weather-image
10°

Rat des Fleckens Coppenbrügge will Planungen vorantreiben

Biotop-Verbindung über die Bundesstraße?

Coppenbrügge.Zwischen dem Osterwald und dem Ith soll entlang der Schachtebeeke eine Verbindung für die Tiere entstehen. Über den Antrag von SPD und Grünen wird am kommenden Mittwoch, 16. Dezember, im Gemeinderat entscheiden.

veröffentlicht am 15.12.2015 um 16:04 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:51 Uhr

270_008_7809667_lkcs_Biotopverbund_Coppenbruegge.jpg

Autor:

Wolfhard F. Truchseß
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Ludwig Krückeberg (Grüne) begründete den Antrag mit der Notwendigkeit, die voneinander bislang isolierten Waldflächen von Ith und Osterwald miteinander zu verbinden, um Wanderungs- und Querungsmöglichkeiten insbesondere der heimisch gewordenen Wildkatzen zu vereinfachen. Teile des Bereichs seien schon jetzt nach Paragraf 28 des niedersächsischen Naturschutzgesetzes besonders geschützte Biotope, heißt es in dem Antrag.

Mit dem Ausbau werde auch der Forderung nach einer Biotopvernetzung nachgekommen, wie sie der Landschaftsrahmenplan enthalte. Da die Schachtebeeke nördlich von Coppenbrügge die Flurbereinigungsgrenze bilde, wird die Gemeinde mit dem Antrag aufgefordert, beim Amt für regionale Landesentwicklung darauf hinzuwirken, dass bei der Neuaufstellung des Wege- und Gewässerplanes im Rahmen der Flurbereinigung in diesem Bereich die Biotopvernetzung umgesetzt wird. Dabei solle darauf geachtet werden, dass diese Flächen den einzurichtenden Kompensationsflächen der künftigen Umgehungsstraße angeschlossen würden. Für die Umsetzung des letzten Drittels des Korridors in Richtung durch das Gewerbegebiet solle die Gemeinde die Verantwortung tragen.

Die einhellige Zustimmung zu dem Antrag erfolgte, obwohl das mit Begleitplanung für die neue B 1 betraute Büro Wolff nicht an einen dauerhaften Erfolg einer derartigen Vernetzung glaubt. Die Begründung: Die geplante Verbundachse quere die Neubautrasse sowie den unmittelbaren Nahbereich der geplanten Anschlussstelle, die Trasse der alten B 1, das Gewerbegebiet zwischen Coppenbrügge und Marienau sowie die Bahnlinie Hameln-Elze und liege damit „in einem erheblich gestörten und anthropogen (von Menschen und deren Gebäuden – Anm. d. Red.) überprägten Bereich“. Außerdem sehe der geltende Flächennutzungsplan ein Zusammenwachsen der beiden Ortschaften vor, „wodurch ausreichend breite, ungestörte Wanderungskorridore für scheue, lärmempfindliche Tierarten räumlich nicht mehr bereitgestellt werden könnten“. Daher empfehle das Büro Wolff „in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises“, den Biotopverbund wie vorgesehen östlich von Marienau im Bereich von Voldagsen vorzuziehen. Ungeachtet dessen seien lokale Biotopverbundmaßnahmen entlang der Schachtebeeke, die sich aus den genannten Gründen auf das Gebiet östlich der geplanten Umgehungsstraße beschränken müssten, durchaus wünschenswert. Dem wurde von den Grünen entgegnet, dass dort die Querungen der Straßen und Bahngleise für die Tiere noch schwieriger sei.

Damit heimische Tiere wie die Wildkatze zwischen dem Osterwald und Ith wandern können, soll hier eine Biotopverbindung entstehen.

Im Gegensatz zur Argumentation des Landschaftsplaners vertrat der Ausschuss die Auffassung, dass im Gewerbegebiet insbesondere nachts völlige Ruhe herrsche und für eine Unterquerung der neuen B 1 lediglich der entsprechende Tunnel tiergerecht ausgestaltet werden müsse. Auf der alten B 1 werde künftig nur noch minimaler Verkehr fließen und die Bahnstrecke Hameln-Elze könnten die Tiere dank des vorhandenen Tunnels gefahrlos unterqueren, betonten Krückeberg und seine Parteikollegin, die Landschaftsplanerin Lidia Ludwig.

Gelder für etwa nötige Anpflanzungen und deren künftige Pflege seien durch die Ausgleichszahlungen für die Windparks ausreichend vorhanden, erklärte Peschka. Das müsse ja nicht unbedingt in anderen Gemeinden ausgegeben werden. Um artgerechte Wege für die Tierwelt zu schaffen, könne die Schachtebeeke renaturiert und etwa zwei Meter breite Anpflanzungen angelegt werden. Im Gewerbegebiet als auch gegenüber sei Raum genug, um zehn Meter breite Anpflanzungen für die Verbindung der Biotope zu schaffen.

Ein Problem könnte sich allerdings noch ergeben: Der Antrag kommt möglicherweise zu spät, da das Planfeststellungsverfahren mit der Planung der Untertunnelung der neuen B 1 bereits abgeschlossen und damit rechtskräftig ist.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt