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Seit Jahren stabile Touristen-Zahlen

Betten voll – trotz Wirtschaftskrise

Salzhemmendorf (gök). „Wer Ruhe und Erholung sucht, wer Lust am Wandern hat, der kommt zu uns in die Gemeinde und verbringt hier seinen Urlaub“, preist Sigried Meier aus Wallensen ihre Region. Sie bietet eine kleine Ferienwohnung in dem beschaulichen Ort des Ostkreises an. Leider habe es sich unter den Wanderern noch nicht rumgesprochen, dass hier auch längere Urlaube möglich sind, auch die Werbung müsse deutlich intensiviert werden. „Denn wir leben hier überwiegend von Wochenendgästen oder Montage-Arbeitern, die die guten Unterkünfte schätzen“, meint die Ferienhausbesitzerin.

veröffentlicht am 23.07.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 01:41 Uhr

Sigried Meier hat eine Ferienwohnung in Wallensen. Für die Gäste
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Allerdings – die Wirtschaftskrise ist im Flecken Salzhemmendorf noch nicht angekommen. Laut Barbara Mausch, Betreiberin der Pension am Vogelsang in Lauen-stein, habe eine Verlagerung stattgefunden. Gäste, die aufgrund der Krise ausbleiben, werden durch Gäste ersetzt, die vor einigen Jahren noch ins Ausland gefahren sind.

Die Belegungszahlen von Ferienwohnungen und Pensionen zeigen aber eindeutig, dass die Urlaubsmonate Juli und August sowie der Winter die schwächsten Monate für Hoteliers und Gastronomen sind. Ein Erklärungsmodell: „Das Geld wird im Frühling und im Herbst verdient“, so die einhellige Meinung der Ferienhaus- und Pensionsbesitzer.

Übernachtungszahlen seit 1995 unverändert

Auch Gemeindebürgermeister Martin Kempe zeigt sich mit der derzeitigen Tourismus-Situation zufrieden. „Die Übernachtungszahlen belegen, dass sich für das gesamte Gemeindegebiet im Vergleich zu den Vorjahren keine Veränderung ergeben hat.“ In der Statistik der Gemeinde lagen die Übernachtungszahlen seit 1995 immer zwischen 15 000 und 22 000. Die stärkeren Jahre seien auf entsprechend gutes Wetter zurückzuführen. Erfasst seien in der Statistik allerdings nur Herbergsbetriebe mit mindestens neun Betten. Kempe rechnet mit ähnlich hohen Zahlen bei den kleineren Betrieben. Eine genaue Bilanz ließe sich aber nicht ermitteln. Erfolgreich erweist sich hingegen die durch die Gemeinde installierte Hotel-Route. Sie weist mit Straßenschildern auf nahegelegene Unterkünfte hin – und findet Beachtung. „Es kommt schon mal vor, dass spätabends ein Gast vor meiner Tür steht, der über die Hotel-Route zu uns gefunden hat“, lobt Mausch das kommunale Hotel-Leitsystem.

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Salzhemmendorf verliert 2001 seinen Kurort-Satus

Ausgenommen aus der Übernachtungsstatistik der Gemeinde sind auch die Zahlen der Campingurlauber. Der Campingplatz Humboldtsee hat alleine in den letzten dreieinhalb Jahren 24 000 Übernachtungen gezählt – Dauercamper nicht eingeschlossen. Wesentlich unzufriedener stimmt die Zahl der Kurgäste. „Sie machen nur einen sehr geringen Anteil der Gäste aus“, so Barbara Mausch. „Hier ist noch ein großes Potenzial vorhanden.“ Ob dies auf lange Sicht genutzt werden kann, ist fraglich. 2010 soll Salzhemmendorf den Titel als staatlich anerkannter Kurort verlieren.

„Das Anerkennungsverfahren soll zwischen zehn- und zwanzigtausend Euro kosten. Dies steht nicht in Relation zum Nutzen“, erklärt dazu Bürgermeister Kempe. Zu dem kostspieligen Anerkennungsverfahren würden noch weitere Investitionen hinzukommen. So müsste ein Luftgutachten erstellt werden und in die Kuranlagen investiert werden.

„Die Anerkennung als Kurort habe aber nichts mit Krankenkassenleistungen zu tun. Inwiefern sich diese Entscheidung auf die Anzahl der Kurgäste auswirken wird, werden die nächsten Jahre zeigen“, so Kempe.

Der Humboldtsee ist ein beliebtes Ziel für Camper. Gerade Familien fühlen sich hier wohl.



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