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Ob beim Bau eines Insektenhotels oder auf dem Acker: Heimatverein bezieht Kinder in Arbeit mit ein

Blick für die Natur soll geschärft werden

Oldendorf (sto). „Guck mal, Frau Rasch, ein Regenwurm.“ „Guck mal, eine Tulpenzwiebel.“ „Wo ist meine Harke?“ Zwölf Kinder halten die Vorsitzende des Vereins für Grenzbeziehung und Heimatpflege ganz schön auf Trab. Es gibt viel zu tun auf dem Acker zwischen Grundschule und Kindergarten. Erst muss der Boden kräftig gehackt werden, dann können Blumenzwiebeln, Topinamburknollen und Kartoffeln gesteckt und Kürbissamen gesät werden. „Überlegt euch mal, was wir noch anpflanzen könnten“, fordert Erika Rasch die Mädchen und Jungen auf. Die jüngsten „Landwirte“ aus Oldendorf und Umgebung wollen in Ruhe darüber nachdenken. Vielleicht fällt ihnen bis zum nächsten Arbeitseinsatz etwas ein.

veröffentlicht am 26.03.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 14:21 Uhr

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Einmal in der Woche trifft sich Erika Rasch mit den Erst- bis Viertklässlern, um einen Schulgarten anzulegen. Die Vorsitzende des Vereins für Grenzbeziehung und Heimatpflege hat sich aus zwei Gründen entschieden, bei der Gartengestaltung mitzuwirken. Erstens sei es ihr eine Her-zensangelegenheit, Kindern zu vermitteln, was alles erforderlich ist, bevor sie beispielsweise Bratkartoffeln oder ihre geliebten Pommes essen können, und zweitens möchte sie den Blick der Kinder für die Natur und die Heimatpflege schärfen.

Daran arbeitet die Oldendorferin aber schon länger, versucht sie doch immer wieder, auch Kinder für den Umwelttag zu begeistern – was auch hin und wieder gelingt. „Im vergangenen Jahr waren einige Kinder mit von der Partie und haben mitgeholfen, das Dorf für den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ zu rüsten“, erinnert sich Erika Rasch. Dass Oldendorf dann den dritten Platz belegt habe, sei somit auch ein Verdienst der jüngsten Helfer gewesen. Unter anderem hatten sie mitgeholfen, 3000 Blumenzwiebeln zu stecken. Für den nächsten Umwelttag haben auch schon einige Grundschüler ihre Hilfe angeboten. Dann wird Alt und Jung nicht nur gemeinsam das Dorf „putzen“, sondern auch eine Rapsblütenwanderung unternehmen. Während draußen auf dem Acker gearbeitet wird, bauen im Werkraum der Grundschule einige Mädchen und Jungen unter Anleitung von Erwin Gatz, Wilhelm Sander und Reinhard Fiolka ein riesiges Insektenhotel. Das soll dann in der Nähe der neuen Blumenwiese aufgestellt werden und Insekten wie Florfliegen, Schmetterlingen, Ohrenkneifern, Schwebfliegen, Marienkäfern & Co. eine Herberge bieten. „Vielleicht zieht auch wie bei Erwin ein Mauswiesel ein“, hofft die neunjährige Celine. Als Muster für das Schulgarten-Insektenhotel dient nämlich das, was Erwin Gatz bei sich im Garten stehen hat. Deshalb weiß der Rentner auch, wie ein solches Hotel gebaut werden muss. Sein Rat ist gefragt. „Frag Erwin. Der kennt sich aus!“ heißt es im „Bautrupp“. Den drei Rentnern gefällt das Arbeiten mit den Kindern. „Ich denke, dass beide Seiten von dem Miteinander profitieren“, meint Reinhard Fiolka.

Das Miteinander von Jung und Alt ist ein weiterer Aspekt für die gemeinsame Arbeit im Schulgarten. „Immer nur vom demografischen Wandel zu reden, hilft keinem weiter. Ich kann es schon nicht mehr hören“, betont Erika Rasch. Den Worten müssen Taten folgen. Anliegen des Vereins für Grenzbeziehung und Heimatpflege sei deshalb, auch Kinder und Jugendliche mehr und mehr in die Aktivitäten des 141 Mitglieder zählenden Vereins einzubinden. Auch in die traditionelle Grenzbeziehung. „Weil es einfach mehr Spaß macht mit dem quirligen Nachwuchs“, betont die Vorsitzende.

Im Herbst nach der Ernte soll ein Kartoffelfest für Alt und Jung stattfinden – mit Gerichten aus eigenen Kartoffeln, Kürbis- und Topinambursuppe sowie mit Herbststräußen aus eigenem Anbau. Das Projekt „Schulgarten“ wird aus der Gewinnsparaktion der Volksbank am Ith mit 700 Euro unterstützt.



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