bietet Brot in Bisperode

Bisperode. Wenn Häuser reden könnten, hätte das Haus in der Küthestraße 9 (ehemals Nummer 107) zentnerweise Gesprächsstoff. Die Worte wären begleitet von dem Duft nach frischgebackenem Brot, denn in dem Haus ist seit mehr als 100 Jahren eine Bäckerei eingerichtet. Dieser Tradition drohte vor einigen Wochen das Aus.

veröffentlicht am 18.02.2014 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 18:41 Uhr

270_008_6930699_lkcs106_1502.jpg

Autor:

Christiane Stolte
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Wegen wirtschaftlicher Gründe hatte die Pächterin den im Herbst 2014 auslaufenden Pachtvertrag vorzeitig gekündigt. Die Eigentümerin, die Erbengemeinschaft Oerke, bemühte sich schleunigst um einen Nachfolgepächter. Innerhalb kurzer Zeit war er mit dem in Lauenstein ansässigen Bäckermeister Frank Bohne gefunden, sodass das Geschäft aufrechterhalten werden kann. Aus bleibt jedoch der Backofen, denn der neue Pächter liefert Brot, Brötchen und Kuchen aus seinem Hauptgeschäft an. „Was aber der Ware nicht abträglich ist“, betont Barbara Oerke, ehemalige „Bäckersfrau“. Sie freue sich, dass im Haus Nummer 9 weiterhin handgemachte Produkte verkauft werden.

Besonders erfreulich sei, dass es noch Unternehmer gebe, die den Mut haben, sich in kleinen Orten wie Bisperode niederzulassen. „Sie geben ihr Bestes, den heutigen Trend zum öden Dorf zu stoppen“, betont Barbara Oerke. Dieses Engagement sollte von den Bürgern anerkannt werden. Alt und Jung sollten nicht nur die beiden Bäckereien im Ort, sondern sämtliche Geschäfte vor Ort nutzen und sich darauf besinnen, was es im Dorf alles gibt, appelliert sie. Leider werde stattdessen von vielen Leuten nur gemeckert und das Aus der Infrastruktur und somit des Dorfes herbeigeredet.

Künftig sei es wichtig, eine neue Wertschätzung dessen zu pflegen, was im Ort vorhanden sei. „Ich tue mein Bestes, um unserem Ort eine Überlebenschance zu geben“, sollte das Motto aller Bürger werden. Bisperode verfüge über eine Vielfalt an Geschäften, die sogar Marktlücken füllen. „Wir müssen nur genau hinschauen“, appelliert die Rentnerin. Erst kürzlich sei in der Langen Straße ein Mode- und Stoffatelier („kleine scherereien“) eröffnet worden.

Es geht weiter: Verkäuferin Claudia Schaper, Martina und Frank Bohne, Hinnerk Oerke (Erbengemeinschaft Oerke, von links), vor dem Tresen: Barbara Oerke (links) und Bettina König (rechts).

Zur Geschichte der Bäckerei im Haus Küthestraße 9: Von 1902 bis 1994 wurde sie nacheinander von drei Generationen der Familie Oerke geführt. Den Grundstein hatte August Oerke I im Jahr 1902 gelegt, 1924 folgte August II und 1964 August III. 1994 wurde die Bäckerei verpachtet an Bettina König, die damals noch Öhrke hieß, mit der Familie „Oerke“ aber weder verwandt noch verschwägert war. „Die Namensgleichheit war ein kurioser Zufall“, betont Barbara Oerke, die die Bäckerei mit ihrem Mann August II geführt hat.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?