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Neufassung von drei Landschaftsschutzgebieten sorgt für Verärgerung

Bauern auf den Barrikaden

SALZHEMMENDORF. Die betroffenen Landwirte im Flecken sind auf die Barrikaden gegangen, wollen die geplanten Einschränkungen bei der Bewirtschaftung ihres Grund und Bodens nicht so einfach hinnehmen. Und ohne Entschädigungen schon gar nicht. Immer wieder ließen sie das in den Beratungen der politischen Gremien Politik und Öffentlichkeit wissen.

veröffentlicht am 06.03.2018 um 18:22 Uhr

Auf fünf Meter soll der Schutzstreifen neben der Saale erweitert werden. Foto: gök
Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Coppenbrügge-Salzhemmendorf zur Autorenseite
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Dabei richtet sich der derzeitige Bauern-Protest gegen Veränderungen, die Salzhemmendorfs Politik nur zur Kenntnis nehmen, aber nicht beschließen oder gar verhindern kann. Denn die Fäden hat die EU in der Hand.

Danach hat der Landkreis Hameln-Pyrmont das Landschaftsschutzgebiet (LSG) Saaletal neu zu fassen. Das derzeit gültige LSG wird seit der Existenz des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000 teilweise vom Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Gebiet Nr. 3824-333 „Saale mit Nebengewässern“ überlagert. Diese Tatsache erfordert zum einen eine Ausweitung der LSG-Schutzgebietsgrenzen, damit das FFH-Gebiet vollständig innerhalb des neu auszuweisenden Schutzgebietes liegt; zum anderen soll eine Anpassung an die aktuellen Rechtsvorgaben des geltenden Bundes-/Europäischen Rechts erfolgen, fordert die EU bei Androhung von Strafe. Der Zorn der betroffenen Landwirte richtet sich nun gegen Bewirtschaftungsbeschränkungen auf einem an die Saale angrenzenden Streifen von mindestens fünf Meter Breite, gemessen ab Böschungsoberkante. Bestimmte schutzwürdige Bereiche werden – zum Nachteil für eine landwirtschaftliche Bewirtschaftung mit zahlreichen Verboten – auch über den Fünf-Meter-Streifen hinaus in das Schutzgebiet einbezogen. Gleichzeitig müssen die Landschaftsschutzgebiete Kan-stein-Thüster Berg und das Naturschutzgebiet Naturwald Saubrink/Oberberg vom Landkreis nach neuen EU-Richtlinien überplant werden. Auch dazu werden die Ortsräte, der Fachausschuss sowie der Verwaltungsausschuss der Gemeinde lediglich gehört, bevor die Empfehlungen an den Kreis weitergeleitet werden. Im Flecken-Ausschuss für Bauwesen, Umweltschutz und Gemeindeentwicklung wurde in der politischen Diskussion deutlich, dass man für die geschädigten Saale-Anlieger eine Entschädigung für notwendig erachtet. Das sah auf SPD-Seite Ausschuss-Mitglied Erich Weber ebenso wie Eckhard Füllberg (CDU), der ebenso wie Karl-Heinz Grießner (SPD) forderte, dass die Stellungnahmen aller Ortsrate an den Kreis weitergeleitet werden müssten. „Es kann nicht sein, dass Landwirte hier enteignet werden“, so Füllberg. Marcus Flügel (SPD) bat weiter darum, dass auch das Problem, das ökologisch liegen gelassenes Totholz an Saale-Brückenbauwerken anrichten kann, mit in die Stellungnahme an den Landkreis aufgenommen werden soll.

Der Fachausschuss des Fleckens hat dann letztendlich die Neufassung der drei Verordnungen über die Landschaftsschutzgebiete Saaletal sowie Kanstein / Thüster Berg und das Naturschutzgebiet Naturwald Saubrink/Oberberg mehrheitlich begrüßt.



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