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MdB Jutta Krellmann möchte lieber über lokale Themen sprechen / Die Linke im Bürgerdialog

„Bedaure, dass wir über Kommunismus reden“

Salzhemmendorf (sto). „Die Wege zum Kommunismus können wir nur finden, wenn wir uns auf den Weg machen und sie ausprobieren. Ob in der Opposition oder in der Regierung“ – diese Aussage der Linken-Bundesvorsitzenden Gesine Lötzsch in der marxistischen Zeitung „Junge Welt“ hat unter den politischen Parteien bundesweit eine Welle der Empörung ausgelöst. Der Linkspartei wurde eine verfassungsfeindliche Gesinnung unterstellt. Welche Auswirkungen hat das für die Linken im Kreisverband Hameln-Pyrmont? Gibt es Austritte? „Austritte hatten wir nicht“, betont Jutta Krellmann, Bundestagsabgeordnete und Sprecherin des Kreisverbands, anlässlich der ersten Bürgergespräche in Salzhemmendorf. Hubertus Wöllen-stein aus Bad Münder ist bislang der einzige (wir berichteten), der seine Zusammenarbeit mit der Linken aufgekündigt habe. Er sei jedoch noch kein Mitglied gewesen. „Ich bedaure, dass wir im Moment über Kommunismus reden und dabei die örtlichen Themen zu kurz kommen“, so Jutta Krellmann. Die Aussage von Gesine Lötzsch beziehe sich auf eine Überschrift zu einem Artikel zum Todestag von Rosa Luxemburg und deren Suche zu Wegen zum Kommunismus. Am Ende des Artikels bekenne sich Gesine Lötzsch klar zum demokratischen Sozialismus. Um die Aussage zu verstehen, müsse man den vollständigen Zeitungstext lesen.

veröffentlicht am 14.01.2011 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 18:41 Uhr

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Die Linke habe nicht vor, den Kommunismus einzuführen. „Das kann ich mit einem klaren Nein beantworten. Wenn das so wäre, wäre ich der erste, der austritt“, betonte der Linken-Kreistagsabgeordnete Frank Pook im „Ratskeller“ Salzhemmendorf, wo er sich mit Jutta Krellmann in einem Bürgerdialog einen Überblick verschaffte, was den Menschen des Fleckens Salzhemmendorf „unter den Nägeln brennt“.

Die Schweinemastanlage, die mitten in Oldendorf entstehen soll, hält Brunhilde Bansemer im wahrsten Sinn des Wortes für eine Schweinerei. „Das ist doch eine Zumutung für die Anwohner“, schimpfte die 72-Jährige aus Osterwald. Da werde Politik über die Köpfe der Bürger hinweg gemacht.

Kurt Plewe liegt der Erhalt der Grundschulen im Flecken am Herzen. „Den Widerstand der Eltern gegen die geplanten Schulschließungen kann ich nachvollziehen. Ist eine Schule erst mal weg, dann bleibt sie weg für immer“, befürchtet der 61-Jährige. Sollte es tatsächlich zu Schließungen kommen, so dass auch die jüngsten Schüler auf den Bus angewiesen sind, rät er dringend zu einer Aufsicht im Bus, damit die Kleinen nicht von den Größeren belästigt werden. „Schon einige Mal habe ich bei solchen Vorfällen eingegriffen“, berichtete der Osterwalder. Wie Brunhilde Bansemer plädierte er darüber hinaus, die Jugendarbeit im Flecken durch erweiterte Angebote attraktiver zu gestalten.

Klaus Bansemer bemängelte die schlechte Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Die Busverbindung im Flecken sei besonders für ältere Menschen eine Katastrophe. „Es muss doch eine vernünftige Lösung geben“, appellierte der 73-Jährige aus Osterwald. Der bestehende Fahrplan sei alles andere als bürgerfreundlich. Bürgerfreundlich sei auch nicht die Privatisierung der Wasserversorgung durch e.on. Bei telefonischen Anfragen habe früher ein Anruf bei der Gemeinde genügt, heute werde man hin- und herverbunden. „Privatisierung ist nicht bürgernah“, betonte Hermann Döpke (68) aus Salzhemmendorf.

Jutta Krellmann hätte sich zwar eine bessere Beteiligung auch jüngerer Leute an dem Bürgerdialog gewünscht, war aber zufrieden mit den erarbeiteten Themen. „Mit dem Dialog wollen wir die Bürger in die Politik einbeziehen“, erläuterte die Politikerin den Grund der Veranstaltung. Der Bürgerdialog findet in allen Gemeinden des Landkreises und in der Stadt Hameln statt. Im Hinblick auf die Kommunalwahl 2011 wird Kontakt mit den Menschen vor Ort gesucht.

Das nächste Treffen in Salzhemmendorf ist geplant am 3. März, 18 Uhr, Ratskeller Salzhemmendorf. Dann sollen die bisher behandelten Themen vertieft werden.

Jutta Krellmann, Bundestagsabgeordnete und Sprecherin des Kreisverbands der Linken, möchte die Aussage der Bundesvorsitzenden Gesine Lötzsch richtig eingeordnet wissen.Foto: Dana



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