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Ausverkauf in den Quelle-Shops

Osterwald (haf). Als Werner Brüggemann, der Postzusteller in Osterwald, in diesen Tagen mit einem Pakete auf dem Arm an Schiborrs Haustür klingelte, wie er es bestimmt schon mehr als tausend Mal getan hatte, fragte er sich, ob dies wohl die letzte Quellesendung sein würde, die er hier An der Taubenburg Nr. 5 abgibt. Der Quelleshop von Ursel Schiborr war für ihn wie für viele Osterwalder Einwohner mehr als 14 Jahre lang eine gute Adresse gewesen. Nun sind die Regale leer geräumt und Osterwald ist um eine Institution ärmer.

veröffentlicht am 05.11.2009 um 15:03 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 19:21 Uhr

quelle
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Osterwald (haf). Als Werner Brüggemann, der Postzusteller in Osterwald, in diesen Tagen mit einem Pakete auf dem Arm an Schiborrs Haustür klingelte, wie er es bestimmt schon mehr als tausend Mal getan hatte, fragte er sich, ob dies wohl die letzte Quellesendung sein würde, die er hier An der Taubenburg Nr. 5 abgibt. Der Quelleshop von Ursel Schiborr war für ihn wie für viele Osterwalder Einwohner mehr als 14 Jahre lang eine gute Adresse gewesen. Nun sind die Regale leer geräumt und Osterwald ist um eine Institution ärmer.
 Man kann schon sagen „Institution“, denn außer einem halbtags geöffneten Lebensmittelgeschäft und einem Blumen-Schreibwarenladen mit Post- und Lottoannahme gibt es keine Einkaufsmöglichkeit mehr im Bergort. Das war mal ganz anders, wie vor allem die Älteren im Dorf wissen. Gerade darum trifft sie die Schließung dieses Shops, in dem man so vieles so unkompliziert kaufen konnte, besonders schmerzlich. Und wenn da nicht im Regal stand, was man brauchte, kam es in allerkürzester Zeit, und Heinz Schiborr, der Ehemann der Shop-Betreiberin brachte es sogleich persönlich mit seinem Kleintransporter vorbei – oder holte auch wieder ab, was nicht passte oder nicht gefiel.
 Der so spektakulär für Quelle dargestellte Ausverkauf gestaltete sich in Osterwald recht unaufgeregt. Es ging ganz schnell. „Ich habe bei meinen Sangesschwestern, bei den Frauen vom Kaffeekränzchen und bei meiner Turngruppe gesagt, sie sollen noch schnell zugreifen. Und das haben sie getan“, berichtet Ursel Schiborr. Den Rest der Ware hat sie zurück geschickt. Ähnlich erging es Horst Zimmermann, dem Inhaber des Quelleshops in Salzhemmendorf. Als sich die Quellepleite herumsprach, kamen die Kunden und kauften die Regale leer.
 Seit 16 Jahren betreibt Zimmermann den Shop und jetzt ist er richtig verärgert. Und dies nicht, weil Quelle aufhört, sondern weil das Unternehmen ohne eine einzige Vorwarnung oder Mitteilung, ohne irgendwas sang- und klanglos weg war. Seine Kunden sind erst recht sauer. „Hier ist doch nichts, sollen die Leute nun wegen jeder Unterhose und jedem Geschenk nach Hameln fahren?“
Aber es gibt inzwischen in Osterwald und Salzhemmendorf erste Kontakte mit anderen Versandhäusern, die sind auch interessiert. „Aber es ist doch nicht dasselbe“, befürchtet sie Ursel Schiborr. Ähnlich sehen es die Kunden. „Man glaubt gar nicht, was ich da alles schon gekauft habe“, erzählt Inge Hoffmann. Es sei immer so schön bequem gewesen. Gemeinsam mit Lisa Scholz und Ursel Ziegenmeier bedauern sie den Verlust eines Stückchens Lebensqualität „Schon wieder etwas weniger in Osterwald. Wir sind schon einfach nur traurig“, sagen sie.

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