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Gewerkschaft fordert 4,8 Prozent mehr Geld – und vom Arbeitgeber ein Angebot

Bald Streik bei Logocos?

SALZHEMMENDORF. Der Gewerkschaft reißt offenbar der Geduldsfaden: In den seit Juli andauernden Tarifverhandlungen mit dem Salzhemmendorfer Naturkosmetik-Hersteller Logocos gibt es noch immer kein Angebot des Arbeitgebers. Mathias Heiden von der Gewerkschaft BCE sagt dazu: „Wir werden ungeduldig. Ich halte Streiks nicht mehr für ausgeschlossen.“

veröffentlicht am 03.11.2017 um 17:37 Uhr

Blick auf das Firmengelände von Logocos. Gewerkschaft und Arbeitgeber verhandeln seit Monaten über einen Tarifvertrag – bislang ohne Erfolg. Foto: Dana
Thomas Thimm

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Thomas Thimm Stv. Chefredakteur zur Autorenseite
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Die ersten beiden Tarifrunden seien ohne Ergebnis und ohne Angebot auseinandergegangen. Am 17. November soll weiterverhandelt werden. Die Gewerkschaft BCE – die für Bergbau, Chemie und Energie steht und für den Naturkosmetik-Hersteller Logocos nur zuständig ist, weil die Kosmetikbranche zur Chemie gezählt wird – fordert 4,8 Prozent mehr Gehalt für die 330 Mitarbeiter. Heiden erklärte gegenüber der Dewezet: „Der letzte Haustarifvertrag lief über 18 Monate und ist Ende Juli ausgelaufen. Schon für diesen Vertrag mussten wir damals zurückstecken und haben eine zu geringe Gehaltserhöhung geschluckt. Doch nun wollen wir das Signal aussenden, dass wir den Anschluss an die allgemeine Tarifentwicklung nicht verlieren.“ Dazu orientiere man sich an Branchen wie Metall, Elektro, Chemie und öffentlichem Dienst. Zudem fordert die Gewerkschaft eine unbefristete Übernahme aller zehn Auszubildenden.

Besonders wichtig ist Gewerkschaftssekretär Heiden, dass man in den Tarifverhandlungen „zu fairen Kompromissen zurückkehrt“. In der Vergangenheit sei dieses Fair-Play-Prinzip bei Logocos „immer gutgegangen“. In den Verhandlungen zum letzten Tarifvertrag habe „der Arbeitgeber das Fair-Play dann aber aufgekündigt“, formuliert es Heiden. Und da es seit der Aufstellung der Gewerkschaftsforderungen am 20. Juni keinerlei Tarifangebot der Arbeitgeberseite gegeben habe, hat Heiden das Gefühl, dass es auch diesmal eine harte Angelegenheit wird. Um den Forderungen der Gewerkschaft Nachdruck zu verleihen, hat Heiden eine Unterschriftenaktion angeleiert: „Bis jetzt haben 150 Mitarbeiter unterschrieben.“ Auch Streiks schließt Heiden nicht aus: „Für uns ist klar: Wir sind außerhalb der Friedenspflicht. Ich halte Streiks nicht mehr für ausgeschlossen.“

Dem Unternehmen Logocos Naturkosmetik AG gehe es wirtschaftlich, so sagt es zumindest Heiden, „grundsolide gut“. Er lässt sich zitieren mit den Worten: „Da werden grundsolide Gewinne erwirtschaftet.“ Eine Erklärung, warum das Unternehmen sich mit Gehaltserhöhungen so schwer tue, gibt Heiden gleich mit: „Das Unternehmen argumentiert, die Aktionäre wollten eine höhere Rendite.“

Logocos teilte auf Anfrage mit, dass am 17. November eine weitere Verhandlungsrunde beginnt. Logocos-Vorstand Dirk Höfer sagt: „Wir sind zuversichtlich, dass wir dabei gemeinsam einen tragfähigen Konsens finden, auf dessen Grundlage wir die Arbeitsplätze unserer Mitarbeiter nachhaltig sichern und wichtige Investitionen tätigen können.“

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