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Der Verein für solidarische Landwirtschaft hat seine Satzung geändert

Bei „Solawith“ herrscht wieder Ruhe

HARDERODE. Bei „Solawith“, dem Verein für solidarische Landwirtschaft am Ith, ist wieder Ruhe eingekehrt. Im November 2017 und den Monaten danach hatte es heftig in dem kleinen Verein rumort. Dabei ging es auch um Mitglieder aus dem rechten Spektrum. In seiner neuen Satzung hat sich der Verein nun eindeutig dem Humanismus und der Völkerverständigung verschrieben.

veröffentlicht am 14.03.2018 um 10:14 Uhr

„Solawith“ beliefert seine Mitglieder wöchentlich mit einer Gemüsekiste. Foto: pixabay
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Wolfhard F. Truchseß Reporter
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Im November 2017 und den Monaten danach hatte es heftig in dem kleinen Verein rumort, weil es in einem internen Mail-Verteiler heftig geknallt hatte. Zwei Mitglieder hatten in einem sonst gern von der AfD genutzten Jargon von „linksrotversifften Multikultischreihälsen“ gesprochen und sich kritisch über eine angeblich angestrebte „politische Gesinnungsdiktatur“ des Vereinsvorstandes ausgelassen (wir berichteten). Insbesondere habe sich die Kritik gegen die Absicht der damaligen Vereinsvorsitzenden Antje Müller und einen von ihr geplanten Flyer gerichtet, mit dem zur Teilnahme an der traditionellen Demonstration in Berlin unter dem Thema „Wir haben es satt“aufgerufen wurde.

Bei „Solawith“ führte das auf der Hauptversammlung Ende Februar zu einer Satzungsänderung, mit der sich der Verein als Zusammenschluss von Menschen definiert, die sich sinngemäß dem Gedanken des Humanismus, der Völkerverständigung, dem Internationalismus und dem Menschenrecht verbunden fühlt, wie Marita Vahlbruch, die Gärtnerin des Vereins und dessen Mitbegründerin, und auch die neue Vereinsvorsitzende, die Medizinerin Isabella Kipp, auf Anfrage bestätigten. Zudem wurde in dem Vereinsstatut festgeschrieben, dass der Verein überparteilich und überkonfessionell ist. Die Satzungsänderung sei bei wenigen Enthaltungen ohne Gegenstimmen angenommen worden, berichtete Marita Vahlbruch. Auch bei der Wahl des neuen Vorstands, dem neben Isabella Kipp noch Elisabeth Schneider und Sonja Helbig angehören, habe es Enthaltungen, aber keine Gegenstimmen gegeben.

Der Verein werde nicht akzeptieren, dass sich im internen Mail-Verkehr, der lediglich der Terminabsprache diene, sich irgendjemand in beleidigender oder diskriminierende Weise über andere Mitglieder äußere, betonte die Gärtnerin. Wer dem Ruf des Vereins schade, der könne von der Mitgliederversammlung aus dem Verein ausgeschlossen werden. Die beiden Mitglieder, die sich in einem sonst von Rechtsradikalen benutzten Ton geäußert haben, kamen einem Ausschuss durch Kündigung zuvor. Sollten sie „Solawith“ erneut beitreten wollen, würde die ihnen die Aufnahme verweigert, erklärten Isabella Kipp und Marita Vahlbruch. Der Verein hat derzeit 21 Mitglieder, zu denen jetzt auch der Dorfladen „Süntellädchen“ aus Flegessen gehört. Nach dem neuen Wirtschaftsplan des Vereins, der rund 2000 Quadratmeter Land von dem Biohof Vahlbruch in Harderode gepachtet hat, die von dem Eigentümer gegen einen Monatsbeitrag bewirtschaftet werden, um die Vereinsmitglieder wöchentlich mit einer Gemüsekiste zu beliefern. Für einen Anteil an den Lohn- und Bewirtschaftungskosten müssen von April bis Dezember 48,50 Euro bezahlt werden. Der Betrag wurde auf der Hauptversammlung von zuvor 95 Euro abgesenkt und auch die Liefermenge neu definiert, wie Marita Vahlbruch erklärt. „Wir haben gemeinsam festgestellt, dass die Menge in der Vergangenheit zu groß war. Das haben die Mitglieder jetzt angepasst.“

Hatte der Verein bislang noch Gemüse und Obst vom Marienhof und dem Naturkost-Großhandel zugekauft, wird es in Zukunft nur noch Produkte aus dem Eigenanbau geben. In der ersten April-Woche soll die Gemüsekiste Kartoffeln, Äpfel, Feldsalat, Bärlauch und Blattsenf enthalten. Später sollen Radieschen, Ruccola und weitere Produkte der Saison dazukommen.



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